Archiv für die Kategorie ‘Allerlei’

Natürliches Vertrauen ist wichtiger!

Donnerstag, 10. Juni 2010 5 Kommentare »
Abgelegt unter Allerlei

Das neue Wirtschaftsmagazin “enorm” hat eine Umfrage gestartet und ermittelt, dass 74 Prozent der Befragten ein Sozial-Siegel zur Kennzeichnung von Produkten (als Pendant zum Bio-Siegel) für “wichtig” bzw. “sehr wichtig” erachten. So weit, so gut. Und vor allem: so einfach. Nicht, dass ich grundlegend dagegen wäre, allein das Vergabeprozedere von Siegeln grenzt aus: kleine und mittlere, innovative Unternehmen. Die Kosten sind schlichtweg zu hoch.

Ich erinnere mich an das Gespräch mit meinem Schafwolllieferant, der – ein völliger Überzeugungstäter, wenn es um Ökologie und soziales Miteinander geht, sich die Zertifizierung seines “Ladens” schlicht nicht leisten kann: 200.000 Euro stünden laut seiner Angabe im Raum, um seine Schurwolle kbT nennen zu dürfen. Meinem Lederlieferanten geht es nicht anders. Der Markt für derartige Rohwaren ist zu klein, als dass sich eine Zertifizierung rein monetär lohnen würde.

Zudem provoziere ich mal: Siegel und Zertifizierungen werden auch gerne genutzt, um mögliche, lästige Mitbewerber einfach aus dem Wettbewerb zu kicken im Wissen, dass das notwendige Geld für das Zertifizierungsprozedere nicht gegeben ist. Klingelt’s?

Hier bei manomama (als vollwertiges Mitglied als Hersteller und Vertrieb von ökologischen Produkten im Internationalen Verband für Naturtextilien) geht es uns genauso: Für jeden Schritt in der Materialkette bezahlen wir die für den Schritt notwendige Zertifizierung. Zum Beispiel IMO/GOTS für die Baumwolle, dann für den Stoff. Anschließend bei der Färbung, dass dies gemäß IVN passiert. Nähfaden und weitere Zutaten schlagen ebenso zu Buche. Obwohl alle einzelnen Stationen, Schritte, Rohwaren nachvollziehbar und mit Brief und Siegel zertifiziert sind, dürfen wir nicht deklarieren, dass das finale manomama-Produkt zertifiziert ist, denn dann müssten wir unsere eigene Produktion (Zuschneiden & Nähen) wiederum zertifizieren lassen. Dass wir der wohl der einzige Hersteller von echter, 100%iger Ökomode sind, und dies aus reiner Selbstverpflichtung, interessiert dabei nicht.

Warum aber funktioniert manomama trotzdem? Weil wir zu 100 % transparent sind. Das schafft natürliches, langsam wachsendes Vertrauen. Und das denke ich, ist viel mehr wert als ein Siegel. Wir öffnen Tür und Tor zu unseren Lieferanten, lassen euch in unsere Produktion sehen und haben keine Geheimnisse.

Bei einem neuen Sozial-Siegel würden Mindest-Sozialstandards definiert, die es dann – schon rein aus Preiserzielungsgründen (die Umfrage besagt, dass Konsumenten bist zu 10 Euro mehr für ein Produkt ausgeben würde, wenn es “sozial” produziert würde) – von den Unternehmen eingehalten würden.

“Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füge auch keinem anderen zu!”

heißt ein altes Sprichwort. Wenn wir Unternehmer uns schlicht an diesen alten Satz erinnern, braucht es kein Siegel. Warum ich der Meinung bin? Weil es funktioniert. Weil ich es tagtäglich erlebe – in unserer Produktion, bei meinen Manomamas.

Wer oder was ist manomama für Euch?

Dienstag, 08. Juni 2010 19 Kommentare »
Abgelegt unter Allerlei

Ihr Lieben,

seid Monaten begleitet ihr uns und gestaltet mit, unterstützt durch den Kauf unserer Produkte die Idee einer sozialen Wirtschaft und macht sie durch konstruktive Kritik und Wünsche immer besser. Deshalb habe ich mir überlegt, bei meiner morgigen Präsentation, die da lautet: “Wer oder was ist manomama?” nicht nur zu erwähnen, was es für mich ist. Meines Erachtens darf das Wichtigste nicht fehlen: eure Meinung. Wir fragen euch stets und beziehen euch mit ein. Helft mir auch hier, damit ich morgen zahlreiche Statements schlicht nur “vorlesen” kann. Also:

Wer oder was ist manomama für euch?

Ich danke euch jetzt schon für eure Kommentare.

Liebe Grüße und “Daumendrücken” nicht vergessen…
Sina

Glück reicht nicht.

Donnerstag, 13. Mai 2010 3 Kommentare »
Abgelegt unter Allerlei, Zukunftsmusik

Ungefähr 20.300.000 #google-Suchergebnisse für “Glück”.
Reicht gerade mal für jeden Vierten in Deutschland.
#mussichändern
(http://twitter.com/manomama/status/13856094138)

Der Durchschnittsverdienst lag 2006 bei ca. 26.500 Euro brutto Jahresgehalt. Wenn man die Statistik genauer ansieht, begründet sich diese Zahl durch nahezu 3/4 Geringerverdienende und einem Viertel Gut- und Besserverdienenden. google hatte demnach Recht: Die Besserverdienenden haben den Glückstreffer gemacht.

Logische Folgerung: Geld macht glücklich. Geld macht. Geld regiert. In diesen Zeiten mehr denn je. Erst pumpen unsere Regierungen die Finanzmärkte wieder auf, die sich selbst in völlig selbstzerstörerischer Gier nahe den Exitus getrieben haben. Jetzt retten unsere Regierungen den Euro mit Milliardenbeträgen. Subventionieren. Finanzieren. Stabilisieren. Es ist so einfach: Geld rettet. Jeden und alles. Mein Gott, haben wir Glück!

Mitnichten, denn es ist eine Crux: Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Darüber hinaus müssen wir jeden einzelnen Euro erst einmal doppelt verdienen. Zumindest war das einmal so. Heute ist es anders: wir geben Geld aus, das wir überhaupt nicht mehr haben. Mir stellt sich die Frage: Wen retten die Retter, wenn sie am Ende sind? Wer greift Deutschland unter die Arme, wenn wir pleite sind? Wer erklärt das unseren Kindern?

Mein Großvater vertrat stets ein einfaches Rezept: “Am beschdn, du hilfsch Dir selbst!” Hilfe zur Selbsthilfe. Der Zug aber ist abgefahren. Zu lange haben sich Regierungen und ebenso das Volk auf Deutschland, den gesunden Wirtschaftsmotor, das wundervolle Land der Dichter und Denker verlassen. Natürlich konnten wir vor Jahren Geld ausgeben, großzügig verleihen, ja teils sogar verschenken. Weil wir es erwirtschaftet haben. Mit Menschen, die Bildung und Wissen, Kompetenz und Ideen hatten. Damit können wir nicht mehr brillieren. Wir haben stets nur geerntet und vergessen, dabei zu säen. Wir haben nichts investiert. In Kindergärten, Schulen und Universitäten. Das restliche bisschen Kompetenz großzügig verschifft: in Billiglohnländer, um noch mehr Glück, pardon, Geld zu machen.

Die Politik der letzten Jahre, egal welcher Partei, ist konzept- und ergebnislos. Engagierten Politikern wie einst Adenauer, Brandt und Schmidt sind Positionsbekleider und Stellentreter gefolgt. Statt tragfähiger, mutiger Konzepte regieren sie kölsch: “Et hat noch immer jot jejange!”.

Nichts mehr geht gut. Und selbst das letzte Allzweckmittel, das liebe Geld, verhilft uns nicht mehr zu Glück. Noch schlimmer: die letzte Antwort auf alles, neigt sich dem Ende: Money, money, money. Ja, langsam ist es Zeit für ein #wtf.

Das Papier der Zukunft, das vor uns liegt, ist leer. Ein Drama für all jene, die mit ihrem Latein am Ende sind. Ein Segen für Menschen, die erkannt haben, dass Glück nicht reicht.

Nehmt Stifte zu Hand und beginnt auf euer Blatt Papier zu schreiben, was sich ändern muss – und macht es. Lasst uns gemeinsam ein neues Kapitel unserer Geschichte schreiben mit dem Anfang:

“Glück reicht nicht.
Ich habe Mut und daher…”

Eure Sina

Der arme Herr Grupp.

Mittwoch, 05. Mai 2010 9 Kommentare »
Abgelegt unter Allerlei

Was eben durch meine Timeline ging, war kaum mehr nachzuvollziehen: alle hackten auf den armen Herrn Grupp ein. Der Trigema-Unternehmer, der gerne im deutschen Fernsehen zukunftsträchtige Konzepte lautstark anpreist, ist im Web 2.0 in Ungnade gefallen. Warum? Weil er in diesem Interview: http://www.innovativ-in.de/blog/2010/05/04/auf-den-punkt-trigema-chef-wolfgang-grupp-zum-web/) Social-Media-Nutzer als Idioten hinstellte.

Als “manomama” bin ich da wertfrei, weil es mir egal ist, was Herr Grupp zum Frühstück ißt, ob seine Kinder auf ein englisches Internat gehen oder aber ob er Twitteruser für Deppen hält. Als Werber hingegen habe ich Mitleid mit ihm. Er erinnert mich an so viele Vorstände, die ich in den letzten Jahren kennengelernt habe. Sie tragen Verantwortung wie ihre Krawatten: es muss nach außen hin top aussehen. Sie haben keine Ahnung, aber zu allem etwas zu sagen. Sie lassen die Zeit an sich vorbeiziehen und sind nach wie vor der Meinung, sie geben das Tempo vor.

Mitnichten, liebe Vorstände und Unternehmer 1.0! Eure Kunden werden Teil eures Unternehmes. Sie gestalten sich im Dunstkreis des Sozialen Netzes eure Marke selbst. Internet ist verdammt nochmal kein Feind, sondern sollte von euch endlich als ernst zunehmender und vor allem gleichwertiger Kanal angenommen und behandelt werden.

Dass Herr Grupp ausfallend gegenüber Dingen geworden ist, die er, wie er in dem Interview ebenso mitteilt, eigentlich nicht kennt, zeigt sie: die Angst. Angst vor einer Welt, die sich schneller verändert, als es Unternehmer möchten. Kundenkreise, die (wie die liebe @UteWeber heute so schön schrieb) auf einmal durch das Soziale Netz mündig werden, ja sogar sich gegenseitig unterhalten. Und darauf haben Manager wie Herr Grupp derzeit kein Rezept. Deshalb haben sie Angst. Und schicken den Affen vor, bevor der Gau richtig bebt: http://twitter.com/TRIGEMA/status/13436803550.

Liebe Tweeties, seht es ihm nach. Noch besser: erklärt ihm und all den Managern 1.0, warum ihr im Netz seid, warum ihr Freundschaften pflegt, warum ihr auf Twitter kommuniziert, auf Facebook euch vernetzt – schlicht, weil es wieder menschelt. Dann werden es Wirtschafter 1.0 verstehen. Sie werden keine Angst mehr haben – dafür einen – verzeiht – Arsch voller Arbeit: denn auch traditionelle Unternehmer wissen, dass man Kunden pflegen muss. Wenn sie euch als solche erkennen, wird das Arbeit.

Liebe Grüße

Sina

P.S.: Diese 1.0-Denke übrigens war einer meiner Gründe, dem klassischen Werbersein den Rücken zu drehen. Bequeme Arroganz gegenüber Neuem konnte ich einfach nicht mehr ab.

Werde unser Startseiten-Model.

Dienstag, 04. Mai 2010 1 Kommentar »
Abgelegt unter Allerlei, Hinter den Kulissen, Menschen für manomama

Vor wenigen Tagen haben wir die ersten Teile ausgeliefert. Ihr lieben Besteller da draußen bekommt also alle – wenn nicht schon geschehen – in Kürze eure manomama-Lieblingsstücke. Ihr freut euch? Ihr findet, es passt wie eine zweite Haut? Ihr seht darin besonders gut aus? Eure Racker sehen in manomama aus wie kleine Engel? DAS wollen wir sehen.

Wir verzichten ganz bewusst auf Models, weil in Größe 36 – dank Photoshop mit perfekten Rundungen – einfach jedes Kleidungsstück gut aussieht. Wir wollen, dass manomama von echten Menschen getragen wird und möchten euch die Teile deshalb auch so zeigen. Echt, ehrlich, unverfälscht. Deshalb brauchen wir eure Hilfe:

Schickt uns witzige, skurile, außergewöhnliche oder einfach schöne Fotos von euch oder euren Kindern in manomama-Kleidung, die wir dann auf unserer Seite vorstellen. Die allerbeste Einsendung – man könnte es auch Gewinner nennen – laden wir dann zu einem Fotoshooting nach Augsburg ein.
Schick deine manomama-Bilder an service@manomama.de

Bitte fotografiert niemanden ohne Zustimmung. Mit der Einsendung erklärt ihr euch einverstanden damit, dass wir die Bilder auch veröffentlichen.

Wir freuen uns darauf, euch zu sehen.

Eure
Kathrin


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