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Am langen Arm verhungern.

Dienstag, 15. Juni 2010 Keine Kommentare »
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“Respekt vor soviel Mut”, sagte Wolfgang, als ich ihm von manomama erzählte. Seit Jahrzehnten verkauft er große Webmaschinen an Webereien. Heute ist er (im Vergleich zu mir – ich bin nämlich so gut wie gar nicht mehr da ;-) ) nur noch selten auf dem Golfplatz zu sehen: “Die Zeiten haben sich völlig geändert, nebenbei verkaufe ich Finanzdienstleistungen. Anders geht es nicht!”, sagt er. Doch, denke ich, es geht anders – nur braucht es Zeit.

Zeit, die ich mir heute nahm, um meine Mission “Bringe es nach Hause” weitervoranzutreiben und den Punkt “Strickstoffproduktion” auf meiner Todo-Liste mit seinen “alten Garn-Kontakten auf der Alb” abzugleichen.

“Ja, Stricken können die hier auf der Alb wie die Weltmeister, alleine den Strickern die Rohware als Garnhersteller zu liefern, ist das Problem bei vielen!”, sagt mir die freundliche Stimme am anderen Ende der Leitung. Mir war schon bekannt, dass sich die Rohwarenpreise generell um ca. 30% erhöht haben, aber das kaum mehr Bio-Baumwolle zu bekommen sei, war mir neu.

“Nein, wir haben langfristige Lieferverträge mit der Türkei oder der Ägäis. Viele unserer hiesigen Kollegen, sofern es die nicht im letzten Jahr eh schon erwischt hat, sind mit Asien verbandelt. Nehmen sie doch mal Indien. Die haben ein Exportverbot für Baumwollfasern erlassen. Jetzt kürzlich auch einen Auslieferstopp für Garne. Und wofür das alles? Damit das schön im Land bleibt und sie ihre Textilwirtschaft schützen. Wer uns schützt, fragt niemand. Die lassen uns am langen Arm verhungern!”, fuhr er fort.

Als Kunde gesehen dachte ich immer, es wäre genau anders herum. Wir westlichen Konsumbegeisterten lassen die Menschen dort in Asien am langen Arm verhungern und nehmen für maßlosen Konsum – hauptsache billig – miserable Arbeitsbedingungen und Hungerlöhne für die Produzenten dort in Kauf.

Die Sicht des Garnherstellers hat mich verwirrt und sehr zum Nachdenken angeregt: innerhalb diesen ganzen Globalisierungsspiels beginnen die einzelnen Beteiligten jetzt, sei es durch Strafzölle, Exportstopps etc. ihre eigene Wirtschaft zu schützen. Globalisierung 1.0 war für mich, das kollaborative Zusammenarbeiten unter dem Aspekt der Kostenoptimierung. Das hier ist Globalisierung 2.0: Staatlicher Protektionismus, wenn es um den eigenen Vorteil geht. Mal salopp gesagt. Wo soll das hinführen?

Über unseren sorgenvollen Blick und soziales wie monetäres Engagement (das auch weiterhin völlig richtig ist) für die Menschen in Asien, Afrika und der Karibik haben wir eines völlig aus den Augen verloren: Dass auch in unserem direkten Umfeld Menschen unsere Hilfe brauchen.

Und das werde ich tun. Eben sind die Stoffmuster an den zertifizierten Stricker eingetütet und gehen mit der Post 250 km weiter auf die Alb. Mein Bio-Garn werde ich ebenso von dort beziehen.

“Super”, sagte ich und, weil ich schon dabei war, fügte ich hinzu: “Dann könnte ich auch gleich euer Garn an [xxx] liefern lassen zum verweben!”. “Nein, da sind Sie zu spät: Wenn Du heute kein Fett mehr auf den Rippen hast, fegt’s dich weg. [xxx] vor ungefähr 3 Monaten!”

Und da standen mir dir Tränen in den Augen. Es war Herr L., der Geschäftsführer der Weberei, der mich (damals noch als Werber) vor 6 Jahren zum ersten Mal mit einem Rundgang durch seinen riesigen Betrieb in die Textilwelt einführte und unterbewußt und unbewußt wohl “Mitschuld” an manomama war. Und ist. Nun ist es zu spät, mich mit einem Auftrag zu bedanken.

Ganz schön viel für einen Blick.

Donnerstag, 03. Juni 2010 7 Kommentare »
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Ihr habt uns in den letzten Wochen immer wieder mal darauf aufmerksam gemacht, dass man sich ganz schön ordentlich durch unsere Website wühlen müsste, um zu erfahren, was uns, was manomama ausmacht.

Entschuldigt, wir haben einfach so viel zu erzählen. Aber wir verstehen natürlich gut, dass frische oder werdende manomama-Fans eine Anlaufstelle brauchen, die ihnen kurz, knapp und knackig auf einen Blick zeigt, worum es uns geht.

Ich habe einen kleinen Text gebastelt und nun seid ihr gefragt: Was fehlt? Ist es noch zu ausführlich? Was ist unklar?

Wir sind fair und wollen, dass alle rund um manomama von ihrer Arbeit leben können. Weder verhandeln wir mit Lieferanten Niedrigstpreise, noch setzen wir unsere Mitarbeiter dem Lohndumping aus.

Wir sind sozial und möchten gerade Frauen und Mütter wieder in einen Beruf bringen, der es ihnen ermöglicht Job und Familie zu vereinbaren. Das geschieht durch flexible Arbeitszeiten und Teilzeitmodelle.

Wir sind ökologisch korrekt und gehen sorgsam mit den Rohstoffen um, mit denen wir arbeiten. Dabei erkennen wir den Wert an und schonen die Umwelt. Das zeigen wir auch durch unsere iVN-Mitgliedschaft.

Wir sind nachhaltig und nehmen uns nicht mehr als natürlich wieder nachwachsen kann. Mode, die nach einer Saison untragbar ist, gibt es bei uns nicht.

Wir glauben an die Macht der kurzen Wege und die Kraft der Region, deshalb beziehen wir alle Rohstoffe aus der nächstmöglichen (entsprechend zertifizierten) Quelle und lassen die Weiterverarbeitung und Veredelung in einem Umkreis von 250km erledigen. Die Fertigung der Kleidungsstücke erfolgt hier bei uns in Augsburg im Franzosenhof. So können wir euch nicht nur individualisierbare Bekleidung anbieten, sondern auch schnell und flexibel auf eure Wünsche reagieren, die uns wichtiger sind als Zahlen oder Daten.

1000 Dank für eure Hilfe.

Eure Kathrin

Altersarroganz ade!

“Ich starte jetzt eine Petition: “Verpflichtende Einstellung von Ü50-Jährigen, damit in Unternehmen wenigstens einer Ahnung und Erfahrung hat.”"

Das mit der Petition meinte ich nicht ernst, schließlich bin ich der Meinung, dass wir in der Wirtschaft mehr erreichen können als über den politischen Weg. Den Rest aber meinte und meine ich bitter ernst. Der Tag heute zeigt mir wieder, wie altersarrogant unsere HR-Verantwortlichen sind. In der Werbung bist du mit 35 ein altes Eisen, mit 40 freust du dich noch über ein paar Tagessätze im Beratervertrag und wenn Du mit 45 deine Schäfchen nicht im Trockenen hast, dann gehst du Baden.

In anderen Branchen ist es nicht anders. Ich erinnere mich an einen sehr guten Freund von mir. Mit 51 wurde er als erfahrener und somit teurer Entwicklungsingenier durch zwei “billige” Jung-Diplomanden ersetzt. Nein, natürlich würde man gerne weiter auf sein KnowHow setzen, schlichtweg bezahlen möchte man es nicht. Ich selbst war zu Zeiten meiner Werbeagentur noch der Meinung, Grafiker über 30 seien nicht “frisch”. Jetzt weiß ich, dass meine Denke nicht “frisch” war.

Es ist aber nicht nur das Wissen der Bestager, die sie wertvoll für Unternehmen machen, sondern – oder auch insbesondere – ihre Erfahrung und Gelassenheit.

Heute fliegt mir Neutextiler so ziemlich jedes Ding um die Ohren und ich war kurzzeitig davor, den Überblick gänzlich zu verlieren. Auch meine jungen Damenschneidermeisterinnen waren mit ihrem Latein am Ende. “Da fängt es doch erst an, interessant zu werden. Das kriegen wir schon hin!”, hingegen sagt mir Birgit. Sie sagte das nicht einfach nur, um mich zu beruhigen, sondern weil sie Erfahrung hat. Jahrelang war sie verantwortlich bei nahmhaften Modeunternehmen für den Bereich der Schnitte. Packpapier, Schere und Lineal gepackt und das Problem behoben. Mit erfahrener Gelassenheit.

Friede, die seelenruhig am Bandmesser die Konfektionsteile zuschneidet, hat sich mein Ganzes Rotieren und Verzweifeltsein nur angesehen. Kurz, bevor sie um 15.30 Feierabend machte, kam sie zu mir, sah mich an und sagte: “Nur Mut, das schaffen Sie schon. Und wenn nicht, dann haben Sie ja noch uns!” – Ist das nicht klasse? Ja, das ist es.

Liebe Personaler, hört auf, eure Altersarroganz zu pflegen. Sie verhindert, was Firmen erfolgreich macht: das gemeinsame Schaffen von junger Innovation und gelassener Erfahrung.

Das wollte ich nur mal los werden,

eure Sina

Bilder der motpa

Endlich können wir euch die Bilder der manomama-opening-party zeigen. Wir danken jedem von euch – egal ob auf den Fotos oder nicht – fürs Kommen, fürs Mitfeiern, fürs Unterstützen. 1000 Dank.

Der Start. Die Party. Der Wahnsinn.

Sonntag, 11. April 2010 1 Kommentar »
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Ihr Lieben, viele Monate haben wir darauf hingearbeitet und gestern war es dann endlich so weit: manomama wurde wahr. Mit einer gigantischen Party feierten wir die Geburt unseres Babys.

Wir zeigen euch morgen viele, viele Bilder von der Feier und erzählen euch ein wenig mehr.

Volle Kraft voraus. Mit euch. Für euch. Dank euch.

Euer manomama-Team


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