Archiv für die Kategorie ‘Menschen bei manomama’

“Aber muss ja!”

Donnerstag, 22. April 2010 3 Kommentare »
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“Es ist kein Fehler, einen zu begehen. Einen erkannten nicht zu korrigieren, ist der Fehler.” Das war immer der Spruch, den meine Azubis von mir hörten. Heute habe ich ihn mir selbst sagen müssen.

Doch der Reihe nach. Als Prof. Liekweg mich heute Nähmethoden lehrte, wurde schnell klar, dass auch ich, so sehr ich es mir auch wünsche, nicht alles sofort beherrsche. Geklappt hat es am Ende doch. Im gesamten eher schlecht, dafür recht gut mit dem Schnellnäher. Weil ich diese Maschine kannte. Auf dieser das Nähen probierte (gelernt habe möchte ich nicht sagen :-) ). Eigentlich war ich nicht wirklich stolz auf das gesamte Shirt, vielmehr aber auf das in meinen Augen perfekt sitzende Einfassband. Und genau in dem Moment fiel mir es wie Schuppen von den Augen:

Meine Idee war, jede meiner Näherinnen ein ganzes Kleidungsstück machen zu lassen. Das aber bedeutet, dass sie mit unterschiedlichsten Maschinen arbeiten müssen. Moderne, hochkomplexe Maschinen, die in der Zeit, in denen meine Damen nicht im Berufsleben standen, deutlich an Komplexität und Schnelligkeit gewannen. Diesen gegenüber historische Exoten für Spezialnähte. Ein breites Spektrum also, das nötig ist, um ein manomama-Produkt zu nähen. Ein zu breites Spektrum für meine Näher/innen. Weil es ihnen Sicherheit nimmt. Sicherheit, die so sehr wichtig ist, wenn man wieder in den Beruf einsteigt. Weil es ihnen Erfolgserlebnisse nimmt. Die Momente der Zufriedenheit, die man braucht, um mit der Arbeit, die man verrichtet, glücklich zu sein. Mehrmals habe ich diese Woche erlebt, dass eine Dame exzellente Industrienähte setze und beim allerletzten Feinschliff das Kleid schlicht “verhunzte”.

Dieses Erlebnis heute ließ mir keine Ruhe. Weit nach Tagesschau rief ich eben jene Frau an, die ihren täglichen Kampf mit dem Ripsband hat und sagte: “Wäre es Dir eigentlich lieber, wenn Du nur Säuberungsnähte machen würdest?” Enttäuschte Worte hätte ich erwartet, aber es kam anders: “Wie früher? Das heißt, ich kann künftig die Finger von dem Band lassen? Das wäre prima. Weißt, dieses Gepfriemelte ist eigentlich nichts für mich. Ich schäme mich auch immer, wenn ich es nicht ordentlich hineinbekomme. Aber muss ja!”

Nein, muss nicht. Muss überhaupt nicht. Es muss ein anständiges, hochwertiges Bekleidungsstück sein. Und es muss meinen Mädels Freude machen, es zu produzieren. Mit meiner Idee aber überforderte ich diejendigen, denen ich eigentlich Wertschätzung zukommen lassen wollte.

Eine Idee kann man formen und umgestalten, Menschen hingegen muss man nehmen, wie sie sind. Und das werden wir tun. Wir werden die Verantwortung eines Stücks verteilen, auf mehrere Schultern, auf ein Team.

“Warum habt ihr mir das nicht von Beginn an gesagt, dass ihr die Arbeit aufteilen möchtet”, habe ich weiter gefragt. “Ich kann nur für mich sprechen”, sagte sie. “Lieber alles nähen. Als nichts!”

Wir werden alles nähen. In Teams. #istnunmalso

Eure Sina

Lustig war doch das Werberleben…

Montag, 19. April 2010 4 Kommentare »
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…ja fahriafahriaho. Bei mir klängen letzer musikalischer Lückenfüller eher nach “oohhhaaaahhhriaho!” Die erste Woche manomama ist vorbei und ich ertappe mich, ganz heimlich still und leise, mir die Vorzüge meines ehemaligen Werberlebens zurückzuwünschen: im Vergleich zu dem, was hier um mich herum geschieht, war es “dolce vita pura” – das blanke süße Leben.

Entspanntes Brainstorming im Kreise “kreativer” Kaffeetrinker wich einem Zwischen-Tür-und-Angel-Telefonieren und gleichzeitigem Anweisen der Näherinnen. Das regenerative strategische Sinnen wurde ersetzt durch mich in Teilen bis zur Weißglut bringende Pfrimeleinfädeln hochkomplexer Saummaschinen. Selbst das Agenturmittagessen – meine ehemals heilige Zeit – wird tagtäglich durch Produktionsrückfragen, Lieferantenanfragen und Vertriebsrückrufen “entweiht”. Am schlimmsten jedoch: meine heißgeliebten Stelzen, meine hochhackigen Schuhe wichen schon am Tag 3 bequemen Sneakers. Ich bin hart im Nehmen, aber 9203 Schritte, davon rund 1/3 Treppen, laufe nicht einmal ich in Pumps. Überhaupt braucht es einen sicheren, guten Stand, wenn man stundenlang an der Bandmaschine Stoffe schneidet. Dann merkt man zumindest seine Füße nicht, es reicht, wenn dir all die anderen Knochen klappern. Die Kontaktlinsen wichen am Tag 4, denn: spätestens nach 3 Stunden angestrengten Nähens bröseln sie dir trocken aus den Augen. Manche nehmen sie vorher schon heraus, da die Flusen und Fussel dir bereits nach kurzer Zeit die Sicht nehmen.

Warum ich all diese Arbeiten mache?
Weil ich wissen möchte, wie es geht und wie lange es geht. Weil ich nach jeder “Station”, die ich einen Tag lang innehielt wusste, warum meine Frauen “nur Teilzeit” arbeiten möchten. Weil es ein Knochenjob ist, egal ob Zuschneiden, Nähen, Bügeln oder Verpacken.

Warum ich euch all dies erzähle?
Weil in den nächsten Tagen die ersten Päckchen herausgehen. Weil ich mir wünsche, dass ihr die Bekleidung in Ehren haltet. Und im Internet ein Dankeschön an all jene hinterlasst, die es für euch gefertigt haben. Sie haben es verdient.

Die Fachfrau onTour.

Samstag, 17. April 2010 Keine Kommentare »
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Unsere Manomamas sind eine kunterbunte Mischung. Viele kommen aus ganz anderen Berufssparten und sind “einfach” dabei, weil sie an die gute Sache dahinter glauben. Heute dürfen wir euch aber eine echte Fachfrau aus der Branche vorstellen, die wir für uns gewinnen konnten.

Regina ist quirlig und stilsicher – und hat ein 1/4 Jahrhundert Berufserfahrung. Als selbständige Qualitätsprüferin weiß sie genau, welchen Ansprüchen sich Öko-Textilien zu stellen haben und kennt als Expertin für Auslandsfertigung die Bedingungen und Umständige konventioneller Produktion in Europa und Asien in- und auswendig. “Nachhaltigkeit und öko-soziale Lebensweise sind keine vorübergehenden Trends mehr, sondern eine Notwendigkeit, die ebenso klar wie beinahe selbstverständlich ist.” Das ist ihre Überzeugung.

“Als unersättliche Beobachterin findet man mich gerne beim kreativen Gestalten in meinem eigenen kleinen Atelier oder als begeisterte Gastgeberin in der Küche. Diese Leidenschaften und Überzeugungen einmal mit meinem Beruf verbinden zu können, war im letzten Jahr mein größter Wunsch. Als Manomama fällt mir das nun quasi vor die Füße. Da konnte ich nicht lange zögern.”

Das i-Tüpfelchen: Regina ist Farb- und Stilberaterin, wovon nicht mehr nur ihr Freundeskreis profitiert, sondern in Zukunft auch die Gäste auf Ihren Mitmachtreffs.

Wer mit Regina einen Mitmachtreff im Raum Hamburg veranstalten möchte, kann ihr gerne eine Mail schreiben unter regina.besche@manomama.de.

Hamburg ist nicht deine Stadt, aber du möchtest ebenso einen Mitmachtreff besuchen? Dann schreibe uns an mitmachtreff@manomama.de – wir helfen Dir dabei. Mitmachtreff gerne, aber aktiv als Manomama? Wir suchen in ganz Deutschland Verstärkung, die unsere Idee wachsen lassen. Mach mit uns bewerbe Dich bei uns unter eigenvermarktung@manomama.de.

Mamamia Manopapa.

Donnerstag, 15. April 2010 Keine Kommentare »
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Wir sagten euch sehr früh, dass wir unsere Manomamas sehr gerne auch auf Manopapas ausweiten möchten, dass es so schnell gehen würde, dachten wir allerdings nicht. Hier ist er: unser allererster Manopapa. Andy meldete sich bereits weit vor Start bei uns und sagte “Ja, ich will! Nein: ich muss auch dabei sein.”

“Ich glaube einfach fest daran, dass manomama ein riesiger Erfolg wird. Da möchte ich gerne von Anfang an dabei sein. Ausschlaggebend war für mich, dass die Beratung im Mittelpunkt steht und ich finde es einfach cool, Mode nach eigenen Farbvorstellungen zu erstellen” sagt der gelernte Industriemechaniker, der momentan nochmal die Schulbank drückt, um sich seinen Meistertitel und den Betriebswirt zu erarbeiten. Der halbe Engländer arbeitet nebenbei auch noch als Rettungssanitäter, sportelt fleißig und war beruflich schon viel im Ausland unterwegs – zuletzt in Mumbai. Wir freuen uns riesig, dass wir ein solches Multitalent in den Reihen unserer Manomamas und -papas willkommen heißen dürfen.

Ihr wollt Andy im Raum Augsburg zu einem Mitmachtreff einladen? Dann schreibt ihm einfach eine eMail an andreas.wecker@manomama.de. Du bist in einer anderen Ecke Deutschlands und möchtest auf einen Mitmachtreff? Dann schreibt uns eine eMail an mitmachtreff@manomama.de.

Nur einen Mitmachtreff zu veranstalten ist dir zu wenig? Du willst selbst Manomama oder Manopapa werden? Dann bewerbe Dich bei uns: eigenvermarktung@manomama.de – Mitte Juni werden wir unsere manomama-Familie vergrößern und freuen uns über jeden, der uns unterstützen möchte.

Eine Liebeserklärung der besonderen Art.

Donnerstag, 08. April 2010 6 Kommentare »
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miri

“Gell, des ist richtig gut geworden!” – Stolz und voller Selbstvertrauen stand eine 15jährige am ersten Tag ihres Grafikpraktikums vor mir, zeigte mir ein Layout zum Weglaufen und sprachs. 6 Jahre später sitzt sie nun an meiner Stelle und ist für die Auszubildenden bei @dplusc zuständig: meine Miri (Der Form halber:  Miriam Braunmiller, auf Twitter unter @sunflower225 zu finden).

Was aber macht Miriam bei manomama – wohlgemerkt in ihrer “Freizeit”? Das, was sie auch in der Werbeagentur macht: schlichtweg alles. Es gibt nichts, was Miriam nicht kann. Dinge, die sie noch nicht kann, lernt sie. Ein Allounder mit Hang zur Perfektion. Diese Eigenart macht uns zu Pech und Schwefel: gemeinsam immer weiter. In nächtelangen Schichten entstand so die Website, Kommuniktationsunterlagen und Manomama-Material. Wenns brannte und brennt, hilft sie löschen. Wann und wo fragt sie nicht. Sie macht. Und sie macht es exzellent.

Wenn wir beide heute in der Küche einen Kaffee trinken, müssen wir oft schmunzeln. “Immer wieder denke ich daran, wie mein Handy klingelte, Du (Sina) dran warst und mir von deiner ultimativen Idee erzähltest, die du nicht ohne mich anstossen würdest”, sagt Miriam. “Im ersten Moment hab’ ich mich gefragt, warum da vorher noch niemand drauf gekommen ist. Heute, Monate später und um vieles Hintergrundwissen reicher, weiß ich warum”, grinst sie.

Miriam war meine erste Auszubildende. Und mein erstes “Opfer”, als es darum ging, manomama zu starten.  Mit Leib und Seele dabei wird Miri künftig nicht nur hinter den Kulissen werkeln, sondern als “Botschafterin für eine bessere Welt”, als Manomama also, im Augsburger Raum touren.

Liebe Miri,
ich hoffe, Dir nie ein Arbeitszeugnis schreiben zu müssen, Das nämlich bedeutete, du würdest gehen. Viel lieber – wie eben geschehen – eine Liebeserklärung der besondern Art. Danke für alles!

Wenn Ihr Lust habt, mit Miriam einen manomama-Mitmach-Treff in Augsburg und Umgebung zu machen, dann schreibt ihr doch einfach eine Mail unter miriam.braunmiller@manomama.de . manomama-Mitmachtreff gerne, aber ihr wohnt nicht in Augsburg? Schreibt uns an mitmachtreff@manomama.de – wir helfen euch weiter.

Die Idee gefällt euch selbst, eine Manomama zu werden, gerne auch männlich, dann bewerbt euch doch unter eigenvermarktung@manomama.de . Gemeinsam bekommen wir unsere Idee groß.


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