Archiv für den Monat Juli 2011

#Hach.

Freitag, 22. Juli 2011 Keine Kommentare »
Abgelegt unter Hinter den Kulissen

Vor einem halben Jahr haben wir unseren ersten “Großauftrag” eines Unternehmens erhalten: Blusen und Hemden für Ökoring. Und was trudelt heute ein? Eine eMail, über die wir uns riesig freuen.

“Liebe Frau Trinkwalder,

mit den bei Ihnen gekauften Blusen für unsere Mitarbeiter sind wir sehr zufrieden. Vielleicht haben Sie ja auch unsere Pressemitteilung dazu gelesen?

Gerne würden wir deshalb für unsere neue Kollegen weitere in der gleichen Art bei Ihnen bestellen.”

Danke, liebes Ökoring-Team, dass ihr uns so unterstützt!
Wir gehen gleich ans Schneidern…

Eure Sina & Team

Die BigMac-Blase muss ploppen.

Sonntag, 17. Juli 2011 1 Kommentar »
Abgelegt unter Sinas private Gedanken

Eigentlich habe ich das ja schon lange gesagt: Das, was wir als Kunden zahlen, ist noch lange nicht der Preis, der eigentlich fällig wäre.

Ein Produkt zum Beispiel hat Herstellungskosten: Material, Löhne, Transport & Steuern. Okay, noch ein Schlagobers voll Zoll. In den Geschäften kommt dann Marge oben drauf und fertig ist unser Verkaufspreis. Das aber ist ein Verkaufspreis im doppelten Sinne: denn es wird weder Klimaverschmutzung u.ä., noch Ausbeutung von Menschen, also Umwelt- und Sozialkosten verrechnet. Unser linearer Verkaufspreis verkauft Umwelt und Mensch.

Ein stinknormaler BigMac für 3 US-Dollar, so hat Umair Haque, Autor des „The New Capitalist Manifesto“ herausgefunden, müsste eigentlich 30 $ kosten, berücksichtigt man – wie er in eindrücklicher Weise tat – reale Umwelt- und Sozialkosten. Ein BigMac an sich ist mir kein kulinarischer Genuss. Diese Beweisführung aber schlug mir gehörig auf den Magen. Dass der Preis so viel höher ist, hätte selbst ich nicht erwartet. Mehr noch: So ein Burger, liegt er denn mal einige Minuten zu lange in der Warmhaltetheke, wird aus Qualitätssicherungsgründen dem Eimer zugeführt. Ein Wahnsinn.

Das Geld, was hierbei weggeworfen wird, schmerzt mich nicht. Seit Dotcom-Blase, Finanzblase, EU-Blase glaube ich langsam nicht mehr daran. Vielmehr den verdeckten Schaden, den wir damit anrichten, schockiert mich. „Wir brauchen eine Strategie, um das zu ändern“, sagt gestern Abend ein Freund, den ich anrief, um mit ihm darüber zu reden, zu mir.

Strategie (vom altgriechischen strategós, Feldherr, Kommandant) ist ein längerfristig ausgerichtetes planvolles Anstreben eines Ziels unter Berücksichtigung der verfügbaren Mittel und Ressourcen“ (Wikipedia)

Und nein, genau das brauchen wir nicht, denke ich mir. Strategie ist so 1.0. Wir analysieren den Ist-Zustand, ermitteln die möglichen Mittel und legen dann fest, was machbar ist. Blödsinn.

Lustigerweise sage ich stets „Meine Strategie ist es, keine zu haben“, fragt mich jemand nach dem Plan in Sachen manomama. Denn: wir haben eine Philosophie. Und genau das brauchen wir auch, um die großen, globalen Probleme zu lösen. Eine Philosophie. Wir müssen versuchen, die Welt und den Menschen zu verstehen, um möglicherweise zeitgemäße, neue Werte zu schaffen oder aber immerwährende Werte zu revitalisieren. Nicht, durch Strategien „Pseudo-Values“ aufzublasen. Das führt nur in ein künstlich überzüchtetes Gebilde an Blasen, die, wann auch immer und warum auch jemals platzen, wenn sie Lust haben.

Dieser Wandel bedingt auch, dass wir uns verabschieden von „immer mehr und immer schneller“, hin zu „besser und beständiger“. Die logische Konsequenz dieses Wandels, wenn vollzogen ist einfach: Der BigMac wird im besten Fall die Kosten verursachen, die der Verkaufspreis abbildet.

Fast schon zu einfach, um wahr zu sein. Aber ich glaube daran. Vielleicht auch, weil ich gestern eine wichtige Erkenntnis hatte. Ich feilte noch ein wenig an einem Text herum. Unter anderem formulierte ich:

„Wir müssen endlich konsequent den regionalen Aspekt der Rohstoffe beachten und aufhören, billige Ingredienzien aus der Weite gegen regionale Zutaten aus reinen Kostengründen zu ersetzen. Dies nämlich ist eine sehr kurzfristige Einsparung.“

 Wir dürfen zum Beispiel keinen Raubbau an Regenwäldern mehr treiben und Menschenrechtsverletzungen „übersehen“, nur, damit unser Palmöl-kitkat-Riegel uns die Pause versüßt. Ich möchte nicht einmal wissen, was dieser Schokoriegel, berücksichtigt man Umweltschäden und soziale Missstände, kosten müsste. Würde der Hersteller das Fett gegen regionales Öl tauschen (was übrigens problemlos machbar wäre und einige Hersteller bereits umgestellt haben), wären verdeckte Umwelt- und Sozialkosten minimal. So einfach wäre das.

Der Spruch „Think global, act local“ begegnet jedem Leser eines Strategiebuchs. Im Philosophieschinken würde stehen: „Act local, respect global!“. Nachhaltigkeit ist nichts anderes als ein Synonym für Respekt. So einfach ist das.

Euch einen schönen Sonntag,
Eure Sina

Gutes findet sich.

Freitag, 15. Juli 2011 2 Kommentare »
Abgelegt unter Menschen für manomama, Wir bringens wieder heim!

Eine eMail, die ich erhielt:

“Liebe Sina,

ich wollte Dir eine kleine Geschichte erzählen. Leider habe ich Dich gestern nicht mehr angetroffen, also schreibe ich Dir:

 Am Dienstag wollten wir zuerst bei Dir zum Vermessen wegen meines Hochzeitsanzugs vorbeisehen. Anschließend in die Stadt, um nach Trauringen Ausschau zu halten. Leider hattest Du ja am Dienstag keine Zeit, und so sind wir dann gleich in die Stadt.

Mir war das erst gar nicht so recht, weil ich Dich zuerst fragen wollte, mit wem Du jetzt den Schmuck produzierst. Da nämlich weiß ich, dass ich was Gutes bekomme. Nun gut, so sind wir dann ohne dieses Wissen in die Stadt gegangen. Lange gesucht und in einem Laden haben wir uns fast 1 1/2 Stunden beraten lassen – und wunderschöne Trauringe ausgesucht.

Als wir fast fertig waren, kam der (wie sich später herausstellte) Ladenbesitzer dazu und gab der Beratung noch den letzten Schliff. Dabei erwähnte er im Laufe des Gesprächs, dass er nun auch mit einer Augsburger Textilfirma zusammenarbeitet, und die heiße „manomama“ :) )

 Nun weißt Du spätestens jetzt, dass wir, warum auch immer, in der Alten Silberschmiede gelandet sind! :) Ich fand das wirklich genial, weil ich genau da hinwollte, aber Dich nicht vorher fragen konnte :) Und jetzt weiß ich, dass das Geld dort gut investiert ist, und wir wirklich gute Ringe bekommen. Er hat uns dann auch noch mit einem Augenzwinkern, und dem Hinweis auf das, was von manomama kommt, davon überzeugt, als Gravur keine Herzen, sondern die liegende 8 als Sinnbild für „Unendlichkeit“ und „Beständigkeit“ zu nehmen. ;)

Das wollte ich Dir gestern erzählen, weil es für uns wirklich ein wunderschönes Erlebnis war, und wir mit einer super Gefühl dann da rausgegangen sind.

Viele Grüße, Thomas”

Hach. (Anmerkung von Sina)

Schmucke Teile – aus Augsburg!

Kurz nach neun abends. Früher haben Selbstständige keine Zeit. Umso entspannter war gestern Abend unser Shooting. Wen ich vor der Linse hatte? Tatatata – manomama prowdly presents: meine Goldschmiedefamilie. Patrick Bartel – mit Papa, Schwester, Frau und Nachwuchs. Drei Generationen betreiben die Alte Silberschmiede in Augsburg. Jene Manufaktur, mit der wir ab heute sauberen Schmuck herstellen.

Tja, aber was genau ist sauber? Eigentlich wollte ich unbedingt – war klar – fairtrade Silber. Völlig unverständlich sieht mich Patrick an und sagt: „Wieso das denn?“ „Weil das sauber ist. Ordentliche Abbaubedingungen, faire Löhne“, erwidere ich. „Aber ökologisch ist was anderes!“, erklärt mir Patrick. Und er hat recht: Um feinen Silberschmuck herstellen zu können, ist faitrade Silber heutzutage Nonsens. Nur sehr wenig wird davon abgebaut, man kann fast von einem Monopol sprechen. Die Ware ist dann nicht in die Regelkreisläufe einfliessbar, weil Scheideanstalten sonst ihre Zertifizierungen verlören. „Ah, wegen den dummen ISO-Dingern also sollten wir kein fairtrade Silber verwenden“, frage ich fast etwas verärgert. „Nein,“ sagt Patrick. „Das ist nur Nebeninfo“. In erster Linie brauchen wir überhaupt kein neues Metall abzubauen. „Die heutige Generation ist die der Erbenden. Sie tragen in Unmengen altes Silberbesteck und Ähnliches zurück in Scheideanstalten. Lass uns recyceltes Silber nehmen. So schädigen wir durch erneuten Abbau überhaupt keine Umwelt und sichern Arbeitsplätze in den deutschen Scheideanstalten!“ Klingt so einfach wie einleuchtend. Und auch unsere Scheideanstalt freut sich, dass die Alte Silberschmiede ihnen für das Projekt treu bleibt. Dürfen sie auch, schließlich verwenden sie keinerlei „frisches Material“. Ausschließlich Altsilber legieren sie neu. Ein geschlossener Recyclingkreislauf, Nachhaltigkeit at its best.

Auch bei unseren Lederarmbändern gehen wir neue Wege: Dass das Leder vegetabil gegerbt, aus Bayern, unbehandelt etc. ist, wisst ihr sicherlich. Dass wir Leder, damit es sich angenehm auf der Haut trägt und Schweiß abkann, kaschieren mit naturbelassenem, weichem, pflanzlich gegerbten Futterleder, ist neu. Und wie bringen wir die beiden „Lappen“ zusammen? Konventionell würde sich nun ein 2-Komponenten-Kleber oder irgendein PU-Kunststoff-Klebstoff freuen (übrigens auch im Biobereich!). Aber nicht bei uns: Wir haben lange getestet, wie wir das Zeug auf das Leder bekommen und dann beide zusammen. Es hält – mit Naturlatex aus der Bioplantage. Schluss um mit einem Baumwollzwirn sauber vernäht und fertig ist das erste ökosoziale Schmuckstück, manufactured in Augsburg.

Wir wünschen euch viel Freude mit unserer kleinen, aber feinen Startkollektion, rund um Armbänder. Alle Modelle sind gleichermaßen für Männer wie Frauen geeignet und sehen wirklich toll aus: eine verspielte „ewige Acht“ als Zeichen für Nachhaltigkeit, oder – für klassische Designliebhaber – unsere Plate. Aber erschreckt nicht: Wir sparen nicht am Material. Damit ihr „massive“ Freude an eurer neuen Handgelenkszierde habt.

Hier gehts direkt zu unserer ersten Augsburger Schmuckkollektion: http://www.manomama.de/kollektion/schmuck

Eure Sina & euer Patrick

P.S.:
Wenn ihr es noch nicht macht, folgt doch der Alten Silberschmiede auf Facebook. Die können noch viel mehr…. http://www.facebook.com/die.alte.silberschmiede

“Sie kennen mich nicht!”

Freitag, 08. Juli 2011 16 Kommentare »
Abgelegt unter Sinas private Gedanken

Gerade eben. Mein Handy klingelt. 07irgendwas. Die Nummer ist mir nicht bekannt, trotzdem hebe ich ab.

“Guten Tag, Gottstein mein Name.”

“Ähm, ja?”

“Sie kennen mich nicht. Aber ich kenne Sie. Seit gestern. Ich habe Sie im Fernsehen gesehen. Es hat mich derart aufgewühlt…”

“Ich hoffe, po..”

“Natürlich positiv. Es ist unglaublich, was Sie bewegen. Und ich weiß, Sie werden es schaffen. Sie haben die Kraft, das habe ich gleich gesehen. Richen Sie ihren Blick immer nach Vorne.”

“Ähm, ja, äh, danke!”

“Geht nicht, gibts nicht. War das Motto meines Vater, meines und Ihres ja auch. Sehen Sie, ich war Müller, habe zehn Jahre Schmuck hergestellt, eine große Villa gebaut und eine Farbik. Meine Frau und ich hatten von nichts eine Ahnung. Das ist eine gute Voraussetzung für Erfolg. Wir haben da viel gemeinsam. Dann habe ich mit meiner zweiten Frau eine Konfektion angefangen, so wie Sie heute. Alles im Haus. Na gut, heute ist das anders, aber ich bin ja schon 80 und als ich das sah, habe ich mich an meine Anfangzeit erinnert.”

“Schön, Herr Gottstein. Darf ich fragen, woher Sie meine Nummer haben und wer…”

“Der Nähmaschinentechniker gab mir Ihre Nummer. Ich bin der Gründer von sigikid. Viel Kraft wünsche ich Ihnen, und Gottes Segen!”

Gänsehaut.


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