Archiv für die Kategorie ‘Zukunftsmusik’

Wööörksspionage.

Donnerstag, 25. November 2010 7 Kommentare »
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Uwe war gestern bei mir. Einer dieser Lieferanten, die uns pünktlich zum Mittagstisch besuchen, sich zu uns setzen und mitessen und irgendwie schon nach kurzer Zeit dazu gehören. Ebenso einer jener Lieferanten, die mit Rat und Tat meine bzw. unsere Ideen von 100% ökologischen, regionalen, sortenreinen Zutaten für Textilien zur Seite stehen. Ohne Uwe würde es kein natürliches Gummiband geben, ohne Uwe wären unsere veganen Taschen, die ihr in unserem Adventskalender seht, nicht geworden. Auch jede Frage hat er eine Erklärung, auf meine Ideen kommt ein “Na, dann brobierr ma des hald aus, ne?!” Er war es auch, der mir auf die Frage nach Lingerie-Zutaten zwei Firmen, “klein und flexibler als große Konzerne” empfahl. Und da rief ich heute an.

“Nur aus Metall? Sortenwas?” fragt mich der Vertriebsleiter Inland, für kurz nach acht verdammt unfreundlich.
“Ja, sortenrein, damit es wieder recycled werden kann. Wissen Sie, wir machen 100% ökologisch sinnvolle Textilien!”
“Ne, vergessen Sie es. Für Sie kratzen wir doch den Kunststoff nicht wieder ab, wir bekommen das schon so geliefert!”, gesagt und hängt ein.

Wow. Mein erstes Telefonat und gleich so freundlich. Dafür, dass sich diese Firma rühmt, in Deutschland zu produzieren, erachte sie für sehr unflexibel. Billig kunststoffummantelte Metalle einkaufen und hier noch das Label einpressen ist für mich keine deutsche Fertigung. Aber – der Kunde will ja verarscht werden. Ich nicht.

Zweites Telefonat.
“Was in unseren Zutaten drin ist? Das geht Sie doch nichts an. Das ist schadstofffrei, Ökotex-zertifiziert und somit völlig unbedenklich” sagt die Damenstimme an der anderen Leitung.
“Entschuldigen Sie, aber Ökotex ist weder völlig unbedenklich noch schadstofffrei. Trotzdem würde ich gerne wissen, aus wa..” Ich werde rüde unterbrochen.
“Frau, äh, ja, also ich habe für solche Anfragen nun wirklich keine Zeit, das ist nicht zielführend. Guten Tag!” und hängt ein.

Richtig, es ist nicht zielführend. Für beide. Die Vertriebsdame, gewohnt, den schnellen Umsatz zu fahren, müsste ernsthaft einmal sich mit ihrem Produkt auseinandersetzen und womöglich sogar in der Produktion nachfragen. Für mich ist es nicht zielführend, weil keine Bereitschaft auf der anderen Seite ist, von alten, ausgetrampelten Pfaden mal abzuweichen.

Völlig frustriert recherchiere ich im Internet. Finde, wie es der Zufall will, einen dritten Hersteller. An sich schon ein Sechser im Textillotto, gibt es bei uns doch schlicht kaum mehr Produzenten. ‘Aller guten Dinge sind drei’, denke ich und wähle die Nummer.

Eine freundliche Dame am anderen Ende des  Telefons begrüßt mich und fragt mich, was ich bräuchte. Ich sage mein Sprüchlein zu manomama auf, und dass ich auf der Suche nach bestimmten, ökologisch sinnvollen, sortenreinen Zutaten wäre.

“Sind Sie von der Wööörksspionage?” fragt die Dame mich. Der verhaltene Unterton zeigt mir, dass diese Frage ernst gemeint ist. En Detail erkläre ich ihr mein Anliegen und langsam beruhigt sie sich wieder. Auf ihre Ökotex-Erwähnung erzähle ich ihr die Wahrheit über dieses Siegels und auf einmal war sie sehr interessiert. Ich begann ihr meine Idee von recyclebarem Material zu erklären, fragte, ob man nicht bereits recycelte Rohstoffe einsetzen könnte und, und, und.

Und dann: “Das wäre schon toll, wenn man das hinbekäme”, sagte sie. Sie werde mit der Geschäftsführung sprechen und lasse mich vom Chef zurückrufen. Und darauf warte ich nun.

Aber, mal ehrlich: Zeit diese Erfahrung nicht wunderbar auf, wie  – verzeiht – bescheuert die deutsche Industrie ist? Maß- und schutzlos karren wir unser KnowHow, unser Fachwissen, unsere Ingenieurskunst nacht Asien, in der Hoffnung, dort den großen, fetten Markt miterobern zu können. Hier, in einem Bestandsmarkt, schotten wir uns ab und lassen uns nicht einmal ansatzweise in die Karten kucken, aus Angst, jemand könnte uns etwas klauen? Falsche Welt. Ehrlich.

Nachtrag:
Eben rief mich wirklich der Geschäftsführer der dritten Firma an. Er habe sich auf www.manomama.de und auf dem Blog umgesehen. Er sei begeistert. “Ja, wir sind auch ein kleines Familienunternehmen und der Meinung, Produkte verantwortungsvoller herzustellen”. Und er wird uns helfen. Ich bekomme alle Produktspezifikationen und darf diese mit meinen Kunststoffspezialisten abprüfen. Wenn wir recyceltes Material wissen, werde er helfen, dieses zu verarbeiten.
Es gibt sie noch: verantwortungsvolle, tolle Unternehmer.

Aber, mal ehrlich (die zweite): Ist euch schon einmal aufgefallen, dass Innovationen und Ideen von kleinen und mittelständischen Tüftlern vorangetrieben werden. Die Großen, die an sich die Budgets dafür hätten, sich aber lieber um Gewinnmaximierung kümmern? Falsche Welt. Ehrlich.

“Du weißt es nur nicht!”

Montag, 08. November 2010 3 Kommentare »
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 ”Du bist mit manomama sowas von transition – du weißt es nur nicht!” Stefanie Griesse, unsere Manomama aus Hannover sagte vor kurzem diesen Satz zu mir. Es gab in der Zeit um manomama bereits einmal einen Zeitpunkt, an dem ich etwas nicht wußte, und es wurde etwas Einzigartiges daraus: weil ich nicht wußte, dass “grüne” Modehersteller laut Gesetz konventionelle Zutaten nehmen dürfen haben wir alle Dinge selbst entwickelt. Und daraus entstand unsere 100% ökologische Bekleidung.

Jetzt weiß ich erneut etwas nicht, nämlich: dass manomama “sowas von transision ist!” Stefanie ist Transition-Town-Aktivist und bat mich, auf der Konferenz (19.11. – 21.11.2010) in Hannover mit manomama vertreten zu sein, weil das “so sehr passen” würde.

Meine Neugierde war geweckt: was eigentlich ist die Transition-Town-Bewegung? Nach einem Wochenende Einlesen in das Thema würde ich sagen: eine sinnvolle, tolle und notwendige Bewegung. Im Rahmen der Transision Town Bewegung proben seit 2006 Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen in vielen Städten und Gemeinden der Welt den geplanten Übergang in eine postfossile, relokalisierte Wirtschaft. Sprich: weg von Erdöl und Globalisierung, hin zu alternativen, regenerativen Energien und Regionalisierung.  Zusammen wollen die Aktivisten eine Energie- und Kulturwende herbeiführen und damit Problemen wie Klimawandel und Erdölverknappung entgegenwirken. Ein echtes “think global, act lokal”. (Mit diesem Wissen nun, weiß ich auch, warum Stefanie manomama für “sowas von transision” bezeichnet ;-) ).

Diese Bewegung, initiiert von Rob Hopkins, entstand aus der Befürchtung, dass nationale Politik in Bezug auf Klima und Energie nicht durchgreifend genug sein wird. Sehen wir die bisherigen Klimakonferenzen und ihre beschämende Ergebnislosigkeit, blicken wir auf die Ölkathastrophen auf der Welt und rollende Castoren in unserem Land und vergessen wir nicht zuletzt die menschliche, ausbeuterische Misere, die die Globalisierung in den letzten Jahren mitsichbrachte und -bringt, erscheint mir das Transition Town Movement weniger als Zukunftsmusik. Vielmehr ist es ein notwendiger Schritt in eine nachhaltige neue Zeit.

Mich hat der Tipp in Sachen Transition Town Movement sehr inspiriert und weiter zum Nachdenken gebracht. Vielleicht bringt er euch ebenso dazu, in einer ruhigen Minute über unsere Zukunt nachzudenken und Ideen zu entwickeln, wie wir es schaffen können.

Liebe Grüße
Sina

 

Globalisierung? Wenn’s von hier kommt! :-)

Mittwoch, 18. August 2010 10 Kommentare »
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“Jeden Sonntag auf Augsburg, und freitags zurück” – ich kann mich gut erinnern, wie mein Opa erzählte, dass er, kurz nach dem Krieg, zu Fuß von seinem Heimatort Raustetten bis nach Neusäss (rund 60 km) gelaufen ist, um dort im Sägewerk zu helfen. Solange, bis das eigene wieder funktionsfähig war und die örtliche Produktion erneut begann. Meine Oma stärkte die ganze Familie mit Deftigem aus der eigenen Dorfwirtschaft.

Damals schien die Welt noch “in Ordnung”: produziert wurde, wo konsumiert wurde. Ein bisschen mehr als benötigt. “Schließlich braucht es jeden Tag ein kleinen Luxus!” waren die Worte meines Opas. Einmal im Jahr auch ein großer: da bestellte er den Juwelier ins Haus und meine Oma durfte sich “ebbs Scheas” aussuchen. Warum ich das erzähle? Weil ich erinnern möchte, dass in der Zeit, in der Globalisierung noch nicht erfunden war, auch schon gut gelebt wurde. Vielleicht sogar besser.
Das Sägewerk dient heute noch zur Selbstversorgung aus dem eigenen Wald. Meine Tante führt die Dorfwirtschaft weiter. Sie bietet, wie einst meine Oma und deren Mutter, auf der Karte, was die selbst bewirtschafteten Flächen hergibt: Gemüse aus dem eigenen Garten, Wurst- und Fleischwaren (vom gemeinen Hausschwein bis hin zu edlem Wild), Forellen aus dem Weiher, Eier von den Hennen hinterm Sägewerk, Backwaren mit Getreide von verpachteten Feldern. Einzig Milchprodukte wurden schon immer vom Nachbarhof geholt.

“Do koa edrzeit a Kriag kimma, os passiert nix!”, ist selbst die Rede meiner Mutter. Und sie hat recht: diese radikale Lokalisierung bringt viel Arbeit und wenig Bequemes, schafft dafür absolute Unabhängigkeit – und Freiheit.

Heute schieben wir derartigen Lifestyle in die Schiene einer verklärten “Sozial-Romantik” und das steht unserer hochtechnisierten, modernen und entwickelten Gesellschaft nicht (mehr). Ginge ja auch gar nicht, werden rationale Geister argumentieren. Stimmt auch. Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder nahezu selbstversorgerisch handeln würde, auf dem Wochenmarkt seine Überschüsse und Selbstgebasteltes darböte? Sind doch viel zu viele Menschen, die versorgt werden müssten. Richtig ist, dass deutlich mehr Menschen versorgt werden müssen. Richtig ist aber auch, dass Ansprüche weit über ein gutes Leben hinaus gestillt werden müssen. Das geht nicht mehr wie vor 60 Jahren. Der Teufelskreis aus stetig wachsendem Konsumansprüchen und unternehmerischer Profitgier ist geboren: Firmen lagern Knowhow und Werkzeuge in Billiglohnländer, um das Lechzen nach erschwinglichem Neuen der Binnenkonsumenten zu befriedigen, und fahren nebenbei nicht mehr erklärbare Gewinne ein.

Ich bringe hier gerne das Beispiel eines Fernsehers: Der Bruder meines Vaters war Radio- und Fernsehtechniker. Noch vor 20 Jahren war ein TV eine Reparatur wert. Zahlreiche Marken wie Metz, Grundig und Loewe produzierten damals ausschließlich in Deutschland. Aufgrund des hohen Anschaffungspreises rechnete sich eine Reparatur.

Heute wird ein LCD-Super-Cinema-Display keine zwei Jahre später ausgetauscht. Gegen einen neuen, noch besseren mit 4 cm mehr Diagonale. Aber: wird davon das Programm besser? Nein. Außer dem steten Wachsen des Edelschrottbergs ändert sich nichts.

Würde dieser Fernseher wieder hier produziert – radikal regional – hätten wir längere Produktzykluslaufzeiten, dafür aber einen abnehmenden Elektroschrottberg. Und: Wir schafften Arbeitsplätze in zweifacher Hinsicht: in der Produktion und – weil er einen anderen Preis hat – im Service. Mein Onkel wäre nicht mehr – wie die letzten 12 Jahre – arbeitslos.

Die Manager-Generation Überraschungsei (Spiel, Spass & Spannung) hat in den letzten Jahren etwas geschafft, was mir erst heute durch das Telefonat mit einem Wollhändler, der sein Geschäft seit 60 Jahren betreibt, deutlich bewusst wurde: wir bezahlen vierfach für die Globalisierung. Wir bezahlen für die Auslagerung von KnowHow in ferne Länder, weil wir in unserem Land versäumten, in Bildung zu investieren. Wie bezahlen ausbeuterische Arbeitsbedingungen mit einem (hoffentlich) schlechten Gewissen. Wir bezahlen schadstoffbelastete Produkte (die in den Herstellungsländern völlig legal erstellt sind) mit unserer Gesundheit. Neu hinzugekommen heute: wir bezahlen Rohwaren zweimal. Wir kaufen am Herstellungsort billigste Wolle, gerne pestizid- und zeckenmittelverseucht, und haben bei uns zu Hause ökologische Wolle im Übermaß. Aber: wir können unsere Rohware nicht nutzen. Weil die Infrastruktur verloren gegangen ist. Weil es niemanden gibt, der die Rohware hier aufbereitet.

“Ach, da müssten sie einen LKW zu den ganzen Schäferlein schicken, die Wolle einsammeln…des dauert ja schon ewig…dann gibt’s hier niemanden mehr, der die Ware aufbereitet, müssten sie ins Ausland gehen…wieder zurück…ach…des lohnt sich nicht… Schaun’s…In meiner Firma schleusen zwei Leute 3,8 Millionen Tonnen Wolle weltweit pro Jahr durch…. so können sie hier noch überleben… Vom Auftragseingang bis zum fertigen Walkstoff vergeht ein Anruf in Südamerika und 28 Tage später ist in Bremen des Schiff da…”, erzählt mit der Wollhändler ohne Punkt und Komma. “Und was machen wir hier bitte mit der ökologischen Wolle?”, frage ich ihn. “Ach, am besten, sollen die die Viecher abschaffen…braucht kein Mensch….”. Wertvolle, saubere, ökologisch einwandfreie Rohwaren als Konsequenz der Globalisierung einfach verrotten lassen? Das kann und will ich nicht akzeptieren. Diese Arroganz müssten unsere Kinder bezahlen.

Wenn wir jetzt beginnen, regionale, ökologisch vereinbare Produkte des täglichen Bedarfs zu kaufen, werden diese teurer sein. Teurer, weil wir nun nach Jahren des Überflusses und der “Geiz-ist-geil”-Mentalität gefordert sind, diese fehlende regionale wirtschaftliche Infrastruktur wieder mit aufzubauen. Darüber hinaus widerspiegeln sich im Preis faire Löhne. Der Weg zur radikalen Regionalität wird sicherlich nicht einfach, aber er wird sich lohnen: Wir werden mehr Transparenz, Sicherheit, Gesundheit und länger Freude am Gekauften erhalten. Klingt altbacken, ist aber der Schlüssel für eine echte Zukunft.

Mit der Zeit gehen, ist nicht mir ihr zu gehen, ist ein berühmtes Zitat. Ich möchte es um meine persönliche Erkenntnis ergänzen: Wir müssen wieder einen Schritt zurückgehen, um wirklich voranzukommen.

Eure Sina

Frauenquote? Familienquote!

Freitag, 09. Juli 2010 11 Kommentare »
Abgelegt unter Allerlei, Zukunftsmusik

Mein Mann Stefan (auf Twitter @golf_wolf) hat gestern eine intensive Diskussion mit einigen Mitgliedern (meist kinderlose Karrieristen – was bitte nicht negativ zu werten ist) in einem Forum gehabt. Es ging um Frauenquoten in Unternehmen. Was er schrieb hat mich tief bewegt. Weil es stimmt. Und weil ich es toll finde, solch einen Mann an meiner Seite zu haben.

“Frauenquote? Das brauchen wir nicht. Ich lass mal bewusst den Terminus Frau aus der Diskussion raus, weil für mich die Diskussion Kind oder Job nicht primär vom Geschlecht abhängig ist.

Ich schreibe nicht Kind oder Karriere, denn das, was ich bei den berufstätigen Familienvätern und -müttern in meinem Umfeld erlebe, ist nicht Karriere machen, sondern Sicherung des Lebensunterhalts. Egal, wer von Beiden sich dafür entscheidet zugunsten der Kinderbetreuung aus dem Job auszuscheiden, hat anschließend Probleme, wieder einen zu bekommen und sei es nur, weil ihm/ihr das Stigma des zu Hausegebliebenen anhaftet. “Das könnte der/die ja nochmal machen. Was ist wenn die Kinder krank werden…? ” denkt sich da der Personalverantwortliche und stellt lieber den Single-Mann ein.

Die goldenen Zeiten, als der Durchschnittsverdiener von der Ausbildung bis zur Rente im selben Betrieb arbeiten konnte und somit mit einer hohen Sicherheit für das Auskommen der Familie sorgen konnte sind in Zeiten des sog. Humankapitals leider auch vorbei. Frauen oder Männer, die sich daher entschliessen, ihren Job nicht zugunsten des Hausfrauen/männer-Daseins aufzugeben, machen dies nicht, weil sie “karrieregeil” sind, sondern weil sie die Wahrscheinlichkeit verdoppeln, dass das Haushaltseinkommen nicht durch staatliche Transferleistungen bestritten wird.

Die Forderung an Eltern zugunsten von Erwerbstätigkeit auf Kinder zu verzichten ist volkswirtschaftlich und gesellschaftspolitisch extrem kurzsichtig. Auf der einen Seite sollen staatliche Hilfsleistungen für Nichterwerbstätige radikal gekürzt werden, auf der anderen Seite sollen gut ausgebildete Erwerbstätige sich ebenfalls unter den staatlichen Rettungsschirm flüchten, weil sie gefälligst zuhause bei Ihren Kindern zu bleiben haben. Die Rente zahlt dann wer ?

Ich glaube bei den meisten ist noch gar nicht angekommen, dass die Kinder die Zukunft unserer Gesellschaft darstellen. Und diese sollten, wenn möglich, als Vorbild Eltern haben, die sich in einer modernen Arbeitswelt zurechtfinden und nicht einem Familienideal aus den Wirtschaftswunderzeiten nachhängen.

Wir brauchen keine Quote, die Rahmenbedingungen für Erziehende müssen verbessert werden. Das geht im Kindergartenalter los, im dem berufstätige Eltern, die nicht in einem Ballungsraum wohnen, zwischen den Betreuungsplätzen Ihrer Kinder gut und gerne wöchentlich 400 km zurücklegen. Das setzt sich in der Grundschule fort, die ja selten länger als bis 11.00 Uhr dauert und mit Ferienzeiten aufwartete, die durch Berufstätige nur dadurch aufgefangen werden könnene, dass beide Ihren Urlaub getrennt voneinander nehmen.

Die wenigen vorbildlichen Unternehmen, die familienfreundliche Rahmenbedingungen für Ihre Mitarbeiter schaffen, können wir an den Fingern einer Hand abzählen. Die meisten machen nur das Nötigste, damit sie bei der CSR keine Abzüge in der B-Note bekommen. Lieber baut man ein SOS-Kinderdorf in Guatemala, als einen Betriebskindergarten. Da ist dann der “Impact” in Punkto PR grösser – schon klar.

Und bevor sich diese Rahmenbedingungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen nicht verbessern, brauchen wir uns meines Erachtens über eine Frauenquote keine Gedanken machen.”

Weltverbesserer No. 1 ist…

Samstag, 22. Mai 2010 17 Kommentare »
Abgelegt unter Rund um manomama-Produkte, Zukunftsmusik

Eure Hilfe ist gefragt: Wir suchen Menschen, die in deinen Augen Weltverbesserer Nr. 1 sind. Wer ist es für Dich? Schreibt uns einfach einen Kommentar…


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