
Wir erzählen euch immer wieder davon, dass wir gesunde Kleidung anbieten, die eure Haut lieben wird. Höchste Zeit mal darüber zu sprechen, was so unter die Haut geht. Und weil wir die Fachthemen lieber Menschen überlassen, die sich damit auskennen, haben wir Sandra Frank, Heilpraktikerin und klassische Homöopathin, um ihre Meinung gebeten.
“Wir leben in einer sehr optisch orientierten Zeit. Die Werbung und viele Plakate suggerieren uns, dass wir ein entsprechendes Aussehen benötigen um erfolgreich und beliebt zu werden. Unser Hautbild sollte makellos und unser Gesicht faltenlos sein. Aus diesem Grunde werden Hautausschläge oft mit Cremes behandelt, Warzen weggeätzt und Muttermale entfernt. Vieles ist möglich und wenn ich Haut eben nur als Haut betrachte auch nicht weiter schlimm. Was geschieht aber, wenn ich mir meine Haut mal etwas genauer betrachte?
Schon alleine von der Fläche ist die Haut das größte Organ unseres Körpers. Zudem ist sie als Hülle, die Verbindung zu unserer Umwelt. Viele Einflüsse nehmen wir über die Haut auf. Doch wie oft denken wir darüber nach, wenn wir uns z.Bsp. ein Kleidungsstück kaufen?
Über die Haut atmen wir, nehmen Stoffe auf, geben Stoffe ab. Die Haut birgt ein Netzwerk energetischer Lebensbahnen und Energiepunkte. Sie dient zur Abgrenzung und zum Schutz, als Berührungs- und Kontaktorgan, zur Atmung, zur Ausscheidung und vor allem als Reinigungsorgan.
Wenn wir die Bedeutung der Haut zur Umwelt betrachten, müssen wir uns erst einmal überlegen, wie wir mit der Haut umgehen. Wenn wir die Haut mit Creme überhäufen, wie soll sie sich dann noch selbst fetten können, wenn wir unsere Haut mit Synthetik und künstlichen Stoffen bedecken, wie soll sie gut atmen können, wenn wir unsere Haut mit sämtlichen Zusatzstoffen reinigen, desinfizieren und versuchen jeden Keim abzutöten, wie soll unsere Hautmilieu gesund bleiben?
Kleidung ist das, was jeden Tag ununterbrochen unsere Haut berührt. Sie kennen bestimmt das Sprichwort: “Kleider machen Leute”. Und da sind die Industrie und die Mode sehr erfinderisch. Immer neue Textilien werden hergestellt und mit immer mehr Chemikalien versetzt, um die gewünschten Trageeigenschaften zu erreichen. Natur ist schon lange nicht mehr pur. Wer weiß schon, was eine Naturfaser und was eine Chemiefaser ist. So viele neue Namen zieren die Etiketten der Kleidung, da kann man ganz schön durcheinander kommen. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Stoffe und Textilien in irgendeiner Weise behandelt sind. Dabei kommen vielfältige Chemikalien zum Einsatz, welche Aussehen, vor allem aber auch Eigenschaften der Naturware erheblich verändern. Dies führt nachweislich zu einer Belastung der Umwelt und auch die gesundheitliche Unbedenklichkeit wurde schon vielfach diskutiert. Doch genügt es nicht Probleme nur zu diskutieren, in solchen Fällen ist es wichtig, sich zu informieren, Firmen zu suchen, die qualitativ hochwertige Materialien verwenden, die Stoffe nicht bleichen, keine Heißfärbeverfahren einsetzen und, und und, zusammengefasst eben alles so schonend wie nur möglich behandeln.
Doch das ist erst einmal der Blick von außen. Um den Blick nach innen zu richten, braucht es ein etwas tieferes Verständnis von unserer Haut zu allen anderen Organen oder besser gesagt von der Haut zum Menschen.
Nun stellen Sie sich bitte einmal vor, ein Hautausschlag wäre nur ein äußeres Zeichen einer inneren Störung. Kompliziert? Nein, eigentlich nicht. Dr. Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, hat schon vor ca. 250 Jahren erkannt, dass wir Krankheiten nicht nur isoliert betrachten dürfen, sondern immer in der Gesamtheit sehen sollten. Dieses Vorgehen ist auch bei Erkrankungen der Haut angebracht. Wenn wir den Hautausschlag nur isoliert betrachten, können wir ihn gerne mit Creme behandeln, wenn wir aber überlegen warum der Ausschlag da ist, wodurch er entstand, welche Einflüsse Ihn begünstigen oder verbessern, wann der Juckreiz am schlimmsten ist, wie wir auf den Juckreiz reagieren oder oder, oder…, dann erkennen wir ganz schnell eigene individuelle Unterschiede zu anderen Menschen mit Hauterkrankung. Dann kristallisieren sich ganz schnell eigene Vorgehensweisen, eigene Auslöser, eigene Vorerkrankungen oder Probleme hervor. Dann werden wir bemerken, dass trotz vieler Ähnlichkeiten zu anderen Menschen mit Hauterkrankungen die Symptomatik doch eine eigene ist, nämlich die unseres Körpers. Stellen Sie sich des weiteren vor, dass unser Körper durch die Haut die Möglichkeit hat ein, nennen wir es einmal Ungleichgewicht, nach außen zu transportieren, weg von den lebenswichtigen Organen, weg von Herz, Lunge oder Niere, eben auf ein Organ, dass für den Körper relativ ungefährlich ist, und deshalb ein sehr großes Ausscheidungsorgan darstellt. Wäre es dann nicht völlig unangebracht das äußere Zeichen mit Creme wegzubehandeln und die innere Störung zu lassen.
Wäre es nicht ungleich gefährlicher wenn wir die Problematik nicht mehr sehen, die Ursache für die Problematik aber noch da ist. Vergleichen Sie es doch bitte einmal mit einer schwarzen Kobra auf einem Bett mit einem weißen Lacken. Die Kobra ist da, unangenehm, störend, drohend, aber ich kann gut beobachten was sie macht. Wenn wir jetzt einen Warnschuss abgeben und die Kobra sich unter dam Bett versteckt sehen wir sie zwar nicht mehr, aber deswegen ist sie noch lange nicht verschwunden, sondern ihre Gefährlichkeit hat zugenommen, weil uns die Möglichkeit der Beobachtung fehlt.
So ähnlich sollten wir Hauterkrankungen verstehen. Es nützt nichts die Kobra nur zu verscheuchen, denn dann wird sie irgendwann an einer anderen Stelle zubeißen. Es hilft aber ungemein die Kobra zu fangen und so die Ursache zu beseitigen. So können wir einen Hautausschlag z.B. mit homöopathischen Mittel von innen behandeln, damit das innere Ungleichgewicht reguliert wird und die äußere Manifestation auf der Haut heilen kann. Vor allem aber können wir alle ein Bewusstsein dafür entwickeln, was unsere Haut täglich leistet und sie entsprechend schonend behandeln – zum Beispiel durch gesunde Kleidung.”