Archiv für den Monat Oktober 2010

manomama on the road.

Dienstag, 26. Oktober 2010 30 Kommentare »
Abgelegt unter Hinter den Kulissen

Wieder einmal einer der genialen Ideen meiner geliebten Twitterer. Der liebe @kinghaunst hatte die Idee, mit einem Aufkleber auf seinem Automobil manomama bekannt zu machen. Nachdem ich in die Runde fragte, kamen schnell viele weitere Unterstützer zusammen. Also machen wir nun einen tollen Aufkleber. @kingshaunst ‘s Vorschlag war etwas Kurzes a `la obiges Bild in Größe 20 x 5 cm (oder ähnliches).

Meine Frage und Bitte: Habt ihr andere, kreative Vorschläge? Farben? Formen? Würdet ihr uns ebenso unterstützen mit einem kleinen Aufkleber auf eurem Fahrrad, Auto oder Kinderwagen? Schreibt uns eure Ideen als Kommentare. Und auch, wenn ihr Lust habt, uns so zu unterstützen. Dann können wir, nachdem die Aufkleber fertig sind, euch einfacher kontaktieren.

Für euch ist es ein kleiner Aufkleber, für uns ist es eine wunderbare Möglichkeit, unsere Idee von manomama auch in die Offlinewelt durch euch zu tragen. Hach, ihr seid einfach spitze!

Liebe Grüße
Sina

P.S.: Ich mach’ mich schonmal auf die Suche nach einer ökologischen Aufkleber-Variante…

Eine Handtasche. Von Hand.

Dienstag, 26. Oktober 2010 1 Kommentar »
Abgelegt unter Hinter den Kulissen, Rund um manomama-Produkte

Monika, zweifache Mama und sehr erfahrene Damenschneider-Meisterin ist seit Juni bei manomama. Wenn ihre Kinder im Kindergarten sind, kümmert sie sich in unserer Manufatktur um die Entwicklung und Produktion unserer Accessoires, in erster Linie, unserer Taschen. Bevor Monika zu uns kam war sie in einem Musteratelier verantwortlich für das Modellschneidern hochwertiger Unternehmensbekleidung. Nach ihrem Mutterschutz hatte ihr ehemaliger Arbeitgeber keinen Platz mehr für sie – und wir sind mehr als froh, Monika zu unserem Team zählen zu dürfen. Bei ihr nämlich sitzt jeder Stich.

“Die Verarbeitung ist besser als erstklassig – exakt, sauber, ohne den kleinsten Fehler. So eine Spitzen-Verarbeitung hab ich selten gesehen. Das sind nicht nur “Näher” am Werk, das sind echte Vollprofis. Erfahrene Vollprofis!” – das schreibt @Mikemacapple über seine Leder-Schurwollfilz-Netbooktasche. Im Fall meiner Näher/innen wie Monika könnte ich es nicht schöner beschreiben.

Gerade, wenn man – wie wir – mit ungefärbten Fäden Taschennäht, sieht man jeden falschen Stich. Natürlich passiert das auch Monika einmal. Dann aber näht sie nicht einfach weiter, sondern trennt alles wieder auf, um erneut anzusetzen. Perfektion ist ihr Qualitätsstandard. Der aber beginnt weit vor dem Nähen.

Kommt eine Bestellung auf ihren Tisch, geht sie damit an unser Lederregal, nimmt die gewünschte Farbe heraus, breitet das Naturmaterial auf unserem Zuschnitttisch aus und überlegt sich die Platzierung der einzelnen Schnitteile. “Gerade, da Leder eine natürliche Zeichnung hat, finde ich es sehr wichtig, harmonisch passende Bereich zu einem Ganzen zusammenzufügen”, erzählt Monika. Nach zufriedener Platzierung wird mit einem Silberstift jedes einzelne Schnittteil händisch auf das Leder übertragen und anschließend – ihr seht es auf dem Foto – ebenso manuell ausgeschnitten.

An einer großen, alten Adler Sattlermaschine werden die Einzelteile dann zu einem Ganzen zusammengefügt: zu Netbooktaschen, Handtaschen, ihpone-Taschen und, und, und… Kurz: eine Handtasche. Von Hand.

“Die Tasche wurde für mich gemacht, ist also Maßarbeit. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist meiner Meinung nach hervorragend. Von der Qualität her würde ich sagen: die hab ich noch bis zur Rente, dann wird sie an die Enkel vererbt!” schreibt @Mikemacapple in seinem “Testbericht” weiter. Und das ist, was wir unter nachhaltigen Produkten verstehen: zeitlose, funktionale Textilien & Accessoires, die man länger nutzen kann.  

Übrigens – unsere Taschenkollektion wird Ende dieser Woche um einige, neue Modelle erweitert und sind bestimmt schöne, besondere Weihnachtsgeschenke für eure Lieben. Seid gespannt oder tragt euch in unseren Newsletter unter www.manomama.de ein – dann halten wir euch auf dem Laufenden.

Liebe Grüße
Sina

manomama im gls bankenspiegel

Montag, 25. Oktober 2010 Keine Kommentare »
Abgelegt unter Presse

Manchmal wird man mit einem Schmunzeln an Dinge erinnert. Zum Beispiel an unsere Erwähnung im aktuellen Bankenspiegel. “Ich dachte schon, was hat Thomas D. denn da für eine neue Schnitte?”, sagte meine neue Manomama zu mir. Ganz so ist es dann nicht, auch wenn sich der Sänger der Fanstastischen Vier und ich uns hervorragend verstanden haben und ich mich heute noch an die wunderbare Laudation erinnere… ;-)

Ein Plädoyer für menschliches Erbgut.

Montag, 25. Oktober 2010 3 Kommentare »
Abgelegt unter Sinas private Gedanken

Ich habe den Brief des Amtsgerichts noch vor Augen. Eine Ladung zur Testamentseröffnung. Es ging um das Erbe meines Großonkels. Ich habe es nicht angetreten, denn ich hatte Angst, für etwas geradestehen zu müssen, womit ich überhaupt nichts zu tun hatte.

Gleiches könnte unseren Kindern und Enkeln wiederfahren: daran zu denken, ein Erbe ausschlagen. Allein – sie sind durch ihre Existenz dazu verurteilt, es anzunehmen: das Erbe, das wir hinterlassen.

Auf dem ersten Blick sind die Probleme nicht zu sehen, bestenfalls zu erahnen. Wie im richtigen Leben, könnte man denken. Es ist auch das richtige Leben. Ein Leben, voller Rücksichtslosigkeit. Der anderen, versteht sich.

Der bösen Konzerne zum Beispiel. Sie sind Ausbeuter und Lohnsklavenhalter im Dienste der Globalisierung und ihres Gewinns. Dass aber der ungebrochene Wunsch des westlichen Konsumenten nach dem Billigsten ebenso Treiber dieser Entwicklung ist, wird gerne vergessen. Das entschuldigende Argumentieren, beim Discounter einkaufen zu müssen, macht es nicht besser: Die Reichen beuten die Armen aus. Und die Armen die noch Ärmeren. Gott sei Dank sind diese weit genug weg, sodass wir ihr Schreien nicht hören können.

Wobei – soweit müssen wir nicht einmal in die Ferne schweifen, lässt sich hier mit Menschen ebenso gut Kasse machen. An der Kasse zum Beispiel. Ein mies bezahlter Job für Menschen mit Kameraerfahrung . Natürlich könnte eine derartige Tätigkeit fair entlohnt werden, aber dann müssten wir Konsumenten auf das breite Sortiment an immer frischer Ware verzichten, ist ein nicht unerheblicher Brocken in der supermarktschen Buchhaltung doch die Vernichtung von bereitgestellten Lebensmitteln. Fressvielfalt gegen faire Bezahlung? Da sind wir uns schon selbst die nächsten. Man könnte sich die Haare raufen. Lieber aber – richten lassen. Inklusive anschließender Empörung, dass der Friseur für Schneiden, Waschen, Föhnen mittlerweile 19,- Euro nimmt. Jeder nur halb ökonomisch Bewanderte kann sich an einer Hand ausrechnen, dass mit solchen Preisen kein Mindestlohn von geforderten 10,- Euro drin ist. Nicht einmal die Hälfte. Macht aber nichts, denn niemand sieht, wo wir uns die Föhnfrisur machen ließen. Ausbeutung ist ein weites Feld. Und passiert gerne auch auf Feldern. Dabei empören wir uns medial in allen großen Postillen über die bösen Schweden, die Chinesen für unter 1600,- Euro Beerenpflücken lassen. Wieso aber lesen wir nichts über polnische Spargelstecher und ukrainische Gurkenzupfer, die sich für die Hälfte bereits tagelang die Hände für unseren Gaumen schmutzig machen?  Ganz einfach – weil die Saisonlöhne in Deutschland mittlerweile derart unverschämt sind, dass die fleißigen Erntehelfer weiterziehen. Nach England, und Spanien. Die Agrar-Ökonomen werden im Fernsehen sagen, man bekäme niemanden mehr, warum, verschweigen sie.

Es ist zum Jammern. Und ja, jammern können wir. Wie oft habe ich zum Beispiel den Satz gehört, jemand könne sich kein gesundes Essen leisten, weil er zu wenig Geld hätte. Rosa Wolff hat in ihrem Buch “Arm aber bio” den Beweis geführt: selbst mit 4,35 € am Tag kann man sich gesund ernähren.  Es scheitert also nicht am Geld, es scheitert an der Tatsache, kochen zu können und der Bereitschaft, die Zeit dafür aufzubringen.

Wie sehr regen sich Menschen auf, kein ordentliches Gehalt zu bekommen und nehmen dies als Entschuldigung für ihr eigenes, unverantwortliches Handeln, indem sie Produkte konsumieren, die auf der Ausbeutung anderer und der Ruinierung der Umwelt beruhen.

Macht aber nichts, denn am bequemsten halten wir es wie Jeanne-Antoinette Poisson, der Mätresse Ludwig XV. Sie sagte nach einer selbst initiierten und anschließend verlorenen Schlacht: “Après nous le déluge” – Nach uns die Sintflut.

Wir setzen uns ein für eine saubere Umwelt, aber praktizieren zugleich ein schmutziges Gegeneinander. Wir setzen uns ein für ökologisches Saatgut, aber vergessen darüber das menschliche Erbgut. Das, was derzeit auf die nächste Generation warten würde, wäre allenfalls Erbschlecht.

Was mich beunruhigt ist die Erkenntnis der Neuro-Psychologen Terrie Moffitt und Avshalom Caspi. Sie erhielten für ihre Forschungsergebnisse sogar den mit einer Million Schweizer Franken dotierten Klaus J. Jacobs Forschungspreis 2010. Die beiden Wissenschaftler konnten nachweisen, dass sich asoziales Verhalten vererbt.

Bevor diese Erkenntnis ernsthaft auf der Tagesordnung der rechtssprechenden Organe steht, sollten wir unsere ganze Kraft, unseren Mut und unser Engagement in das stecken, was wir wirklich weitergeben möchten: ein menschliches Erbgut. Damit unsere Kinder keine Angst haben müssen, die Briefe unseres Nachlassverwalters zu öffnen.

Eur Sina

Überlegenheit der Natur.

Montag, 25. Oktober 2010 3 Kommentare »
Abgelegt unter Kleine Warenkunde

“Kratzt das nicht?” war am Wochenende die meistgestellte Kundenfrage. Es geht um unseren neuen Damen-Parka “Mira” und die Herren-Jacke “Maro” aus bayerischer Merino-Schurwolle. Und in der Voksmeinung kratzt Schafwolle. Kann sie auch, ganz fürchterlich sogar.

Warum aber kratzt dann unser natürliches Material nicht? Ich könnte nun schlicht sagen: “Weil”. Das aber wird dem wundervollen Material nicht gerecht. Merino-Schurwolle ist ein funktionelles Wunderwerk, und deshalb möchte ich hier ein wenig über diesen nachwachsenden Rohstoff berichten.

Warum kratzt Merino-Schurwolle nicht?
Da Geheimnis des Nichtkratzens ist der Feinheitsgrad. Grobe Schurwolle, zum Beispiel von Heidschnucken oder Tiroler Schafen, haben einen sog. Mikron-Wert (Maßeinheit für die Dicke des einzelnen Haars) von 35 – 50. Direkt auf der Haut getragen kratzt das, verzeiht, wie Sau. Das Tierhaar ist damit immer noch deutlich feiner als ein Menschenhaar, aber eine Schurwolle Mikron 50 überschreitet deutlich die physiologische Grenze des Menschen, wenn es ums Kratzen geht.
Merino-Schurwolle hingegen hat einen Mikronwert von ca. 13 – 28. Das Kratzen ist somit nicht spürbar. Einige, wenige Menschen sind selbst gegen feinste Tierfasern empfindlich. Sie sollten dann von jeglicher natürlicher Schurwolle absehen.

Wir haben uns bei unseren Jacken und Mänteln für einen Mikronwert von ca. 26 entschieden. Aus zwei Gründen: Ersterer ist das Vermeiden von “Kratzen”, zweiterer uns aber ebenso wichtig: Robustheit. Eine Jacke muss belastbar sein. Das widerum geht mit hochfeinen Merinofasern nicht bzw. nur, wenn sie chemisch aufbereitet und zugerichtet wird. Und das wollen wir nicht. Wir möchten unsere natürliche Schurwolle aus Bayern so lassen, wie sie gewachsen ist.

Denn: Merino-Schurwolle ist ein echtes “Ökoprodukt” mit unschlagbaren Funktionen, die fast in Vergessenheit geraten sind. Der nachwachsende Rohstoff ist wieder biologisch abbaubar. Doch das ist das Geringste. Schurwolle im Allgemeinen ist absolut geruchsneutral, d.h. es nimmt keine schlechten (wie auch guten) Gerüche an. Deshalb muss eine Walkjacke kaum gewaschen werden, da ein Lüften oftmals reicht. Das Eigenfett (Lanolin) in der Faser wirkt schnellem Schmutzen entgegen und sorgt für Hitzebeständigkeit.

Eine Jacke aus diesem Material kühlt bei Hitze und wärmt bei Kälte, die fein gekräuselten und gewalkten Fasern schützen vor Regen, Wind und Schnee. Selbst in nassem Zustand wärmt dieses Material. Es ist sehr atmungsaktiv und reguliert die körpereigene Temperatur, schlicht: eine Walkjacke ist eine zweite Haut. Und zuverlässiger Begleiter im Herbst, Winter & Frühling…

Es hat wohl einen Grund, warum große Outdoor-Hersteller langsam das natürliche Wunderwerk entdecken: weil eine synthetische Faser nur unter größten Anstrengungen, mit viel Energie und zahlreichen Appreturen so getrimmt werden kann, was Merino-Wolle von Haus aus mitsichbringt.

Liebe Grüße ausdem Atelier
Sina


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