Archiv für die Kategorie ‘Gründerzeit-Geschichten’

eins|elf? Was ist eins|elf?

Donnerstag, 23. August 2012 2 Kommentare »
Abgelegt unter Gründerzeit-Geschichten, Rund um manomama-Produkte

Wir machen alles gern ein bisschen anders als andere. Deswegen fotografieren wir schon von Anfang an unsere Kreationen nicht an Models, sondern an uns selbst und unseren Freunden. Jetzt kommt auch ihr – Frauen, Männer, Kinder – mit ins Spiel: Wir wollen Bilder von euch in unseren Shirts, Hosen, Kleidern haben. Ein Teil, elf Menschen – eins|elf eben.

Ihr wollt mitmachen? Geht ganz einfach: Ihr bewerbt euch per E-Mail an einself@manomama.de, erzählt uns ein bisschen was über euch und verratet uns eure Körper- und Konfektionsgröße. Unter allen Bewerberinnen bzw. Bewerbern wählen wir 11 aus, die dann ein Teil unserer neuen Kollektion bekommen. Ihr zieht es an, stylt es so, wir ihr es am schönsten findet, und schickt uns ein wirklich schönes Foto davon, auf dem ihr und das jeweilige Kleidungsstück gut zu erkennen seid. Das Teil dürft ihr natürlich behalten!

Wen genau wir suchen – Frauen, Männer, Kinder, Mütter, Väter, Schwangere, eineiige Zwillinge, Familien mit Hund – erfahrt ihr jeweils aktuell über unsere Facebookseite und Twitter.

Wichtig: Wenn ihr nicht wollt, dass ein Foto von euch bzw. euren Kindern auf unseren Webseiten und/oder unserer Facebookseite veröffentlich wird, dann nehmt bitte nicht teil! Bei minderjährigen Bewerberinnen oder Bewerben brauchen wir auch unbedingt eine schriftliche Erlaubnis der Erziehungsberechtigten (das sollte mindestens ein eingescanntes Schreiben sein, eine E-Mail reicht uns da nicht).

Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen.

Nachtrag: Bewerbungen bitte NICHT über die Kommentare, sondern ausschließlich per E-Mail an die Adresse einself@manomama.de.

Gepostet von Alex

Ich gebs auf.

Montag, 19. September 2011 21 Kommentare »
Abgelegt unter Gründerzeit-Geschichten, Hinter den Kulissen

Ich hatte nicht mal mehr daran gedacht. Erst, als ich zum Briefkasten ging und die bayerischen Löwen, die das blau-weiße Wappen stützen, sah, fiel es mir wieder ein: „Mensch, die Antwort vom Staatskanzleichef“. Anfang September. Auf unser geführtes Gespräch Ende März. Für die Verzögerung bei der Beantwortung bäte er ums Verständnis, unterstütze mein Projekt und das verfolgte Ziel dafür ausdrücklich. Las ich. Auch, dass er die Minister für Wirtschaft und Finanzen, Zeil und Fahrenschon, bereits informiert habe und jene ausdrücklich dafür gebeten habe, sich für eine Förderung meines Projektes einzusetzen.

Ich war baff. Es klang so nach Schritt nach vorn, so „jetzt pack mas!“. Die eine Hälfte meiner Anfrage, nämlich mich in Sachen Räumen zu unterstützen, war bereits hinfällig. Ist schließlich schon ein halbes Jahr vergangen. Deshalb war die andere Hälfte, Wirtschaftsförderung umso interessanter für mich. Was ich besaß, habe ich in manomama investiert. Seit eineinhalb Jahren arbeite ich Tag und Nacht – für die Sache und ohne Salär. Meine Werbeagentur hilft, wo sie kann. Um uns herum zahlreiche Rentner und Ehrenamtliche, um unser soziales Projekt auf sichere Beine zu stellen. Ja, es geht um Geld. Weil meines einfach irgendwann endlich ist und ich auch bei allem Engagement meiner Ehrenamtlichen endlich etwas angemessen zurückgeben möchte. Zudem sind wir an einem Punkt, wo wir den nächsten großen Schritt machen könnten. Hätten können. Unser Umzug steht an. Wir brauchen neue Maschinen. Die Anfrage nach 100.000 Weihnachtsmützen war ein Segen. Die nämlich schlitterte vor Tagen bei uns ein. Weil China keine Liefergarantie geben würde bis Dezember. „Nicht der Grund, warum man manomama konsultieren sollte“, dachte ich mir. Aber meine Lieben in der Produktion sahen das ganz anders: „Sina, du spinnst. Sowas können wir nicht ablehnen. Komm, wir helfen alle zusammen, und ernähen uns weiteres Kapital für den Umzug, für neue Maschinen und neue Kollegen!“, war die einfache Erklärung meiner Näher.

Ich kann nicht noch gut an den Banker der Deutschen Bank erinnern, den ich damals in München in der Staatskanzlei im Rahmen der Land der Ideen Veranstaltung traf. „Ganz wunderbar, was Sie da machen“, sagte er zu mir, lächelte als „Schrimherr“ stolz und posierte mit mir fürs Pressefoto. „Ja, aber Geld würdet ihr uns trotzdem nicht geben“, erwiderte ich. „Stimmt“, sagte er. Nein, ich schreibe nicht, was ich mir dann dachte.

Und so dachte ich darüber nach und war überzeugt: Wir könnten sechs Wochen alle zusammenhelfen und nähen, bis die Nadeln glühen – und wir hätten Kapital für Menschen und Maschinen. Prototyp gemacht, toll fotographiert. Wir waren 40 Cent teurer als das Chinamützchen. Dafür 100% öko und regional. Wir waren, ehrlich gesagt, richtig stolz darauf, in so kurzer Zeit die richtigen Materialien zu finden und eine echt schicke Nikolausmütze auf die Beine zu stellen. Die 40 Cent haben uns nicht beunruhigt. Schließlich ist das Unternehmen ein großer Milchkonzern, gibt allein für eine Anzeige schwuppdiwupp 100.000 Euro aus. Hätten wir die Absage bekommen, dass es ihnen zu teuer ist, hätte ich das verbucht unter „die Zeit wird kommen, irgendwann werden sie merken, dass sie es teuer bezahlen werden“. Nein, die Absage war, man hätte keine guten Erfahrungen mit sozialen Unternehmen gemacht. Alles klar.

Und so saß ich heute, ehrlich zugegeben, grundpositiv gestimmt in der Regierung von Schwaben. Auf Empfehlung der bayerischen Staatskanzlei. Vorab: die beiden waren wirklich freundlich. Irgendwie auch bemüht. Glaube ich. Ich erfuhr, dass man es wirklich löblich finde, mein soziales Engagement, dass das aber mein Privatvergnügen sei. Dass es nicht vorgesehen sei, ein Unternehmen zu fördern. Die EU-Ricktlinien seien da ja auch so streng. Und: Dass unter 500.000 Euro Investition seitens des Unternehmens so überhaupt keine Förderung greife. Wunderbar, die Großen kriegen es in den Arsch geschoben, und die Kleinen fallen durch alle Raster. Wie im richtigen Leben, dachte ich mir. Und so habe ich heute beschlossen, meine Odysee an Fördermittelrecherche zu beenden. Ich habe keine Lust mehr, mich mit Politikern und deren staatsdienenden Armverlängerungen auseinanderzusetzen. Ja, und ich habe auch keine Lust mehr, schicke Prototypen zu bauen, die dann nach China als Nahtmuster gehen, und gleichzeitig der Brief an uns eingeschmissen wird, dass man mit Sozialem so schlechte Erfahrungen gemacht habe. Ich geb‘s auf.

Und kämpfe so weiter.

Liebe Grüße
Sina

Faule, gebt mal richtig Gas!

Samstag, 02. Oktober 2010 6 Kommentare »
Abgelegt unter Gründerzeit-Geschichten, Hinter den Kulissen

Ich brüte hier über dem Konzeptpapier. Ohne, geht nicht. Nicht in unserem Land. Und schon gar nicht, wenn es sich um soziale Maßnahmen handelt. Aber: ich kämpfe mich durch. Weil es so sehr Sinn macht. Weil ich möchte, dass die manomama GmbH nicht nur ein soziales Unternehmen, sondern darüber hinaus – auch ziemlich einzigartig – auch ein sozialer Projektträger wird.

Pah, Wiedereingliederungsmaßnahmen gibt es doch wie Sand am Meer, und die meisten sind sowieso nur für die „Statistik“, könntet ihr sagen. Sagte ich auch. Sage ich noch immer. Weil wir in meinen Augen schlichtweg falsch an die Sache gehen.

„Die hatte überhaupt keinen Bock zu arbeiten“, war mein ureigener Satz vor Wochen zu einer Maßnahmen anbietenden Projektkoordinatorin über eine Praktikantin. Heute schäme ich mich schlicht für diesen Satz. Weil ich nicht hinsah. Weil ich einige Wochen benötigte, um zu verstehen, was hier falsch läuft. Es geht um Frauen. Frauen, die jahrelang im Film „[Name] allein zu Hause“ die Hauptrolle spielten. Einmal in einer Maßnahme zur Wiedereingliederung drin, fängt für viele das Drama an. Sie werden ohne Rücksicht in Praktika gestopft und sollen dort fünf Tage die Woche Leistung bringen. Dass sie „richtig Gas“ geben sollen, wird diesen Frauen allen voran auch noch vom Projektträger tagtäglich indoktriniert, schließlich geht es oftmals nur darum, die Frauen aus der Statistik der staatlichen Transferleistungsempfänger zu bekommen.

Da fiel bei mir der Groschen. In erster Linie muss jede Maßnahme dem Menschen gelten. Und sonst nichts. Eine Frau, die jahrelang die Einsamkeit des Küchentischs genoss, wird von heute auf morgen in eine ihr unbekannte Arbeitswelt katapultiert. Ohne jegliches Selbstbewusstsein soll sie a) völlig teamintegriert agieren und – noch viel schlimmer b) leistungsbezogen täglich stundenlang beweisen, dass sie es leisten kann.

Am Filius habe ich gelernt, dass es die kleinen Schritte sind, die Selbstbewusstsein wachsen lassen. Vor zwei Jahren ging er nicht einmal ohne meine Hand an einer Treppe hinunter. In diesem Urlaub dagegen alleine den geländerfreien Turm von Massa Marittima eigenständig hoch. Warum? Weil wir in der Zwischenzeit viel trainiert haben und mit jedem Training den Anspruch ein Stückchen nach oben schraubten.

Und genau so muss eine Wiedereingliederungsmaßnahme aufgebaut sein. Stück für Stück den Menschen wieder in die Gesellschaft bringen. Ohne Überforderung Erfolgserlebnisse fördern und somit das für das Arbeitsleben so wichtige Selbstvertrauen aufbauen. Das Wichtigste: in künftigem Umfeld muss all das geschehen. Was bringt eine Wiedereingliederung, wenn sie unter zu Integrierenden in einem abgeschlossenen Gebäude geschieht?

Genau da möchten wir ansetzen. Künftig haben Frauen jeden Alters, egal aus welchen Gründen sie jahrelang am Arbeitsleben nicht teilnahmen, die Freiheit (und damit meine ich Freiheit!), sich langsam an ein Arbeitsumfeld zu gewöhnen. Ohne Leistungsdruck, ohne zeitliche Überforderung. Wenn sie das geschafft haben – werden sie auch den Rest schaffen: zurück ins Leben mit einer sinnvollen Beschäftigung. Das aus eigenem Antrieb. Voller Selbstvertrauen.

Sozialromantik pur? Nein. Mir ist sicher bewusst, dass es auch (wenngleich wenige) integrationsunwillige Menschen gibt, die es sich „griabig“ (so sagt man in Bayern für gemütlich) in ihrer vom Staat abhängigen Situation eingerichtet haben. Da mein Projekt aber auf Freiwilligkeit basiert, werden genau die Frauen kommen, die möchten.

Wir fangen an. Und ich wünsche mir, dass wir das schaffen.
Eure Sina

Helft uns – wir haben ‘nen Dachschaden!

Montag, 19. Juli 2010 11 Kommentare »
Abgelegt unter Gründerzeit-Geschichten

Ich gehe über den Haupteingang in Richtung Küche, schalte die Kaffeemaschine in aller Herrgottsfrüh an und sperre anschließend die Tür zur Produktion auf, um – wie immer – die Gartenmöbel herauszuholen. Die Stühle lehnen an der Wand und sind völlig verdreckt. “Welcher Saubär…” dachte ich noch, als ich Regentropfen auf meinem Kopf spürte. Nur: es war kein Regen – es ist der blanke Horrer. Das Unwetter von Freitag auf Samstag hat unserer fast 400 Jahre alten Produktionstätte gewaltig zugesetzt: Aufgrund der riesigen Wassermassen sind einige Deckenpanelen heruntergekommen und mit Ihnen Dreck, Schmutzwasser und , ach- derzeit fehlen mir die Worte.

Suley und Veri trafen ein, völlig schockiert vom Zustand: verdreckte Kinderbekleidung, durchnässte Babybodies und Schals, unsere Sitzgelegenheiten der Wand entlang ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Am anderen Eck der Wände lagerten wir unsere Sweatstoffe. Drei Rollen durften gleich auf den Müll, völlig durchweicht. Den Rest konnten wir retten, Gott sei Dank größtenteils völlig trocken oder nur minimal feucht. Das können wir wegschneiden.

Nun müssen wir die gesamten Räume umstrukturieren, damit die Produktion weitergeht – und hier haben wir ein Problem: die ganzen Sweatstoffe lagern nun auf unserem Zuschnitttisch, ein Zustand, der nicht funktioniert. Deshalb bleibt uns nichts anderes, als schnellstmöglich ca. 150 Meter Sweat zu vernähen. Hier könnt ihr uns helfen: Wir schenken euch die gesamten Stoffkosten auf alle Sweatprodukte. Gebt einfach bei eurer Bestellung in das Gutscheincode-Feld “dachschaden” ein und automatisch erhaltet ihr am Ende der Bestellung ausgewiesen, 25% Dachschaden-Rabatt. Wenn es nicht so ernst wäre, wäre es fast lustig!

Der Herbst kommt und eine schicke Sweatjacke oder ein -shirt könnt ihr immer gebrauchen. 

Sagt unsere “Aktion” – wenn wir sie so nennen wollen, einfach weiter: je schneller wir die Stoffe draußen haben, umso schneller können wir sinnvoll renovieren.

Vielen Dank für eure – wie immer – großartige Unterstützung!
Eure Sina, die heute ein wenig neben der Spur ist.

Fragen von euch:
“Muss nur der schwarze und graue Sweat weg?”
Nein. Es geht nicht um einzelne Farben. Da wir die nächsten 3 – 5 Wochen nicht einmal die Hälfte des normal üblichen Lagerplatzes für Stoffe haben, haben wir entschlossen, den Stoff, der am meisten “Platz” braucht, zu “opfern”. Farben könnt ihr also aussuchen nach Geschmack.

“Eure Lieferzeit sind mind. 2 Wochen?”
Jein. Im Regelfall ja. Da die Dachschaden-Aktion darauf ausgelegt ist, schnellstmöglich das Stoffchaos in der halben Produktion zu beenden, nähen wir derzeit asap die Sweatware. Diese geht nach Bestellung 1-2 Tage später auf die Reise. Aber keine Angst: auch alle anderen, die “regulär” bestellen, werden nicht vergessen!

“Was ist denn alles aus Sweat?”
Es sind alle Jacken und “Pullover/Hoodies” (Damen, Herren, Kinder) sowie bei den Babys die Kombi Tilid.

Ich bin auch nur eine Frau.

Dienstag, 06. Juli 2010 12 Kommentare »
Abgelegt unter Gründerzeit-Geschichten, Rund um manomama-Produkte

“Und was isch hernoch nui an uira Produkt?”, fragt mich Hannes, der mit seinen 82 Jahren rund 65 davon verbrachte, Leder Form zu geben. “Hm, auf Ihre Zeit gesehen nichts!”, sage ich. “Ich möchte wieder mit natürlichen Stoffen so weit es geht eine Tasche herstellen!”

Nach meiner langen Suche nach ökologisch sinnvollen Beschlägen und vegetabil gegerbten Leder aus der Region gehts nun ans Eingemachte: das Handwerk wiederbeleben. Das war auch der Grund, warum ich hier sitze. Bei einem erfahrenen Handwerker aus dem Heimatort meiner Eltern, der sich bereit erklärt hat, nein, der sich gefreut hat, jemanden sein Wissen weiterzugeben. “Taschner gibt’s heid bei os nimmer. Auf dr Dult (das ist eine Art Jahrmarkt in Augsburg) kriagsch des Plaschtikzeug fier allawail zeah Mark!” Über diesen Satz muss ich schmunzeln. Nicht, dass günstige Asienware das Handwerk verdrängt (was natürlich schade ist), vielmehr die “Mark” war der Grund: hier bin ich richtig, denke ich. Entweder Hannes ist im Jetzt noch überhaupt nicht angekommen oder seiner Zeit schon wieder so voraus.

“Mädle, also jetztda!” Er breitet auf seinem Küchentisch einige Werkzeuge aus, deren Holzhandgriffe wahre Geschichten erzählen. “Ha, das kenne ich: ein Falzbein”, sage ich, als er einen weißen, überdimensionierten, breitgefahrenen Zahnstocher sorgfältig auf den Tisch legt. “Das habe ich auch, zum Büchereinbinden!” “Na, dann miaß mer ja ned bei Null ofanga”, lächelt er. Nein, muss er nicht. Schließlich habe ich vor vielen Jahren bereits mal einen Buchbinder besucht: er lehrte mir das Buchbinden und japanisch nähen. War mal ein Spleen für unsere Agenturbroschüren.

Zwei Ledersorten habe ich dabei: beide pflanzlich gegerbt, eines ungefärbt und eines schadstoffarm durchgefärbt. Jeder, der bis dato in dieses Leder griff oder roch, war begeistert. Hannes nicht. “So muss Leder sein”, sind seine einzigen Worte. “Mit dr Chemie hod des poralose Zeug ogfanga”, erzählt er mir. Leder sei ein natürliches Produkt und hätte eine Struktur, eine Zeichnung. Seit ungefähr 30 Jahren, so seine Einschätzung, kleistere man diese zu – mit Kunststoffen und Metalleffekten. “Jede Tasch schaut gleich aus. Selbschd vom Plaschtikleder kannsch des huid nemmer ondrschaidä. Nur ebbe no an dene weißä Fransä, die vom Lederersatz wegfussla!” Ich grinse.

Anschließend zeichnen wir die Schnittteile auf die Haut, schneiden sie aus und dann Hardcore: “Wo ist Ihre Nähmaschine?”, frage ich umblickend. “Nix Maschee, mit dr Hand mach mer des. Näha mit dr Maschee kansch dahoim. Ma muass amol mit de Händ gnäht ham, um a Gfühl zom kriega!” Also lochen wir vor. Ziehen dann mit einer riesigen, dafür (gott sei Dank) stumpfen Nadel den großen Leinenzwirn durch. Nach einer Stunde habe ich immerhin eine halbe Tasche “genäht”. “Guat, die andere Hälfte lesch dei Leut machä, mit dr Hand!” Natürlich, mit was sonst?! ;-D

Abschließend müssen die Kanten versiegelt werden. Gerne eine giftige Sache – mit Kleber und Kunststoff. Alternativ könne man Gummi Arabicum nehmen. So schlau war ich schon. “Alles Quatsch!”, sagt Hannes. “Wachs, einfach Bienawachs – so gugg!”. Ich “gugg”, staune und bin happy. Meine Handtaschen in der Qualität, wie ich sie mir vorstelle, werden. Warum mir das so wichtig ist? Ich bin schließlich auch nur eine Frau.

Liebe Grüße
Sina

P.S.: Dreimal dürft ihr raten, was Monika (eine meiner Näherinnen) gerade macht? Richtig – eine Hälfte Ledertasche nähen. Mit der Hand. Damit sie ein Gefühl für das Material bekommt.Und später mit der Maschine…

 


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