Archiv für den Monat Februar 2011

Es lebe der Profit. Jetzt auch in bio.

Freitag, 25. Februar 2011 11 Kommentare »
Abgelegt unter Hinter den Kulissen

Eigentlich wollte ich nur 100 kg Strickgarn ordern, für unsere neuen Pullis. Aber wie immer bleiben Friedhelm und ich beim aktuellen Weltgeschehen hängen. Vielleicht auch, weil die Textilbranche exemplarisch für die gesamte Wirtschaft ist. Vielleicht aber auch, weil gerade an ihr Mißstände offener zu sehen sind.

„Sina, es gibt keine Bio-Baumwolle mehr auf dem Markt, es ist tot. Keiner verkauft mehr. Und wenn, dann zu einem Preis, der aus der Luft gegriffen ist“, erklärt mir Friedhelm. China, selbst größter Baumwolllieferant der Welt hat sich in den letzten Monaten zum ebenso größten Rohstoffimporteur entwickelt. Indien hat das vor kurzem gelockerte Auslieferembargo seit zwei Monaten wieder komplett in Kraft treten lassen: keine Rohware, kein Garn aus Indien. Ägypten? Ob der politischen Entwicklungen gerade ein schwieriges Eisen. Ägäis und Türkei, wo auch manomama die Rohware bezieht, ist derzeit die einzige Möglichkeit, Baumwolle zu beziehen. Wenn die Chinesen noch etwas übrig gelassen haben.

Friedhelm ist Familienunternehmer mit einem weiten Blick. Deshalb bekomme ich von ihm mein Türkei-Biobaumwoll-Garn auch weiterhin. Weil er die Marktentwicklung erwartet hat, und vorher die Hallen vollfüllte.

„Diese Entwicklung macht alles kaputt“, sagt Friedhelm. Was er meint: das Weltwirtschaftswachstum erdrückt uns. Langsam, aber sicher, gehen wir kaputt. Nicht nur “bessere Produkte”, auch unsere Arbeitsplätze. Er erklärt es an einem schönen Beispiel:

Es gibt noch Webereien in Deutschland. Sie stellen meist Baumwoll-Polyestergewebe her. Da fahrt ihr in euren Autos durch die Gegend. Nur: die Abnehmer, in dem Fall die Autoindustrie, ist nicht gewillt, die preissteigenden Kosten für Rohware zu übernehmen. Erste Webstühle stehen bereits still. „Für die Weberei stellt sich die Frage: Verkaufe ich mit Verlust oder gehe ich gleich aufs Amtsgericht?“, erklärt Friedhelm.

„Warum aber gleicht man die höheren Kosten nicht einfach durch reine Erdölfasern aus?“, frage ich ihn. „Weil sich die Plastikfasern am Preis der Naturfasern orientieren“.

Alles wird teurer, und niemand möchte es bezahlen. Schon gar nicht der Endverbraucher, zahlt er für einen popeligen Golf eh schon 30.000 Euro, da wären zwei Euro mehr für die Innenverkleidung nicht mehr kommunizierbar (Achtung Ironie). Ebenso im Textilbereich mag der Endverbraucher seine seit Jahren gewohnten 4,99 € beibehalten. Auch „bio“ darf nicht noch teurer werden, ist es doch sowieso schon deutlich über dem konventionellen Preis.

Was also tun Unternehmer? Sie sparen. Wie die letzten Jahre auch. Sie sparen, reduzieren, optimieren die Kosten. Geht doch überhaupt nicht mehr, möge man sich denken, es wurde doch in vergangener Zeit bereits alles durch und durch kostenoptimiert. Mit dieser Meinung liegt man zweifelsohne richtig. Am Arbeitslohn kann nicht mehr gespart werden, dieser nähert sich seit Jahren – gerade in Asien – gen Null. Also sparen wir am Material. Im konventionellen Bereich wird das nicht mehr gehen.

Ein Beispiel: Nach cotlook A Index kostet 1 lbs konventionelle Baumwolle heute (25.2.2011) runde  2,15 $. Damit liegt das Kilo konventionelle Rohbaumwolle bei 4,75$. Nun verspinnen wir das Material zu einem strickfähigen Garn und berücksichtigen 20% Spinnverlust. Daraus ergibt sich ein Selbstkostenpreis eines Kilos Garns Nm 50/1 ring gekämmt in Asien von heute umgerechnet ca. 5,20 €. Wir färben es noch und verstricken es zu einem schönen T-Shirtstoff. Nun haben wir runde 8 Euro für das Kilo T-Shirtstoff. Seit der Reportage „Das Welthemd“ wissen wir, dass H&M 600 Gramm Baumwollstoff benötigt für ein T-Shirt. 4,80 € Materialkosten, Verkaufspreis 4,99 €. Wir nicht mehr funktionieren. Es wird teurer. Bei konventionellen Herstellern.

Lasst uns noch einmal zurückgehen zum Sparen. Vor einigen Tagen habe ich bereits über das Thema „Biofach“ gebloggt. Darüber, dass Ökohersteller sich immer mehr konventionellen Marktmechanismen bedienen, um Profit zu machen. Das war und ist, in meinen Augen, das Ende des „BIO“. Heute, im Telefonat mit Friedhelm, bekam ich die Bestätigung: Bio ist tot. Denn: Die Biobranche hat gegenüber der konventionellen in dieser angespannten Marktsituation einen großen Wettbewerbsvorteil, und der wird schamlos ausgenutzt: Sie sparen am Material.

Vor einigen Wochen habe ich mich schon gewundert, was 30% Polyamid in einer Schurwolljacke eines trendigen „Ökolabels“, dessen Namen man kaum sprechen kann, zu suchen hat. Seit heute verstehe ich es. Zertifizierte Biotextiler waren angehalten, mindestens 70% Naturfasern in ihren Produkten zu haben. Also im Stoff. Die Zutaten könnten immer schon konventionell sein. Um eine gute, grüne Marke aufzubauen, ist man in die Vollen gegangen: man hat Stoffe aus 100% Biobaumwolle gestrickt, reine Schurwolle verarbeitet.

Nun, wo Rohwarenpreise explodieren, erinnern sich die cleveren Ökontroller an die Zertifizierungsrichtlinien: 70%. Mehr braucht es nicht. Und mehr wird nicht gemacht. Die Rohwarenhändler nennen es „ökonomisieren“:

„Concenring Organic what will be the quantity to be ordered? Concerning certifications also can it be possible to make mix of for instance 70% Organic 30% Normal cotton to economize on cost“

So werden heute via Mail Ökolabels beraten und „verkauft“. Das Ende einer guten Idee: ökologisch zu produzieren. Der Beginn einer Zeit, mit der sich mit „bio“ ordentlich Geld verdienen lässt.

„Was bleibt uns noch?“, frage ich Friedhelm. „Wir haben nur eine Chance“, erwidert er. „Den Weg, den wir eingeschlagen haben, als ökologisches, regionales und transparentes Familienunternehmen weiterzugehen. Es wird länger dauern, aber es ist ehrlich!“. Recht hat er.

Eure Sina

Kleines zu groß.

Montag, 21. Februar 2011 11 Kommentare »
Abgelegt unter Grüne Gedanken, Hinter den Kulissen

Zertifizierung (von lat. „certe“ = bestimmt, gewiss, sicher und „facere“ = machen, schaffen, verfertigen)

Eine gute Sache, eine Zertifizierung. Schließlich soll sie bestimmte Rahmenbedingungen für ein Produkt, eine Dienstleistung u.ä. sicherstellen und somit dem Verbraucher Gewissheit verschaffen. Mittlerweile aber hat die Flut an “fairen” und “biologischen” Siegeln das Gegenteil bewirkt: der Verbraucher weiß kaum mehr, was er durch welches Siegel an Mindeststandard garantiert bekommt. Eigentlich nicht sehr schlimm, ähneln sich Siegel und Zertifikate doch sehr. Sie setzen Mindeststandards. Und genau hierin liegt das Problem. Für Unternehmen wie manomama.

Haben Sie eigentlich einen Betriebsrat“, war die einzige Frage, die die zuständige Dame von cleanclothes von uns wissen wollte. An sich sei sie sowieso nicht zuständig für uns, schließlich würde man nur international agierenden Unternehmen “auf die Finger schauen”. Hm.

Manomama hat die Problematik, so nachhaltig zu sein dass sie außerhalb des Vergleichbaren und Messbarem landen“, schrieb der Verantwortliche der Nachhaltigkeitsampel. Okay.

Wie wir es auch anstellen, es ist uns kaum bez. nicht möglich, aufgenommen zu werden in sauberen Listen oder Nachhaltigkeitsrankings. Natürlich hätten wir die Möglichkeit, uns für einen satten fünfstelligen Betrag bestätigen zu lassen, dass bei uns – hier in Augsburg – keine Kinderarbeit erfolgt. Auch bestünde die Möglichkeit, ebenso für den ordentlichen Einwurf klingender Münze, die laxen GOTS-Richtlinien bestätigt zu bekommen. Die ganze Zeit jedoch frage ich mich: wofür? Wofür sollten wir Unsummen an Geld ausgeben, die dann Mindeststandards bestätigen, die wir um ein Vielfaches erfüllen. Weil wir regional produzieren.

Nach zwei weiteren Mailkontakten von Nachhaltigkeitsportal-Betreibern wußte ich, warum: Die Rankings arbeiten ausschließlich mit quantitativen Vergleichen. Ein Ranking ergibt sich durch das Erfüllen bestimmter Kriterien. “Ja, setz doch einen Button auf deine Homepage, dass diese mit Ökostrom betrieben wird, veröffentliche einen Code of Conduct und du hast zwei Punkte mehr”, sagte einer der Nachhaltigkeitsranker. Allein diese Aussage widerspiegelt das Dilemma in doppelter Weise: zum einen sind wir der Meinung, dass Dinge, die Grundvoraussetzung sind, nicht noch plakativ werblich breit getreten müssen, zum anderen scheint es aber den Rankern zu reichen, auf der Website “irgendetwas zum Thema” zu finden. Früher war Papier geduldig. Mit Webseiten dürfte es sich ähnlich verhalten.

Vor drei Tagen bekam ich dann erneut eine Mail. Diesmal von Rankabrand aus Amsterdam. Mario, ein sehr netter Kontakt, schrieb mir folgendes:

“Seit Ende November ist nun bereits die Anfrage um manomama zu ranken in unserem Request System. Wir haben das nicht aus den Augen verloren. Nur wird unser Kriterienkatalog für den Modebereich den zweifellos vorbildlichen Nachhaltigkeits- und CSR Aktivitäten von manomama in der aktuellen Form nicht komplett gerecht. Er ist schlichtweg zu “groß dimensional.”

Zu großdimensional? Ich verstehe die Welt nicht mehr. Gerade wir, die die gesamte Produktionskette klein, überschaubar, regional und transparent halten, sind zu großdimensional. Diese Mail war Abschluss einer Odysee der Bemühungen, irgendwie in den zahlreichen Nachhaltigkeitsrankings gelistet zu werden. Bereits erste Zweifel an den verbraucherfreundlichen Rankingportalen bekam ich, als mich ein sympathischer Mann anrief, um über ein Listing in seinem Nachhaltigkeitsportal zu reden. Unheimlich freundlich, und ja, er bemühte sich wirklich, manomama irgendwie unterzubringen. Er ist Geschäftsführer einer GmbH, die das Rakingportal betreibt. Etwas verwundert war ich hingegen über eine Mail einige Wochen später, als mir der selbe Geschäftsführer ein paar Zeilen zukommen ließ, ob ich nicht Nahthilfsmittel, natürlich GOTS-zugelassen, bräuchte. Ich sah ins Impressum: ein Geschäftsführer der Nachhaltigkeits-GmbH, der zugleich Vorstand eines Chemieunternehmens für textile Hilfmittel ist.

So schließt sich der Kreis. Aus dem manomama künftig außen vor ist. Wir setzen weiterhin auf Transparenz. Ganz großdimensional.

Nachtrag (17.03.2011):
Der sehr nette Kontakt von Rankabrand schrieb mir heute eine eMail. Wir müssten telefonieren. Das haben wir auch gemacht. Rankabrand würde daran arbeiten, kleinere Labels mitaufzunehmen. Das ginge nicht gleich, schließlich sei man ob der Kapazitäten erstmal auf die großen konzentriert. Mich hat es sehr gefreut, dass sich die Jungs von Rankabrand gemeldet – und – Gedanken gemacht haben. Ich bin mal gespannt und sage “dank” für deine Mühe, lieber Mario!

Nachtrag (21.11.2011):
Eine liebe Twitterin brachte mich heute drauf, indem sie fragte, warum wir nicht bei rankabrand gelistet sind. Ich dachte ja schon gar nicht mehr über diese Listen nach. Fazit zur Mail vom 17.3.2011: Nichts. Niente. Nada. Gar nichts hat sich bewegt, nichts hat sich ergeben. Muss auch nicht mehr. Es geht sehr gut ohne diese Listen.

O sole bio.

Sonntag, 20. Februar 2011 10 Kommentare »
Abgelegt unter Grüne Gedanken

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, schrieb Hesse. „O sole bio“ könnte man heute rufen: herrlich glänzende Produkte, wundervoll drapierte Innovationen, dargeboten in hochprofessionellem Umfeld einer renommierten Messe. Die Biofach 2011.

Die einst körnerverschriene Branche mit den selbstgebastelten Umverpackungen ist erwachsen geworden. Schön anzusehen, jedoch hat sie mit dieser Entwicklung vieles verloren. Nicht alles. Zumindest aber die Chance, sich als echte ökonomische Alternative zur konventionellen Wirtschaft zu etablieren.

Laufen wir gemeinsam ein Stück durch die Hallen der Biofach: Wir sehen biologisches Backtriebmittel nach eG-Ökoaudit, wir finden Demeter-Tiefkühlprodukte, Bio-Nahrungsergänzungsmittel. Wir kosten von der veganen Zwiebelmettwurst und genießen Tofu-Steaks. Wir können auswählen aus unzähligen Schokoladen in den verschiedensten Geschmacksrichtungen. Und unterschiedlichsten „fairen“ Zertifizierungen. Wir trinken „Keine-Ahnung-Was-Aber-es-ist-gesund-und-kommt-von-weit-her-aber-ist-bio“. Wir verlieren den Überblick. Die Orientierung. Ein fast heimeliges Gefühl überkommt uns am Vorbeigehen des Semmelbröselstands. Die Packung steht bei uns zuhause. Der Hersteller hat schon für schön panierte Schnitzel bei unseren Eltern gesorgt. Gleiche Umverpackung, jetzt aber mit Öko-Siegel.

Konventionelle Marktmechanismen „in bio“
Neben wenigen Ausnahmen haben Hersteller und Vertriebsgesellschaften von Bioprodukten einen Weg eingeschlagen: das hausinterne Marketing (ja, das gibt es mittlerweile auch im Biobereich) wird sagen: „Wir sind professionell“ geworden. Der interessierte Hinter-die-Kulissen-Kucker wird es so formulieren: „Die Biobranche bedient sich konventioneller Marktmechanismen, um Profit zu machen.“ Schon lange sind die Zeiten vorbei, dass in der Biobranche fürs Gewissen und die Ideale gewirtschaftet wird, blanke Ökonomie hat Einzug gehalten. Als Sinnbild der völlig abstrusen Produktportfolioentwicklung ist das „Diät-Tierfutter für den Hund aus 100% ökologischem Fleisch bei Fell- und Hautproblemen“ aufgefallen. An dieser Stelle sei erwähnt, dass 1/3 der Menschheit hungert.

Früher galt es Hungrige zu satt zu bekommen, heute müssen wir Gesättigten Hunger machen. Diese Anforderung spiegelt sich in der Bio-Produktpalette wieder. Nicht eine einzige echte ökologische Innovation konnte auf der großen Fläche entdeckt werden, dafür aber unzählige, schick aufgemachte und (was mich umso mehr wundert, wenn ich an „bio“ denke) aufwändig verpackte Ökosubstitute von konventionellen Produkten.

Das eigene Grab schaufeln
Gerade diese Entwicklung spielt dem hart umkämpften konventionellen Markt in die Hände und Ökounternehmen schaufeln sich durch das Gehen des Substitutionswegs a la „Das Gleiche nur in grün“ ihr eigenes Grab. „Bio“ verkommt zum inhaltslosen USP. Damit haben konventionelle Kollegen ein leichtes Spiel, das bereits begonnen hat: der Bio-Discounter.

Dem Konsumenten wird impliziert, durch den Kauf und Konsum der Ökosubstitute nachhaltig zu leben, ein besserer Mensch zu werden. Was aber von beiden Seiten, der Discounterseite wie der „echten“ Ökoseite verschwiegen wird: der konventionelle Weg des Konsums und Verbrauchs reicht nicht aus, nachhaltig zu agieren. Im Lebensmittelbereich rechnen konventionelle Anbieter mit einer Wegwerfquote von 35%. Eigentlich müsste hier dem echten „Öko“ die Luft wegbleiben. Wird es wohl auch. Doch statt in dieser kurzen Zeit richtig durchzuatmen und aufzuklären, rechtfertigt der Bioproduzent sein Schweigen damit. Das Schweigen macht es nur „noch schlimmer“: Glauben Studien zufolge heute bereits nur „noch“ 28% der Menschen, dass „bio“ wirklich besser sei.

Bio kaufen macht es nicht besser
Die Zahlen der Umfragen sind nachvollziehbar. Bio kaufen macht es nicht besser (auch nicht für die Umwelt). Es reicht nicht aus, eG-Ökoaudit-zertifizierte Früchte zu kaufen. Auch diese wandern in die Mülltonne beim ersten braunen Fleck. Man darf sich nicht über diese Tatsache ärgern, vielmehr steckt hierin die Chance für alle ökologischen Unternehmen, die es „ernst“ meinen: das Zauberwort heißt kommunizierte Werthaltigkeit. Der Fruchtlieferant, der ernsthaft ökologische Produkte anbieten und nachhaltig handeln möchte, muss seinen Kunden nach dem Kauf Inspiration zur nachhaltigen Nutzung ermöglichen. Platt ausgedrückt könnten das im Fall der Früchtefirma Rezepte sein. Anleitungen, was ich aus einem Apfel mit braunen Stellen machen kann. Das Wissen von Produktverwertung innerhalb des Haushalts nämlich ist abhandengekommen.

Bei manomama habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht. Der ressourcenschonende Umgang nach dem Kauf. Im konventionellen Bereich, mittlerweile auch bei den ökologischen Unternehmen ja kaum gewünscht, ist notwendig, um nachhaltig zu handeln. Deshalb gibt es bei uns z.B. einen Reperaturservice. Zum nächsten Herbst können sich unsere „Mantelkunden“ sogar neufarbige Bündchen an den „alten“ Mantel machen lassen… Allesamt Nutzungsangebote, die zu echtem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen führen.

Es wird sich also in der nächsten Zeit innerhalb der Biobranche eine grundlegende Veränderung ergeben: Ökounternehmen, die mehr und mehr Gesicht verlieren und somit Unterscheidbarkeit zu den konventionellen Kollegen. Und Ökounternehmen, die die Chance wahrnehmen, Konsum- und Nutzungsverhalten ihres Klientels ernsthaft fördern. Letzteren, und dazu zähle ich auch manomama, wird eine große, verantwortungsvolle Aufgabe gestellt: Wir müssen die Antwort finden, welche Marktmechanismen ehrliches „bio“ benötigt. Wir müssen analysieren, ob „bio“ als reine Alternative bereits so gut ist, um die breite Masse zu erreichen. Und zwar ohne Verlust der eigenen Werte.

Eine Aufgabe, die man schaffen kann, wenn man will.
Eure Sina

Schön.

Montag, 07. Februar 2011 8 Kommentare »
Abgelegt unter Hinter den Kulissen, Presse

Am 5.3. heißt es “#motpa2″ – ein knappes Jahr nach Start feiern wir mit euch Geburtstag und gleichzeitig die neue Kollektion Nr. 4. Das war der Plan. Den Rest wollten wir, wie immer, spontan geschehen lassen. Zwei kleine Programmpunkte haben sich vergangene Woche nun ergeben, über die wir uns sehr freuen. Zwei Gründe mehr für eine tolle Party.

Der erste Grund: manomama wurde “Ausgezeichneter Ort” in der Kategorie “Gesellschaft & Soziales” des Wettbewerbs “Land der Ideen”. Darüber haben wir uns sehr gefreut. Neben der Anerkennung unseres Schaffens wohl am meisten, dass wir als soziales Business in der Gesellschaftskategorie ausgezeichnet wurden. Die Freude darüber war noch nicht einmal richtig im ganzen Team angekommen, gab es die zweite Auszeichnung. Während der Wettbewerb “Land der Ideen” unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten durchgeführt wird, zog nun der Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung “nach”: Dieser fand und findet manomama ein ausgezeichnetes, nachhaltiges Projekt 2011.

Danke dafür – und wir machen weiter! Und: Wir freuen uns, gemeinsam mit euch feiern zu können. Wer dabei sein möchte – hier gehts zur Anmeldung: Facebook-Gästeliste oder via www.twtvite.com/motpa2 ;-)

Liebe Grüße aus der Produktion,
Sina & Team

Wir haben es geschafft.

Mittwoch, 02. Februar 2011 5 Kommentare »
Abgelegt unter Hinter den Kulissen, Kleine Warenkunde

Ein pflanzlich gegerbtes Leder geht. Hier ist es wichtig, auf den Gerbstoff zu achten. Man muss sich Fragen stellen, ob es Sinn macht, ganze Kastanienbäume zu schlagen, um Leder zu gerben, oder ob es andere Möglichkeiten (Tara z.b.) gibt, die “ressourcenschonender” sind…

Um anschließend Farbe aufs Leder zu bekommen, wird es – auch im Fall von pflanzlich gegerbtem Leder, meist synthetisch gefärbt (ohne Färbung erhält man ausschließlich durch Fettung und Temperatur verschiedene Brauntöne. Das machen wir z.B. bei unseren Gürteln). Aber synthetische Färbung ist gerade im Schwarzbereich nicht sehr schadstoffarm. Das war unsere Aufgabe. Wir wollten natürlich vorkommende Pigmente. Und wir wollten ein grau/schwarz. Nach vielen Wochen des Versuchens kam heute die Post – und es hat geklappt: we prowdly present unser grau-schwarzes manomama-Leder, frei von erdölbasierten Stoffen.

Pah, das geht doch gar nicht, schon gar nicht schwarz? Ja, das dachten wir auch erst. Aber im Zuge der Entwicklung unseres vegetabilen Lederersatzes haben wir uns auf die Suche gemacht, was denn Oliven im Lebensmittelbereich schwärzt, Käserinden und sonstige Überzüge bei Süßigkeiten. Wir sind wir fündig geworden. Und – es hält.  Jetzt gehts los: wir produzieren Herrentaschen und Damen-Bags. Kollektion Nr. 4, du kannst kommen! Am 5.3. ist es soweit…

Liebe Grüße aus der Produktion,
Sina


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