Archiv für die Kategorie ‘Gründerzeit-Geschichten’

Der Platzhalter.

An dieser Stelle sollte eigentlich ein Blogeintrag stehen, aber es gibt Dinge, die uns wichtiger sind.

Beispielsweise auch in den letzten 24 Stunden dafür zu sorgen, dass manomama noch besser wird.

Beispielsweise mit allen 80 Näherinnen, die sich heute telefonisch bei uns beworben haben, zu sprechen. Ihnen zuzuhören und ihnen zu sagen, dass sie wichtig sind.

Beispielsweise in den Endzügen im größten Stress einfach mal rund ums Klavier zu stehen, Sina zuzuhören und zu wissen, warum wir das alles tun. Weils an der Zeit ist. Weils gut ist.

Bis morgen.

Kathrin von der Front

Vertrauen beSIEGELn.

ivn

Vertrauen ist gut und wichtig – und Siegel unterstreichen dieses Vertrauen. Wir glauben an gute, sinnvolle Siegel und wir glauben an 100%ig ökologische Bekleidung. Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir nun offizielles Mitglied im Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft e. V. – kurz iVN – werden durften.

Was heißt das konkret? Ausnahmslos sind alle unsere Stoffe aus kontrolliert biologisch angebauter Baumwolle (kbA) und nach IMO/GOTS für manomama zertifiziert. Ebenso unsere Zutaten (zum Beispiel Nähfaden, Einfassbänder, etc.), was nach den Textilrichtlinien für Öko-Bekleidung nicht einmal notwendig wäre. Auch die Färbung erfolgt nach IVN-Richtlinien.  Also alles bio, alles öko, alles korrekt – so streng man es nur nehmen kann. So entsteht 100%ige öko-soziale Bekleidung.

Einzig beim Reißverschluss haben wir keinen entsprechend zertifizierten Hersteller finden können. Wer hier einen Hersteller-Tipp für uns hat – nur her damit…

“Das kann durchaus ein Erfolg werden”

Samstag, 03. April 2010 Keine Kommentare »
Abgelegt unter Gründerzeit-Geschichten, Menschen für manomama

liekweg

…und wieder war es “mein” Web 2.0. Ich erhielt eine Nachricht, ob ich noch “Unterstützung textilen KnowHows” benötigen könne. Lange nachdenken musste ich nicht: als ehemaliger Werber stand ich wohl in Sachen textilem Know-How am unteren Ende der Wissenskette. Dass ich dann die Ehre hatte und auch habe, Erste-Hand-Informationen zu erfahren und unendlich aufschlussreiche Gespräche mit einer äußerst humorvollen und sehr erfahrenen Branchengröße zu führen, hat selbst mich schlichtweg geplättet.

In unserem ersten Gespräch habe ich viel zugehört und ihn anschließend gefragt, ob er sich vorstellen könne, dass mein Vorhaben funktioniere: “Das kann durchaus ein Erfolg werden”, sagte er: Professor Dieter Liekweg, FH-Dekan und Leiter des Studiengangs Bekleidungstechnik an der FH Albstadt-Sigmaringen.

Wo sehen Sie die Zukunft der Textilindustrie?
Prof. Liekweg: Der Verbrauch von Textilien ist seit Jahren recht konstant. In Krisenzeiten wird häufig der Kauf von Großkonfektion (Mäntel, Anzüge usw.) einfach um ein Jahr verschoben, während modische Artikel im mittleren, aber auch im hochpreisigen Bereich weiterhin gekauft werden.

Werden in Zukunft Energie/Transportkosten bei der industriellen Fertigung von Textilien ein entscheidender Standortvorteil sein. Minimierung von Transportwegen, Produktion nahe beim Verbraucher?
Prof. Liekweg: Die Herstellung von Bekleidung hat sich der Automatisierung und der Fertigung durch Roboter mit Erfolg entzogen. Der hohe manuelle Aufwand, vor allem im Bereich der Näherei, führte zur Verlagerung in kostengünstigere Regionen, mit Stundenlöhnen, die oft bei 10% der hiesigen Löhne liegen. Es ist zu erwarten, das insbesondere bei Massenartikeln, die zum Teil recht hohe Fertigungszeiten haben, sich die derzeitige Situation kaum verändert. Bei modischen Artikeln, oder bei Produkten, die vom Kunden mitgestaltet werden, ist eine Produktion in Verbrauchernähe von großem Vorteil. Auch kleine Stückzahlen, die nur mit hohen Kosten im Ausland gefertigt werden können, können in hiesigen Betrieben durchaus mit Erfolg gefertigt werden.

Sehen Sie bei Textilien einen ähnlichen Trend der Identifikation mit regionalen Produkten wie er heute schon bei Lebensmitteln stattfindet?
Prof. Liekweg:
Eine Identifikation mit Bekleidungsstücken aus der Region bedarf sich viel Information und Aufklärung und ist sicher nicht von einem Tag zum anderen möglich. Die gestiegene Aufmerksamkeit gegenüber Pestiziden in der Bekleidung und Allergien gegen chemische Substanzen in der Bekleidung kann sicher die Forderung nach transparenten Herstellverfahren unterstützen.

Welchen Vorteil sehen sie bezüglich der Textilbranche am Standort Deutschland (Kompetenz, Qualitätsmentalität)?
Prof. Liekweg: Die Qualität eines Kleidungsstückes, das heißt das Maß der Erfüllung der Erwartungen und Wünsche des Kunden an sein neues Kleidungsstück, ist ein wichtiges Argument. Der Kauf eines Kleidungsstückes erfolgt sehr häufig impulsiv, die kurzfristige Anfertigung ist ebenso ein entscheidendes Argument.

Lieber Professor Liekweg,
ich möchte Ihnen für Ihre Unterstützung meinen Dank aussprechen. Und freue mich schon sehr auf Ende April… wenn Sie mir das Nähen in Augsburg beibringen (meine Handarbeitslehrerin hat es nicht geschafft).

Ihre Sina Trinkwalder

Nichtwissen macht nichts.

Freitag, 19. März 2010 2 Kommentare »
Abgelegt unter Gründerzeit-Geschichten, Grüne Gedanken
Verdammt, was freu' ich mich.

Verdammt, was freu' ich mich.

Ich muss das jetzt loswerden, sonst freu ich mich schier tot: Als ich angetreten bin, Ökomode zu produzieren, hatte ich ja überhaupt keine Ahnung von Textil. Jetzt kann ich voller Freude behaupten: das war gut so, denn: Nichtwissen macht nichts. Warum? Weil du ausschließlich nach deiner Überzeugung handelst.

Für mich war und ist Ökomode aus 100 % biologischen Materialien (Reissverschlüsse aus recyceltem Kunststoff). Stoffe in kBa-Qualität zu bekommen, ist kein Problem. Dann aber fing es an: Etiketten, Zwirne, Garne, Vliese, Schrägbänder, Einfassbänder … Ich wusste überhaupt nicht, was man neben dem reinen Stoff braucht, um zum Beispiel ein Sweatshirt fertig nähen zu können. Mit dem Moment, wo Lena zu uns kam, wurde es mir bewusst und die große Suche ging los: nach ökologischen Zutaten. Ich dachte mir: “Mensch, es gibt doch bereits Ökolabel, die bekommen das doch auch prima hin. Sina, stell dich nicht so doof an – du hast einfach nicht gründlich genug recherchiert!”. Trotzdem blieb die Suche, am Ende sogar europaweit – erfolglos.

Gestern riss mir dann die Hutschnur: Wir brauchen dringend unsere Schrägbänder, und es musste eine Lösung her: dann machen wir diese, wie die Etiketten auch,  selbst. Ich rief meinen Weber an und orderte Popeline-Stoff, den wir nächste Woche inhouse zu Schrägbändern verarbeiten. Als er das hörte, sagte er zu mir: “Es gibt doch unzählige Hersteller von Zutaten und Zutaten konventionell sind doch erlaubt.” Wie? Nur der Stoff muss “öko” sein und der Rest ist egal, dachte ich mir. #wtf – das sei die Richtlinie für Ökomode, sagte er, aber das ist nicht meine Überzeugung, dachte ich.

Und warum ich mich heute so freue? Eben rief mein Kontakt an, der mir Bio-Bienenwachs auf meinen Baumwollstoff brachte, denn ich teste gerade Wachsjacken. Ich erzählte ihr, dass der Stoff wunderschön riecht, aber ein bisschen zu steif sei und ganz nebenbei bemerkte ich, dass ich erst noch den passenden Bio-Faden zum Nähen finden müsste. Der Faden – das war mein allerletztes Problem, denn: den Rest machen wir ja schon selbst. “Ich habe Ihnen kBA-Nähfaden, kein Problem. ” Das ist der Grund, warum ich mich so freue: eben war die Geburtsstunde von 100%iger Ökomode, wie ich es mir vorstelle.
Und nur, weil ich es nicht wusste…

“Ma muass reden mit di Laid!”

Montag, 15. Februar 2010 22 Kommentare »
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“Ma muass nur redn mit di Laid!” – ein in Bayern altbewährtes Sprichwort. Von Angesicht zu Angesicht finden sich die Lösungen, die sich vor Gericht nicht einmal denken lassen.

Dummerweise weiß ich seit heute, dass unser Markengegner bzw. seine hochdotierten Anwählte keine Lust auf Reden haben. Überhaupt keine. Unsere Bemühungen, gegenseitig eine Coexistenz der für ihn “ähnlichen” Marken (für uns übrigens überhaupt nicht!) zu erreichen, schlug er durch Stille und Ignoranz aus.

Die Frist ist zu Ende und er geht nun aufs Ganze: legt Widerspruch ein und stellt somit “manomama ” zur Disposition. Warum? Weil’s für ihn, der ja gerne prozessiert, wie seiner Markenhistorie zu entnehmen ist, scheinbar Volkssport ist, und für uns kleines Unternehmen verzeiht, auf Dauer scheiße teuer.

Nun wird es eine langwierige Sache. Wir warten wieder. Wieder auf Post. Diesmal vom europ. Markenamt. Und nun müssen wir die Sache int. Patent- und Markenanwälten übergeben. Das Geld hätten wir gerne in nachhaltig Sinnvolles gesteckt (ohne die Arbeit der Anwälte anzweifeln zu wollen :-) , aber wir haben auch beschlossen: wir lassen uns das nicht gefallen. Und wir starten: am 10.04. Unter manomama. Versprochen.

To be continued…


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