Archiv für die Kategorie ‘Rund um manomama-Produkte’

Echte Ideale sind tragbar.

Montag, 17. Oktober 2011 8 Kommentare »
Abgelegt unter Rund um manomama-Produkte, Sinas private Gedanken

Mein gestriger Blogeintrag zum Thema “Echte Ideale – Danke kik!” hat euch ziemlich bewegt – wie mich. Und weil viele von euch fragten, drucken wir euch gerne ein T-Shirt mit (Dank meinen Satzzeichensicheren Followern haben wir auch gleich den Grammatikfehler, der im Original steckt, ausgemerzt). Wir bitten euch, eure Shirts bis spätestens Donnerstag, 20.10. zu bestellen, damit wir das noch rechtzeitig zu meinem Termin (wo ich plante und plane, das Ding zu tragen) mit Produktion und Druck hinbekommen. Und ja, wir würden uns riesig freuen, wenn wir auf unserer Facebook-Seite ein Foto von euch postet. Let’s rock & rebell – mit echten Idealen.

Herren-Shirt "Echte Ideale"

Damen-Shirt "Echte Ideale"

Damen-Shirt "Echte Ideale"

 

Eure Sina
Um zu bestellen, einfach auf das gewünschte Bild oben klicken! ;)

Schmucke Teile – aus Augsburg!

Kurz nach neun abends. Früher haben Selbstständige keine Zeit. Umso entspannter war gestern Abend unser Shooting. Wen ich vor der Linse hatte? Tatatata – manomama prowdly presents: meine Goldschmiedefamilie. Patrick Bartel – mit Papa, Schwester, Frau und Nachwuchs. Drei Generationen betreiben die Alte Silberschmiede in Augsburg. Jene Manufaktur, mit der wir ab heute sauberen Schmuck herstellen.

Tja, aber was genau ist sauber? Eigentlich wollte ich unbedingt – war klar – fairtrade Silber. Völlig unverständlich sieht mich Patrick an und sagt: „Wieso das denn?“ „Weil das sauber ist. Ordentliche Abbaubedingungen, faire Löhne“, erwidere ich. „Aber ökologisch ist was anderes!“, erklärt mir Patrick. Und er hat recht: Um feinen Silberschmuck herstellen zu können, ist faitrade Silber heutzutage Nonsens. Nur sehr wenig wird davon abgebaut, man kann fast von einem Monopol sprechen. Die Ware ist dann nicht in die Regelkreisläufe einfliessbar, weil Scheideanstalten sonst ihre Zertifizierungen verlören. „Ah, wegen den dummen ISO-Dingern also sollten wir kein fairtrade Silber verwenden“, frage ich fast etwas verärgert. „Nein,“ sagt Patrick. „Das ist nur Nebeninfo“. In erster Linie brauchen wir überhaupt kein neues Metall abzubauen. „Die heutige Generation ist die der Erbenden. Sie tragen in Unmengen altes Silberbesteck und Ähnliches zurück in Scheideanstalten. Lass uns recyceltes Silber nehmen. So schädigen wir durch erneuten Abbau überhaupt keine Umwelt und sichern Arbeitsplätze in den deutschen Scheideanstalten!“ Klingt so einfach wie einleuchtend. Und auch unsere Scheideanstalt freut sich, dass die Alte Silberschmiede ihnen für das Projekt treu bleibt. Dürfen sie auch, schließlich verwenden sie keinerlei „frisches Material“. Ausschließlich Altsilber legieren sie neu. Ein geschlossener Recyclingkreislauf, Nachhaltigkeit at its best.

Auch bei unseren Lederarmbändern gehen wir neue Wege: Dass das Leder vegetabil gegerbt, aus Bayern, unbehandelt etc. ist, wisst ihr sicherlich. Dass wir Leder, damit es sich angenehm auf der Haut trägt und Schweiß abkann, kaschieren mit naturbelassenem, weichem, pflanzlich gegerbten Futterleder, ist neu. Und wie bringen wir die beiden „Lappen“ zusammen? Konventionell würde sich nun ein 2-Komponenten-Kleber oder irgendein PU-Kunststoff-Klebstoff freuen (übrigens auch im Biobereich!). Aber nicht bei uns: Wir haben lange getestet, wie wir das Zeug auf das Leder bekommen und dann beide zusammen. Es hält – mit Naturlatex aus der Bioplantage. Schluss um mit einem Baumwollzwirn sauber vernäht und fertig ist das erste ökosoziale Schmuckstück, manufactured in Augsburg.

Wir wünschen euch viel Freude mit unserer kleinen, aber feinen Startkollektion, rund um Armbänder. Alle Modelle sind gleichermaßen für Männer wie Frauen geeignet und sehen wirklich toll aus: eine verspielte „ewige Acht“ als Zeichen für Nachhaltigkeit, oder – für klassische Designliebhaber – unsere Plate. Aber erschreckt nicht: Wir sparen nicht am Material. Damit ihr „massive“ Freude an eurer neuen Handgelenkszierde habt.

Hier gehts direkt zu unserer ersten Augsburger Schmuckkollektion: http://www.manomama.de/kollektion/schmuck

Eure Sina & euer Patrick

P.S.:
Wenn ihr es noch nicht macht, folgt doch der Alten Silberschmiede auf Facebook. Die können noch viel mehr…. http://www.facebook.com/die.alte.silberschmiede

Zurück in die Zukunft.

Es war Janina, die lavita-Moderatorin des Bayerischen Rundfunks, die mit mir in einer Drehpause neben der Schwenkstanze einen Kaffee trank und mit „Stanzabfällen“ herumspielte. „Was macht ihr eigentlich mit dem restlichen Leder, wenn die Taschen ausgestanzt sind? Und diese Streifen da, wenn ihr die großen Taschenteile ausschneidet? Für eine zweite Tasche reicht es ja nicht und für einen Gürtel ist es zu kurz. Hm?“ fragte sie mich. „Momentan sammeln“, erwiderte ich. „Das Leder ist viel zu kostbar, es wegzuschmeißen!“. „Warum macht ihr daraus nicht schicken Schmuck?“ fragte sie und Kameramann Raimund unterbrach uns. Es ging weiter.

Frau Anners Feingefühl für Formen ist es zu verdanken, dass unsere Schmuckstücke toll aussehen: sie nämlich kümmert sich seit Jahren um den Formenbau und die Wachsteilherstellung.

Am Abend in einer ruhigen Minute saß ich auf der Terrasse und erinnerte mich an Janinas Idee. Warum eigentlich nicht?, fragte ich mich und entwickelte erste Ideen. Zeichenblock und Bleistift. Drei Stunden später stand das Konzept, und ich wusste an diesem Abend noch nicht, wie gut die Idee eigentlich war.

„Na endlich rufen Sie an“, erzählt die Stimme am anderen Ende der Leitung. Die Stimme gehört Patrick, Goldschmid und Inhaber der Alten Silberschmiede in Augsburg. Die nämlich ist mir eingefallen, als ich darüber nachdachte, wer in der Region mir helfen kann in Sachen Schmuck.

Was viele nicht wissen: Augsburg war, neben der Textilhochburg im vergangenen Jahrtausend, auch Weltstadt der Gold- und Silberschmiede. Zu Zeiten der Fugger und Welser. Lange her also. Lange her ist auch der Glanz, den man mit diesem Handwerk in Augsburg verbindet. Dem Press- und Stanz-Schmuck aus asiatischer Massenproduktion (verzeiht, aber so ist es nun mal) sei Dank.

Goldschmidmeister Schneider gibt unseren Kollektionsteilen den letzten Feinschliff. Jedes einzelne wird händisch fertiggestellt.

„Vor zwei Jahren haben meine Schwester und ich die Alte Silberschmiede von meinen Eltern übernommen. Viele Außenstehende sagten: „Patrick, jetzt habt ihr die Möglichkeit, euch freizuschwimmen. Haut die Werkstatt  weg, schließt die Gießerei und macht‘ euer Geld mit modernem Trendschmuck!“ Aber das war es für mich einfach nicht. Wenn ich meinen Vater, mittlerweile 70, in der Werkstatt sehe, dann sehe ich ein Erbe, das wir weitertragen müssen. Und möchten.

Ich glaube an Handwerk, und ich glaube ebenso daran, dass es irgendwann wieder eine Chance bekommt auf dem breiteren Markt. Ich möchte nämlich nicht meine 7 Goldschmiede nach Hause schicken. Ich möchte, dass sie ihr Handwerk ausführen und weitertragen!“ erzählt Patrick mit fester Stimme und voller Überzeugung.

Solche Sätze kommen mir bekannt vor. Handwerk stützen, Menschen einen sichere Arbeitsplatz schaffen, der ihnen Spaß bereitet. Man braucht keine große Phantasie, um zu wissen, dass dieses Gespräch die Stunde null für uns beide war. Gleichzeitig der Beginn für die erste kleine, aber feine Schmuckkollektion von manomama und der Alten Silberschmiede.

Während ich euch diese Geschichte hier schreibe, ist Patrick bei seinen Meistern in der Werkstatt und legt noch mal die Feile an. Damit unsere beiden ersten Modelle nächste Woche richtig glänzen. Seid gespannt!

 

“Zackeldi, a guatr Fadn”

In Bayern, genauer gesagt, in Buttenheim bei Bamberg, begann einst der Siegeszug der Jeans. Levi Strauss erfand hier die Jeans. Die Ur-Jeans. Die robuste Arbeiterhose hat sich im Laufe der vergangenen 150 Jahre zu einem Fashion-Musthave entwickelt. Heute sind Jeans tagtäglicher Begleiter – aber auch aufgrund der „Veredelungen“ – so ziemlich das schädlichste Textil, was man herstellen und tragen kann.

„Wir bringens wieder heim“ ist ja mein Motto. Und wir haben es wieder nach Hause gebracht: die Jeans. Aber von vorne. Vor ziemlich genau 9 Monaten habe ich begonnen, alles in die Wege zu leiten, um wieder eine Ur-Jeans produzieren zu können. Das aber ist gar nicht so einfach. Allein einen Weber zu finden, der meine Anforderungen erfüllen kann, war fast ein Ding der Unmöglichkeit. Überall, wo ich fragte, hieß es: „Nein, geht nicht. Nein, können wir nicht machen, nein ohne die (modernen) Mittel können wir nicht weben!“. Und gestern sind dennoch die ersten Meter komplett unbehandelten Denims vom Webstuhl gegangen. Ohne Schlichtungsmittel, was man beim Weben unbedingt bräuchte. Ohne zusätzliche Appreturen, die das Garn robuster machten. (Wir haben schlichtweg Zwirn zum Weben genommen, der stabiler ist). Kurz: ich hab‘ die Profis gefunden, die alte Webtechniken auf einer neuen Maschine noch beherrschen. Im Museum nämlich. Ja, unsere Jeans kommt aus dem Textilmuseum in Augsburg. Gewoben von sehr erfahrenen Webmeistern, einige davon schon längst in Rente. Diese Herren haben mir gestern gezeigt, dass es geht.

„Des machma scho“, sagt Arthur, einer der Webmeister, immer. Oder „Des kriag ma scho“. Und er hat bis heute stets Recht behalten. „Zackeldi, die Kette dreht wia Sau!“ ruft Herr Thoma und schnell eilen die beiden anderen Weber hinzu. Zu dritt wird geschlagen und geknüpft, gezupft und gebürstelt. Und dann liegt sie wieder, die Kette. Arthur dreht sich zu mir und – richtig – „sag i doch, des kriag ma scho!“.

Und dann läuft er, der Webstuhl. Völlig fasziniert stehe ich auf der andern Seite des Stuhls und sehe zu, wie Millimeter für Millimeter eine 3-1-Köper, die klassische Denim-Webknüpfung entsteht. „Mir genga jetzt in Pause“, winkt mir Herr Thoma zu und lädt mich auch auf eine Tasse Kaffee ein. „Moment, und wenn da ein Faden bricht?“, frage ich. „Des Garn is guat, des bricht ned“, erwidert er mir und verabschiedet sich mit einem Lächeln in den Pausenraum.

„Das Garn ist gut“ denke ich bei mir, und muss lachen. Was war das für eine Anstrengung. Garner hier zu finden ist machbar, aber Zwirner? Heute wird in Deutschland, wenn überhaupt, nur noch Polyester verzwirnt. Keiner der Zwirnereien hat Lust, die „staubige“ Naturfaser im gleichen Raum zu verzwirnen, schließlich saut man sich die gesamte Charge Polyester ein. Ich machte mich auf die Suche. Zwischendrin wollte ich sogar mit Arthur „handeln“. „Können wir nicht ein Garn verweben, muss es unbedingt ein Zwirn sein?“ (Anm.: Ein Zwirn ist sind zwei stark in sich gedrehte Garne) „Nein.“ Kurz und bündig war seine Antwort. In Sachen Qualität macht Arthur nämlich keinerlei Kompromisse. Schließlich soll sie langlebig sein. Und so fand ich nach weiteren Monaten den Zwirner, der, wie Herr Thoma feststellte: „Zackeldi, a guatr Fadn“ war.

Tja, und der „gute Faden“ ging gestern zum ersten Mal durch den Greifer. Die ersten 7 Meter haben wir abgewoben, abgenommen – und ich war völlig überrascht. Das, was ich in der Hand hielt, war ein 100% ökologischer, angenehmer, griffiger Stoff, ohne jegliche Hilfsmittel und Appreturen. Das, was ich in der Hand hielt, hat so überhaupt nichts mit dem zu tun, was wir heute in Sachen Jeans tragen. Meine Überraschung hat Arthur gesehen, kam zu mir und grinste: „Des, was da hosch, is a Stoff. Des, was mir tragn, is von vornherein a kaputter Fetzn.“ Und er hat Recht. Und: so soll es bleiben. Dieser Stoff wird so verarbeitet, wie er ist: weder gebleicht, noch stonewashed, gebimst oder sandgestrahlt. Er wird nicht geäzt oder nachgefärbt, gelaugt oder gekocht. Es wird eine Jeans, die zwei Geschichten hat: die ihre, und im Laufe der Jahre, die ihr sie tragt, die eure.

Liebe Grüße
Sina

100% öko. 0% Abfall.

Mittwoch, 15. Dezember 2010 Keine Kommentare »
Abgelegt unter Rund um manomama-Produkte

Heute am 15. Dezember haben wir in unserem Adventskalender unter www.gruenegeschenke.de unser allererstes, 100%iges Recyling-Produkt: ein Organimal. Der Stoff für unser Kuschelkissentier ist 100% kba-Biobaumwollsweat und zumeist aus dem Verschnitt der Kleiderherstellung. Wiederum der Rest vom Zuschnitt unser Organimals® haben wir gesammelt und zur Wiederaufbereitung gegeben: daraus entstand 100% ökologische Baumwoll-Reißwolle. Und so haben wir den Kreislauf geschlossen:

Viel Freude damit,
eure Sina


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