Archiv für die Kategorie ‘Grüne Gedanken’

Wenn unsere Kinder wüßten…

Donnerstag, 05. November 2009 1 Kommentar »
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Energie verfliegt schnell!

Sonntag, 01. November 2009 5 Kommentare »
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manager

Es kam an, ich habe es ausgepackt und losgelegt. “Öko” von Peter Unfried. Darin schildert der taz-Macher seine Verwandlung von der “Umweltsau” zum nachhaltigen Paulus. Die ersten Seiten begleitete ich twitternd mit “lesenswert”, am Schluss war es ein “nett”. Warum?  Weil wahrscheinlich allein mehr Ressourcen verbraucht wurden, um das Buch zu verlegen, als er jemals einsparen könnte, wenn er nicht mehr jährlich nach Kalifornien flöge. (Ha, und das Buch ist nicht einmal auf FSC-zertifiziertem Papier gedruckt!).
Spass beiseite - das Buch hatte neben vielem Blabla zumindest etwas Gutes: Ich dachte darüber nach, wie ich eigentlich zum LOHAS wurde. Oder besser gesagt, zu einem Verfechter öko-sozialer Nachhaltigkeit.

Dass die Geburt meines Sohnes einer der Gründe war, sollte nunmehr euch fleißigen Lesern meines Blogs bekannt sein. Das allein jedoch war nur Faisör, um innerhalb der familiären Lebensumstände einiges zu ändern. Die Vollbremse zu ziehen, mich um 180 Grad zu drehen und neu zu startet - mit manomama - hatte in erster Linie keinen “grünen” Grund. Es hatte einen sozialen. Am besten kann ich dies an einem Beispiel erklären:

Viele unserer Kunden, gerade die Beschäftigten im mittleren und gehobenen Management, unterstreichen Ihre Wichtigkeit, indem sie mit monatlich “heruntergerissenen” Flugmeilen prahlen. Mit anderem könnten sie ja nicht angeben, wird in dieser Ebene schon lange nicht mehr “operativ” gearbeitet (Anm.: Das wundert meist auch unsere Kunden, dass in unserer Agentur selbst die Geschäftsführer noch programmieren bzw. Pixel schubsen). Überall, wo sie gebraucht werden, und auch nicht, wird kurzerhand für unsinnige 2 Stunden Meeting und anschließendem Essen hingeflogen. Der Limo-Service pickt die hohen Herren auf und bringt sie in das exklusive 5-Sterne-Hotel am anderen Ende der Stadt. Derweil hätte sie niemand am Ort benötigt.

Und das war der Grund, der mich gedreht hat: Mir ging es in erster Linie nicht um die zig Tonnen CO², die die Herren und Damen sinnlos in die Atmosphäre pusten, um beim nächsten Manager-Board zu sein, mir ging es in erster Linie um die zahlreichen Arbeiter, ganz unten in der Hierarchie, die diesen Wahnsinn finanzieren müssen. Zwei Monate lang habe ich einen Manager genau unter die Lupe genommen und verfolgt, wohin er überall fliegt und was er dort mit seiner Anwesenheit bewirkt. Die Energie-Bilanz ist verheerend:  In diesen zwei Monaten müssten ungefähr 71.000 Euro Flugkosten angelaufen sein und nachhaltig gearbeitet hat er: nichts. Einfach nichts. Er war da. Schön.

Als ich diese 71.000 Euro zuzüglich einer zweifachen Ausführung seines hochdekorierten Monatsgehalts von geschätzten 15.000 pro Monat (ohne Boni versteht sich!) auf die Leistung der Arbeiter verteilte, war schlichtweg Schluss bei mir und es hat “klick” gemacht: Die Belegschaft ganz unten muss sich für kleinste Löhne krumm und buckelig schutteln, um eben erwähnten Ebene ein Gesprächsthema zu liefern: “Wie behalte ich die Senator-Card?”.

Hinzukommt die Tatsache, dass in einer Krisenzeit nicht der Vielflieger seinen Platz verliert, es sind jene, die die Gehälter für Vorstandsebenen und Boards, für Management-Lines und Entscheider-Gremien erwirtschaften.

Und das unterstütze ich nicht mehr. Nicht als Unternehmer. Nicht mehr als Konsument und nicht als Mensch.

Denn das Gute liegt so nah…

Donnerstag, 15. Oktober 2009 10 Kommentare »
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bad09

Heute ist Blog Action Day 2009 zum Thema Klimawandel. Grund für mich, ein paar Gedanken zum Thema Regionalität und Klimaschutz zu schreiben, um gemeinsam einen Klimawandel anzustoßen: den gesellschaftlichen.

Wir kaufen uns mit CO2-Ausgleichszahlungen für unseren Urlaub - Inselhopping in Indonesien - frei. Wir verschicken unsere Päckchen mit DHL Green des guten Gewissens wegen. Wir fahren einen Hybrid-Porsche, weil hybrid ja von Haus aus grün scheint. Dies alles des Klimawandels wegen. Alle angeführten Beispiele sind jedoch größtenteils nichts anderes als Freikaufen. Wir ändern nichts an unserem Verhalten, sondern bezahlen für das Prädikat “grün und nachhaltig”. Deshalb drängt sich auch zahlreichen Menschen der Verdacht auf, nur wer Geld hat, kann “grün” sein. Das aber ist nicht “grün”, wir zahlen “grün”.

Klimaschutz durch Klimawandel
Um unser Klima nachhaltig zu schützen benötigen wir einen Klimawandel. Einen gesellschaftlichen. Wir müssen erkennen, dass bei aller Globalisierung und vernetzten Welt einer der Lösungen in der eigenen Region liegt. Und dies ist unabhängig von Geld und gesellschaftlichem Stand.

Eine Lösung steckt in Kinderschuhen
Ich habe versucht, einfach einmal eine Relations-Rechnung aufzustellen, um zu zeigen, wie nachhaltig ein regionales Produkt sein kann. Und wie klimaschützend Socken. Baby-Socken zum Beispiel:

Der Unterschied zwischen konventioneller Babysocke (Wolle aus Neuseeland, Spinnerei und Färbung in der Türkei, Strick in Bulgarien und anschließend in den Verkauf nach Deutschland gebracht) und nachhaltigem Babystrumpf (Wolle, Spinnerei und Färbung direkt aus Tirol, Strick und Verkauf in Deutschland) beträgt ca. 22.000 km. Der Transport (Mix aus Schiff & LKW) schlägt sich mit ca. 200 g CO²/km zu Buche*. Allein bei einem derart kleinen, unscheinbaren Produkt lassen sich bei Produktkauf regionalem Ursprungs 4,4 Tonnen CO² einsparen.

Deshalb denkt daran, wenn ihr das nächste mal beim Einkaufen seit: Legt einen regionalen Topaz-Apfel in den Korb und verzichtet auf die thailändische Mango. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah…

*Um die CO²-Emissionen (g/km) zu errechnen, multipliziert man den EU-Mix-Verbrauch (Liter/100 km) mit dem Faktor 24 (Benziner) bzw. 27 (Diesel). Z.B.: 14 Liter mal 24 = 336 g/km (Quelle: sueddeutsche.de).

Grüne Mode ist tot.

Mittwoch, 07. Oktober 2009 10 Kommentare »
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Weshalb trägst Du grüne Mode? - Why ECO-Fashion?

Mich hat ein Stöckchen getroffen von betterandgreen-Blogger Markus Truman. Ursprung hat das Stöckchen im hessnatur-blog und wirft die Frage auf “Why Eco-Fashion? Warum trägst Du grüne Mode?”.

Die mir zugeworfene Frage kann ich nicht beantworten. Vielmehr kommt mir eine Gegenfrage in den Sinn: “Was überhaupt ist grüne Mode”? Bei näherer Betrachtung ist diese Frage berechtigt: Ist ein Bio-Baumwoll-Elasthan-Gewebe wirklich grün? Sind mit kbA-Cotton-ummantelte Polyestergarne wirklich grün? Sind konventionell hergestellte, weiß lackierte Druckknöpfe grün? Ist für uns “grün” nicht Sinnbild der reinen Natürlichkeit? 100% Natur?

Grüne Mode ist tot.
Sie gibt es nicht. Besser gesagt: nicht mehr. Vor hundert Jahren war es wohl Öko-Mode. 100% Natur. Es gab nichts anderes. Heute aber nennen wir Textilien “grün”, die es im Kern nicht sind. Und, ehrlich gesagt, nicht sein können. Der Anspruch des Konsumenten an textile Bekleidung ist heutzutage konträr zu dem, was reine “Öko-Mode” leisten könnte. In Form und Funktion. Eine Bio-Strumpfhose ohne Elasthan käme nicht einmal in die Nähe der Erwartung dessen, was der Träger an Strumpfhose kennt. Die Nähte eines mit reinem Baumwoll-Zwirn genähten Shirts hätten eine Lebensdauer, die heutzutage inakzeptabel wäre. Und Farben neben ocker, ecru und gedeckten Tönen gibt es nun mal nur synthetisch. Auch bei hess”natur”. So gilt es, einen gangbaren Mittelweg zu finden.

Es lebe neo-ökologische Mode.
Sie ist der Mittelweg zwischen Tradition und Trend, zwischen naturreinen Materialien und modernen “Hilfsmitteln”, die letztendlich dem Konsumentenanspruch der LOHAS gerecht werden, jenen Menschen, die Wert auf verantwortungsvollen Umgang mit Mensch und Natur legen, sich jedoch nicht kategorisch - wie einst radikale “Müslis” - jeglicher Moderne versperren. Ich zumindest habe noch keinen Neo-Öko erlebt, der die Nutzung eines iPhones verweigerte, nur weil das Handy plastikummantelt ist?

Und dieser Mittelweg ist der Grund, warum ich neo-ökologische Mode trage: Weil ich das Gefühl habe, dass es saubere Kleidung ist.

Ich reiche das Stöckchen weiter an Jens Arne Männig, da er mir “trotz” LOHAS das Ohr reicht und ich ihn als kritischen Geist sehr schätze. Darüber hinaus hat Eike Wenzel professionell mein Stöckchen gefangen.


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