Archiv für die Kategorie ‘Menschen für manomama’

Ihr müsst euch nicht entschuldigen!

Freitag, 16. April 2010 10 Kommentare »
Abgelegt unter Hinter den Kulissen, Menschen für manomama

Wir wollen Jobs schaffen – soweit kein Geheimnis. Auch dass wir gerade Frauen bzw. Mütter oder Menschen, die es besonders schwer haben, wieder ins Berufsleben bringen wollen, haben wir von Anfang an gesagt. Wir kannten Geschichten, die das Leben schreibt, ohne große Hoffnung auf ein Happy End. Aber was wir in der letzten Woche erlebt haben, das hätten nicht mal wir zu (alb-)träumen gewagt.

Weit über 250 Näherinnen haben sich seit dem Zeitungsartikel letzte Woche (vielen Dank an die Augsburger Allgemeine) telefonisch bei uns beworben. Weil wir jedem, der in Frage kommt, eine Chance bieten wollen, haben wir alleine in dieser Woche 40 Bewerberinnen kennengelernt. Die meisten von ihnen teilen nach korrektem Amtsdeutsch ein Schicksal: multiple Vermittlungshemmnisse. Wir haben Frauen kennengelernt, die mit über 50 Jahren sowohl Lebens- als auch Berufserfahrung nachweisen können, die sie zu Top-Mitarbeitern machen sollte, die sich dann mit Tränen in den Augen dafür entschuldigen, dass sie ein paar Jahre aus dem Job waren, weil sie vier Kinder groß gezogen haben. Natürlich kennt man solche Geschichten vom Hörensagen. Wenn einem dann aber plötzlich eine verschüchtere Frau gegenübersteht, eine Frau, die kein Gefühl mehr dafür hat, dass sie, ihre Arbeitsleistung und ihre Erfahrung so unheimlich viel Wert sein können, wenn diese Frau dann noch sagt, dass das Arbeitsamt ja auch einen Teil ihres Gehalts übernehmen würde, wenn man ihr nur eine Chance gäbe – ja dann steht auch das manomama-Team sprachlos schluckend da und fragt sich, wie es so weit kommen konnte.

Letzte Woche fragte uns eine Dame am Telefon “Was sind sie denn für wahnsinnige Leute?”. Muss sich eine Frau als schwer vermittelbar abstempeln lassen, weil sie einen guten Job als Mutter gemacht hat? Kann man sich Respekt nur über Arbeitsleistung verdienen? Da muss die Frage erlaubt sein, was oder wer hier wahnsinnig ist….

Man könnte jetzt darüber fachsimpeln, ob hier Politiker, Job-Center-Berater oder Programme ihren Job nicht gut machen, man kann aber auch einfach die Ärmel hochkrempeln, Aufträge ranschaffen und diesen Frauen zeigen, dass sie noch so unheimlich viel Wert sind und wir sie brauchen. Genau das tun wir. Aber seid euch sicher, wir wissen ganz genau, dass wir das nur tun können, weil ihr uns so unterstützt. Weil ihr gemeinsam mit uns an so etwas Wahnsinniges glaubt. Danke an euch da draußen und danke an die vielen, vielen Frauen, die den Mut aufbrachten und sich bei uns beworben haben. Wir sind überwältigt. Ein Gefühl, das anhält.

Der Platzhalter.

An dieser Stelle sollte eigentlich ein Blogeintrag stehen, aber es gibt Dinge, die uns wichtiger sind.

Beispielsweise auch in den letzten 24 Stunden dafür zu sorgen, dass manomama noch besser wird.

Beispielsweise mit allen 80 Näherinnen, die sich heute telefonisch bei uns beworben haben, zu sprechen. Ihnen zuzuhören und ihnen zu sagen, dass sie wichtig sind.

Beispielsweise in den Endzügen im größten Stress einfach mal rund ums Klavier zu stehen, Sina zuzuhören und zu wissen, warum wir das alles tun. Weils an der Zeit ist. Weils gut ist.

Bis morgen.

Kathrin von der Front

Haut ist dein größtes Organ.

sandra_frank

Wir erzählen euch immer wieder davon, dass wir gesunde Kleidung anbieten, die eure Haut lieben wird. Höchste Zeit mal darüber zu sprechen, was so unter die Haut geht. Und weil wir die Fachthemen lieber Menschen überlassen, die sich damit auskennen, haben wir Sandra Frank, Heilpraktikerin und klassische Homöopathin, um ihre Meinung gebeten.

“Wir leben in einer sehr optisch orientierten Zeit. Die Werbung und viele Plakate suggerieren uns, dass wir ein entsprechendes Aussehen benötigen um erfolgreich und beliebt zu werden. Unser Hautbild sollte makellos und unser Gesicht faltenlos sein. Aus diesem Grunde werden Hautausschläge oft mit Cremes behandelt, Warzen weggeätzt und Muttermale entfernt. Vieles ist möglich und wenn ich Haut eben nur als Haut betrachte auch nicht weiter schlimm. Was geschieht aber, wenn ich mir meine Haut mal etwas genauer betrachte?

Schon alleine von der Fläche ist die Haut das größte Organ unseres Körpers. Zudem ist sie als Hülle, die Verbindung zu unserer Umwelt. Viele Einflüsse nehmen wir über die Haut auf. Doch wie oft denken wir darüber nach, wenn wir uns z.Bsp. ein Kleidungsstück kaufen?

Über die Haut atmen wir, nehmen Stoffe auf, geben Stoffe ab. Die Haut birgt ein Netzwerk energetischer Lebensbahnen und Energiepunkte. Sie dient zur Abgrenzung und zum Schutz, als Berührungs- und Kontaktorgan, zur Atmung, zur Ausscheidung und  vor allem als Reinigungsorgan.

Wenn wir die Bedeutung der Haut zur Umwelt betrachten, müssen wir uns erst einmal überlegen, wie wir mit der Haut umgehen. Wenn wir die Haut mit Creme überhäufen, wie soll sie sich dann noch selbst fetten können, wenn wir unsere Haut mit Synthetik und künstlichen Stoffen bedecken, wie soll sie gut atmen können, wenn wir unsere Haut mit sämtlichen Zusatzstoffen reinigen, desinfizieren und versuchen jeden Keim abzutöten, wie soll unsere Hautmilieu gesund bleiben?

Kleidung ist das, was jeden Tag ununterbrochen unsere Haut berührt. Sie kennen bestimmt das Sprichwort: “Kleider machen Leute”. Und da sind die Industrie und die Mode sehr erfinderisch. Immer neue Textilien werden hergestellt und mit immer mehr Chemikalien versetzt, um die gewünschten Trageeigenschaften zu erreichen. Natur ist schon lange nicht mehr pur. Wer weiß schon, was eine Naturfaser und was eine Chemiefaser ist. So viele neue Namen zieren die Etiketten der Kleidung, da kann man ganz schön durcheinander kommen. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Stoffe und Textilien in irgendeiner Weise behandelt sind. Dabei kommen vielfältige Chemikalien zum Einsatz, welche Aussehen, vor allem aber auch Eigenschaften der Naturware erheblich verändern. Dies führt nachweislich zu einer Belastung der Umwelt und auch die gesundheitliche Unbedenklichkeit wurde schon vielfach diskutiert. Doch genügt es nicht Probleme nur zu diskutieren, in solchen Fällen ist es wichtig, sich zu informieren, Firmen zu suchen, die qualitativ hochwertige Materialien verwenden, die Stoffe nicht bleichen, keine Heißfärbeverfahren einsetzen und, und und, zusammengefasst eben alles so schonend wie nur möglich behandeln.

Doch das ist erst einmal der Blick von außen. Um den Blick nach innen zu richten, braucht es ein etwas tieferes Verständnis von unserer Haut zu allen anderen Organen oder besser gesagt von der Haut zum Menschen.

Nun stellen Sie sich bitte einmal vor, ein Hautausschlag wäre nur ein äußeres Zeichen einer inneren Störung. Kompliziert? Nein, eigentlich nicht. Dr. Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, hat schon vor ca. 250 Jahren erkannt, dass wir Krankheiten nicht nur isoliert betrachten dürfen, sondern immer in der Gesamtheit sehen sollten. Dieses Vorgehen ist auch bei Erkrankungen der Haut angebracht. Wenn wir den Hautausschlag nur isoliert betrachten, können wir ihn gerne mit Creme behandeln, wenn wir aber überlegen warum der Ausschlag da ist, wodurch er entstand, welche Einflüsse Ihn begünstigen oder verbessern, wann der Juckreiz am schlimmsten ist, wie wir auf den Juckreiz reagieren oder oder, oder…, dann erkennen wir ganz schnell eigene individuelle Unterschiede zu anderen Menschen mit Hauterkrankung. Dann kristallisieren sich ganz schnell eigene Vorgehensweisen, eigene Auslöser, eigene Vorerkrankungen oder Probleme hervor. Dann werden wir bemerken, dass trotz vieler Ähnlichkeiten zu anderen Menschen mit Hauterkrankungen die Symptomatik doch eine eigene ist, nämlich die unseres Körpers. Stellen Sie sich des weiteren vor, dass unser Körper durch die Haut die Möglichkeit hat ein, nennen wir es einmal Ungleichgewicht, nach außen zu transportieren, weg von den lebenswichtigen Organen, weg von Herz, Lunge oder Niere, eben auf ein Organ, dass für den Körper relativ ungefährlich ist, und deshalb ein sehr großes Ausscheidungsorgan darstellt. Wäre es dann nicht völlig unangebracht das äußere Zeichen mit Creme wegzubehandeln und die innere Störung zu lassen.

Wäre es nicht ungleich gefährlicher wenn wir die Problematik nicht mehr sehen, die Ursache für die Problematik aber noch da ist. Vergleichen Sie es doch bitte einmal mit einer schwarzen Kobra auf  einem Bett  mit einem weißen Lacken. Die Kobra ist da, unangenehm, störend, drohend, aber ich kann gut beobachten was sie macht. Wenn wir jetzt einen Warnschuss abgeben und die Kobra sich unter dam Bett versteckt sehen wir sie zwar nicht mehr, aber deswegen ist sie noch lange nicht verschwunden, sondern ihre Gefährlichkeit hat zugenommen, weil uns die Möglichkeit der Beobachtung fehlt.

So ähnlich sollten wir Hauterkrankungen verstehen. Es nützt nichts die Kobra nur zu verscheuchen, denn dann wird sie irgendwann an einer anderen Stelle zubeißen. Es hilft aber ungemein die Kobra zu fangen und so die Ursache zu beseitigen. So können wir einen Hautausschlag z.B. mit homöopathischen Mittel von innen behandeln, damit das innere Ungleichgewicht reguliert wird und die äußere Manifestation auf der Haut heilen kann. Vor allem aber können wir alle ein Bewusstsein dafür entwickeln, was unsere Haut täglich leistet und sie entsprechend schonend behandeln – zum Beispiel durch gesunde Kleidung.”

Im Zeichen der Blüte

Sonntag, 04. April 2010 1 Kommentar »
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manomama_keyvisual

Aus einer Blüte wird eine Frucht – als Zeichen der Kraft und des natürlichen Wachstums wird diese wundervolle “fliederfarbene” Mandelblüte künftig einen prominenten Stellenwert in der manomama-Kommunikation erhalten. Und wer kam auf diese tolle Idee und hat den Moment für uns festgehalten? Tausend Dank, lieber Josh von Staudach ( @joshvonstaudach ) – und vorallem freue ich mich, dieses symbolkräftige Bild künftig täglich in unserer Produktion auf 2 Meter x 2 Meter zu sehen. #ichliebees

Übrigens: Auf unserer Eröffnungsfeier am 10.04. könnt ihr weitere wundervolle Momentaufnahmen von Josh sichten – sie sind ausgestellt in den Produktionsräumen. Also einfach vorbeikommen und staunen: www.twtvite.com/gloise/

“Das kann durchaus ein Erfolg werden”

Samstag, 03. April 2010 Keine Kommentare »
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liekweg

…und wieder war es “mein” Web 2.0. Ich erhielt eine Nachricht, ob ich noch “Unterstützung textilen KnowHows” benötigen könne. Lange nachdenken musste ich nicht: als ehemaliger Werber stand ich wohl in Sachen textilem Know-How am unteren Ende der Wissenskette. Dass ich dann die Ehre hatte und auch habe, Erste-Hand-Informationen zu erfahren und unendlich aufschlussreiche Gespräche mit einer äußerst humorvollen und sehr erfahrenen Branchengröße zu führen, hat selbst mich schlichtweg geplättet.

In unserem ersten Gespräch habe ich viel zugehört und ihn anschließend gefragt, ob er sich vorstellen könne, dass mein Vorhaben funktioniere: “Das kann durchaus ein Erfolg werden”, sagte er: Professor Dieter Liekweg, FH-Dekan und Leiter des Studiengangs Bekleidungstechnik an der FH Albstadt-Sigmaringen.

Wo sehen Sie die Zukunft der Textilindustrie?
Prof. Liekweg: Der Verbrauch von Textilien ist seit Jahren recht konstant. In Krisenzeiten wird häufig der Kauf von Großkonfektion (Mäntel, Anzüge usw.) einfach um ein Jahr verschoben, während modische Artikel im mittleren, aber auch im hochpreisigen Bereich weiterhin gekauft werden.

Werden in Zukunft Energie/Transportkosten bei der industriellen Fertigung von Textilien ein entscheidender Standortvorteil sein. Minimierung von Transportwegen, Produktion nahe beim Verbraucher?
Prof. Liekweg: Die Herstellung von Bekleidung hat sich der Automatisierung und der Fertigung durch Roboter mit Erfolg entzogen. Der hohe manuelle Aufwand, vor allem im Bereich der Näherei, führte zur Verlagerung in kostengünstigere Regionen, mit Stundenlöhnen, die oft bei 10% der hiesigen Löhne liegen. Es ist zu erwarten, das insbesondere bei Massenartikeln, die zum Teil recht hohe Fertigungszeiten haben, sich die derzeitige Situation kaum verändert. Bei modischen Artikeln, oder bei Produkten, die vom Kunden mitgestaltet werden, ist eine Produktion in Verbrauchernähe von großem Vorteil. Auch kleine Stückzahlen, die nur mit hohen Kosten im Ausland gefertigt werden können, können in hiesigen Betrieben durchaus mit Erfolg gefertigt werden.

Sehen Sie bei Textilien einen ähnlichen Trend der Identifikation mit regionalen Produkten wie er heute schon bei Lebensmitteln stattfindet?
Prof. Liekweg:
Eine Identifikation mit Bekleidungsstücken aus der Region bedarf sich viel Information und Aufklärung und ist sicher nicht von einem Tag zum anderen möglich. Die gestiegene Aufmerksamkeit gegenüber Pestiziden in der Bekleidung und Allergien gegen chemische Substanzen in der Bekleidung kann sicher die Forderung nach transparenten Herstellverfahren unterstützen.

Welchen Vorteil sehen sie bezüglich der Textilbranche am Standort Deutschland (Kompetenz, Qualitätsmentalität)?
Prof. Liekweg: Die Qualität eines Kleidungsstückes, das heißt das Maß der Erfüllung der Erwartungen und Wünsche des Kunden an sein neues Kleidungsstück, ist ein wichtiges Argument. Der Kauf eines Kleidungsstückes erfolgt sehr häufig impulsiv, die kurzfristige Anfertigung ist ebenso ein entscheidendes Argument.

Lieber Professor Liekweg,
ich möchte Ihnen für Ihre Unterstützung meinen Dank aussprechen. Und freue mich schon sehr auf Ende April… wenn Sie mir das Nähen in Augsburg beibringen (meine Handarbeitslehrerin hat es nicht geschafft).

Ihre Sina Trinkwalder


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