Archiv für die Kategorie ‘Allerlei’

Das bin ich – und Du? Reloaded

Mittwoch, 14. Juli 2010 33 Kommentare »
Abgelegt unter Allerlei

Eben habe ich euch auf Twitter gefragt, was ihr in euren Taschen tragt. Hintergrund ist, dass wir derzeit am Finetuning unserer Taschenkollektion sind und jedem von euch ausreichend Platz ermöglichen möchten. Da ist spontan die Idee entstanden, uns einmal anders vorzustellen. Mit uns – meine ich euch, und mich. Nicht in Form eines Lebenslaufs, einer Blog-Bio oder via (meist furchtbarem) Passfoto. Also, das zum Beispiel, bin ich:

Und: wer seid Ihr? Aufgrund der wahnsinnigen Response gehen wir in die zweite Runde! Schickt mir für menschenzweinull reloaded einfach bis Do, 30.09.2010 um 0 Uhr an sina@manomama.de ein Foto von eurem Tascheninhalt. Verratet mir darüber hinaus euer Alter und einen Satz, was ihr macht. Gerne auch euren @twitternamen, sofern ihr einen habt. Ich freue mich riesig auf die Einsendungen. Diese würde ich dann gerne in einer weiteren Onlinegalerie “Menschen 2.0″ ausstellen. Bitte veröffentlicht die Bilder nicht vorher im Netz – es soll eine Überraschung werden. Alle, die bei der ersten Ausgabe teilgenommen haben, dürfen natürlich wieder mitmachen. Vielleicht mal, mit einem besseren Foto *grins*

Liebe Grüße
Sina

Frauenquote? Familienquote!

Freitag, 09. Juli 2010 11 Kommentare »
Abgelegt unter Allerlei, Zukunftsmusik

Mein Mann Stefan (auf Twitter @golf_wolf) hat gestern eine intensive Diskussion mit einigen Mitgliedern (meist kinderlose Karrieristen – was bitte nicht negativ zu werten ist) in einem Forum gehabt. Es ging um Frauenquoten in Unternehmen. Was er schrieb hat mich tief bewegt. Weil es stimmt. Und weil ich es toll finde, solch einen Mann an meiner Seite zu haben.

“Frauenquote? Das brauchen wir nicht. Ich lass mal bewusst den Terminus Frau aus der Diskussion raus, weil für mich die Diskussion Kind oder Job nicht primär vom Geschlecht abhängig ist.

Ich schreibe nicht Kind oder Karriere, denn das, was ich bei den berufstätigen Familienvätern und -müttern in meinem Umfeld erlebe, ist nicht Karriere machen, sondern Sicherung des Lebensunterhalts. Egal, wer von Beiden sich dafür entscheidet zugunsten der Kinderbetreuung aus dem Job auszuscheiden, hat anschließend Probleme, wieder einen zu bekommen und sei es nur, weil ihm/ihr das Stigma des zu Hausegebliebenen anhaftet. “Das könnte der/die ja nochmal machen. Was ist wenn die Kinder krank werden…? ” denkt sich da der Personalverantwortliche und stellt lieber den Single-Mann ein.

Die goldenen Zeiten, als der Durchschnittsverdiener von der Ausbildung bis zur Rente im selben Betrieb arbeiten konnte und somit mit einer hohen Sicherheit für das Auskommen der Familie sorgen konnte sind in Zeiten des sog. Humankapitals leider auch vorbei. Frauen oder Männer, die sich daher entschliessen, ihren Job nicht zugunsten des Hausfrauen/männer-Daseins aufzugeben, machen dies nicht, weil sie “karrieregeil” sind, sondern weil sie die Wahrscheinlichkeit verdoppeln, dass das Haushaltseinkommen nicht durch staatliche Transferleistungen bestritten wird.

Die Forderung an Eltern zugunsten von Erwerbstätigkeit auf Kinder zu verzichten ist volkswirtschaftlich und gesellschaftspolitisch extrem kurzsichtig. Auf der einen Seite sollen staatliche Hilfsleistungen für Nichterwerbstätige radikal gekürzt werden, auf der anderen Seite sollen gut ausgebildete Erwerbstätige sich ebenfalls unter den staatlichen Rettungsschirm flüchten, weil sie gefälligst zuhause bei Ihren Kindern zu bleiben haben. Die Rente zahlt dann wer ?

Ich glaube bei den meisten ist noch gar nicht angekommen, dass die Kinder die Zukunft unserer Gesellschaft darstellen. Und diese sollten, wenn möglich, als Vorbild Eltern haben, die sich in einer modernen Arbeitswelt zurechtfinden und nicht einem Familienideal aus den Wirtschaftswunderzeiten nachhängen.

Wir brauchen keine Quote, die Rahmenbedingungen für Erziehende müssen verbessert werden. Das geht im Kindergartenalter los, im dem berufstätige Eltern, die nicht in einem Ballungsraum wohnen, zwischen den Betreuungsplätzen Ihrer Kinder gut und gerne wöchentlich 400 km zurücklegen. Das setzt sich in der Grundschule fort, die ja selten länger als bis 11.00 Uhr dauert und mit Ferienzeiten aufwartete, die durch Berufstätige nur dadurch aufgefangen werden könnene, dass beide Ihren Urlaub getrennt voneinander nehmen.

Die wenigen vorbildlichen Unternehmen, die familienfreundliche Rahmenbedingungen für Ihre Mitarbeiter schaffen, können wir an den Fingern einer Hand abzählen. Die meisten machen nur das Nötigste, damit sie bei der CSR keine Abzüge in der B-Note bekommen. Lieber baut man ein SOS-Kinderdorf in Guatemala, als einen Betriebskindergarten. Da ist dann der “Impact” in Punkto PR grösser – schon klar.

Und bevor sich diese Rahmenbedingungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen nicht verbessern, brauchen wir uns meines Erachtens über eine Frauenquote keine Gedanken machen.”

Frühjahrsputz dank Rückenwind

Montag, 28. Juni 2010 4 Kommentare »
Abgelegt unter Allerlei, Hinter den Kulissen

Wir haben den Rückenwind genutzt und gepaart mit euren vielen Bestellungen und dem hilfreichen Feedback in den letzten 11 Wochen jede Menge umgestellt.

Was ist nun neu?

Wir haben unser Produktsortiment ordentlich erweitert. Für die Herren ist ein Poloshirt hinzugekommen, für die Mädels zwei Röcke, zwei Kleider, ein Balkonett-Shirt und ein Wickeltop wie -kleid. Bei den Damen ist auch noch die Größe XXXXL hinzugekommen. Daneben gibts jetzt – auf euren Wunsch hin – für die Erwachsenen sowohl bei den Hoodies als auch bei den Sweatshirt-Jacken die Möglichkeit, sie ohne Bündchen zu bekommen. Außerdem sind die Reißverschlüsse bei den Jacken jetzt nicht mehr in flieder, sondern in der Farbe des Grundkörpers und mit superschönem manomama-Zipper in Ringform.

Bei den Kindern sind wir mit der Frühchengröße 44 ein wenig nach unten gegangen und haben vor allem an den Schnitten gefeilt. Statt dem einseitigen Keil, haben wir nun beidseitig an den Schultern einen elastischen Einsatz aus Bündchenstoff, der für noch mehr Dehnbarkeit sorgt. Für die Mädels gibts außerdem ein komplett neues Kleidchen.

Da viele von euch bei eigenen Farbkombinationen bzgl. der Größe unsicher waren, weil individualisierte Produkte ja nicht umgetauscht werden können, haben wir auch hier reagiert. Es gibt nun viel mehr “vorgefertigte” Stücke aus unserer Classic-Serie, die ihr, sollte es mal nicht passen, an uns zurücksenden könnt und so risikofrei manomama testen möglich wird.

Einer eurer ganz großen Wünsche war, dass wir die Produkte doch bitte mit echten Menschen fotografieren sollen. Das haben wir getan. Ganz ohne Models – “nur” an echten Menschen. Wer sich gerne auch in seinem Lieblingsstück zeigen möchte, der darf uns gerne Fotos an service@manomama.de senden – wir würden uns riesig freuen.

Zudem endet in wenigen Tagen unsere Testphase mit den Manomamas und -papas. Wer sich spontan dazu entschließt beim großen Startschuss auch dabei sein zu wollen, der möge schnell noch eine kurze Mail an eigenvermarktung@manomama.de schicken.

Und nun wünsch ich euch jede Menge Spaß beim Entdecken der frisch aufgeputzten manomama-Seite: www.manomama.de

Eure Kathrin, Miriam, Axl, Chris, Sandra, Anita, Anja und Sina (die zusammen ordentlich an dieser Website herumgebastelt haben…)

In eckig und kurvig.

Mittwoch, 23. Juni 2010 3 Kommentare »
Abgelegt unter Allerlei, Hinter den Kulissen, Rund um manomama-Produkte

Heute haben wir jede Menge Menschen in manomama-Outfit für euch geshootet. Dabei gab es plötzlich die Situation, dass uns zwei schöne Mädels gleichzeitig vor die Linse sprangen. Steffi und Sandra – dazwischen liegen 5 Größen. Da fingen wir an zu überlegen. Darf man das einfach mal so vergleichend zeigen? Muss man vielleicht sogar? Bei manchen Katalogen hat man ja den Eindruck, es würden dort keine Klamotten, sondern Illusionen verkauft. Lasst euch gesagt sein: egal wieviel ihr für ein Kleidungsstück ausgebt, ihr werdet danach nicht wie das Model aussehen, dass es euch vorführt.

Das war auch der größte Grund dafür, dass wir komplett auf Models verzichten und Bilder mit normalen Jungs und Mädels zeigen. Würden wir Illusionen verkaufen wollen, bräuchten wir keine Produktion. Stattdessen wollen wir euch Bekleidung anbieten, in der ihr euch auch wohlfühlen könnt. Und das könnt ihr am Besten selbst abschätzen, wenn ihr die Teile an echten Menschen seht.

Leider, leider zeigen diese mit Models ihre Mode anpreisenden Anbieter doch immerhin die halbe Wahrheit. Nicht wenige Herstellen verzichten auf den Luxus der Größen ab 44. Menschen, die nicht dem klassischen schmalen Schönheitsideal entsprechen, dürfen diverse Marken auch nicht zur Schau tragen. Dass das ein wahrer Luxus ist, diese Gruppe auszuschließen, zeigen die Zahlen: etwa 60% der Frauen tragen 42 oder mehr. Oder mehr – genau. Über die Hälfte der Leute da draußen, die auch gut und öko-sozial gekleidet sein möchten auszuschließen, das ginge für uns gar nicht. Fair ist nämlich was anderes. Die Schnitte sollen sich dem Menschen und der Figur, ob dünn, ob stärker, anpassen – alles andere kann und darf einfach nicht sein.

Ach ja: und Falten werfen Kleider nunmal auch. Wir könnten es alles voher zig mal bügeln, stärken und anschließend schön retuschieren. Aber dann wären wir ja wieder bei dem Thema Illusion…

Deshalb: manomama ist einfach ehrlich, besser für alle. Besser - und für alle.

Eure Kathrin

Salzstangen mit bitterem Beigeschmack

Montag, 14. Juni 2010 42 Kommentare »
Abgelegt unter Allerlei

#Filius steht im Kindergarten, kreidebleich und klagt über Bauchschmerzen. Obgleich ich eher der robuste Typ Mutter bin, plane ich den direkten Weg nach Hause. “Ich spinge anschließend kurz in den Supermarkt und besorge Dir noch…” “Nein, Mama – wir gehen zum Bioladen!” Eigentlich könnte ich mich über meine “konsequente Erziehung” freuen, doch was dort passierte, hat mich bewegt.

Wir kommen am Bioladen an und während wir hineingehen möchten, drängt uns, linkerhand mit dem Handy telefonierend, eine Dame, vielleicht Ende fünfzig, gepflegt, sichtbar aus gehobenem Hause und – vor allem – wichtig – an die Seite. #Filius hielt ihr kurzerhand die Tür auf und wir ließen sie passieren.

An der Kasse trafen wir uns wieder. Sie stand hinter uns. Nicht mehr telefonierend, was im Nachhinein betrachtet, wohl besser gewesen wäre. Als die freundliche Kassiererin meinen Sohn fragte, ob er immer so brav und still wäre, lächelte ich und erwiderte: “Na, dem jungen Mann geht’s nicht gut!” “Ah”, sagte die Verkäuferin”, wollte eben die Bio-Salzstangen über den Scanner ziehen, hielt inne, reichte die Packung dem #Filius und sagte: “Die schenke ich Dir. Wirst sehen, geht heute abend schon viel besser!”

 Auf mein “Das wäre doch nicht nötig gewesen” folgte nicht, wie erwartet, ein freundliches Lächeln der Kassiererin, sondern ein gellendes “So weit kommt es noch!” aus rückwärtiger Richtung. #Filius, die Verkäuferin und ich drehten und um und sahen eine in Sekundenschnelle errötende Dame, die Frau vom Eingang. Was dann folgte, entbehrt jeden Anstands. Nicht nur, dass ob solcher völlig überflüssiger Gesten gegenüber diesen “Rotzlöffeln” gerade in “ihrem” – richtig, “ihrem” Biomarkt die Preise völlig überzogen werden, nein, sie würde auch nichts geschenkt bekommen. Es reiche schon, wenn sie für diese asozialen Familien Steuern bezahlen würde (wahrscheinlich meinte sie Kinder- bzw. Elterngeld). Ich bat sie, sich zu mäßigen, und fragte, ob es denn für jemand, der sich eines “rücksichtsvollen Lebensstils” – und davon gehe ich nunmal aus, wenn jemand schon einen Bioladen nahezu sein “eigen” nennt – verschrieben hat, nicht dazugehört, einem kleinen Fünfjährigen eine Packung geschenkter Salzstangen zu gönnen? Nein, es schien nicht dazuzugehören.

Äußerst aufgebracht verwies mich die Dame auf den geschätzten Betrag an Steuern von ihr und ihrem Mann, den sie uns (Familien) freundlicherweise zur Verfügung gestellt hätte. “Davon hätten wir uns mindestens zwei weitere Häuser kaufen können! Und was haben wir davon? Nichts, überhaupt nichts. Im Gegenteil: selbst hier bekommen Familien alles geschenkt!”.

Das war der Moment, in dem meine Contenance zu Ende ging. Ich holte tief Luft und wiederholte in ruhigem Ton: “Was Sie davon haben? Sehr viel. Die Generation meines Sohnes wird es sein, die ihren königlichen Hintern sauberhält, wenn sie zu gebrechlich sind, ihn sich selbst zu wischen! Und warum mein Sohn ihnen den Arsch putzen wird? Weil er im Vergleich zu Ihnen nicht nur gemein, sondern gemeinschaftlich ist!”.

Gezahlt und gegangen. Die Salzstangen ißt der #Filius nicht. Er schämt sich. “Du darfst sie essen, #Filius! Die Kassiererin hat sie Dir geschenkt!” “Ja, aber die andere Frau will das nicht. Deshalb esse ich sie nicht!”

Wir hatten es heute morgen auf Twitter mit dem Thema Neid & Gier. Das war einmal wieder ein reeles Beispiel dafür. Und jetzt versteht ihr vielleicht auch, warum ich der Meinung bin, dass diese Generation niemals – aus eben erlebten Gründen – das Grundeinkommen auf den Weg bringen wird. Aus puren Neidgründen. Und das muss sich ändern. Wir müssen es ändern.


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