Salzstangen mit bitterem Beigeschmack


#Filius steht im Kindergarten, kreidebleich und klagt über Bauchschmerzen. Obgleich ich eher der robuste Typ Mutter bin, plane ich den direkten Weg nach Hause. “Ich spinge anschließend kurz in den Supermarkt und besorge Dir noch…” “Nein, Mama – wir gehen zum Bioladen!” Eigentlich könnte ich mich über meine “konsequente Erziehung” freuen, doch was dort passierte, hat mich bewegt.

Wir kommen am Bioladen an und während wir hineingehen möchten, drängt uns, linkerhand mit dem Handy telefonierend, eine Dame, vielleicht Ende fünfzig, gepflegt, sichtbar aus gehobenem Hause und – vor allem – wichtig – an die Seite. #Filius hielt ihr kurzerhand die Tür auf und wir ließen sie passieren.

An der Kasse trafen wir uns wieder. Sie stand hinter uns. Nicht mehr telefonierend, was im Nachhinein betrachtet, wohl besser gewesen wäre. Als die freundliche Kassiererin meinen Sohn fragte, ob er immer so brav und still wäre, lächelte ich und erwiderte: “Na, dem jungen Mann geht’s nicht gut!” “Ah”, sagte die Verkäuferin”, wollte eben die Bio-Salzstangen über den Scanner ziehen, hielt inne, reichte die Packung dem #Filius und sagte: “Die schenke ich Dir. Wirst sehen, geht heute abend schon viel besser!”

 Auf mein “Das wäre doch nicht nötig gewesen” folgte nicht, wie erwartet, ein freundliches Lächeln der Kassiererin, sondern ein gellendes “So weit kommt es noch!” aus rückwärtiger Richtung. #Filius, die Verkäuferin und ich drehten und um und sahen eine in Sekundenschnelle errötende Dame, die Frau vom Eingang. Was dann folgte, entbehrt jeden Anstands. Nicht nur, dass ob solcher völlig überflüssiger Gesten gegenüber diesen “Rotzlöffeln” gerade in “ihrem” – richtig, “ihrem” Biomarkt die Preise völlig überzogen werden, nein, sie würde auch nichts geschenkt bekommen. Es reiche schon, wenn sie für diese asozialen Familien Steuern bezahlen würde (wahrscheinlich meinte sie Kinder- bzw. Elterngeld). Ich bat sie, sich zu mäßigen, und fragte, ob es denn für jemand, der sich eines “rücksichtsvollen Lebensstils” – und davon gehe ich nunmal aus, wenn jemand schon einen Bioladen nahezu sein “eigen” nennt – verschrieben hat, nicht dazugehört, einem kleinen Fünfjährigen eine Packung geschenkter Salzstangen zu gönnen? Nein, es schien nicht dazuzugehören.

Äußerst aufgebracht verwies mich die Dame auf den geschätzten Betrag an Steuern von ihr und ihrem Mann, den sie uns (Familien) freundlicherweise zur Verfügung gestellt hätte. “Davon hätten wir uns mindestens zwei weitere Häuser kaufen können! Und was haben wir davon? Nichts, überhaupt nichts. Im Gegenteil: selbst hier bekommen Familien alles geschenkt!”.

Das war der Moment, in dem meine Contenance zu Ende ging. Ich holte tief Luft und wiederholte in ruhigem Ton: “Was Sie davon haben? Sehr viel. Die Generation meines Sohnes wird es sein, die ihren königlichen Hintern sauberhält, wenn sie zu gebrechlich sind, ihn sich selbst zu wischen! Und warum mein Sohn ihnen den Arsch putzen wird? Weil er im Vergleich zu Ihnen nicht nur gemein, sondern gemeinschaftlich ist!”.

Gezahlt und gegangen. Die Salzstangen ißt der #Filius nicht. Er schämt sich. “Du darfst sie essen, #Filius! Die Kassiererin hat sie Dir geschenkt!” “Ja, aber die andere Frau will das nicht. Deshalb esse ich sie nicht!”

Wir hatten es heute morgen auf Twitter mit dem Thema Neid & Gier. Das war einmal wieder ein reeles Beispiel dafür. Und jetzt versteht ihr vielleicht auch, warum ich der Meinung bin, dass diese Generation niemals – aus eben erlebten Gründen – das Grundeinkommen auf den Weg bringen wird. Aus puren Neidgründen. Und das muss sich ändern. Wir müssen es ändern.

42 Antworten zu “Salzstangen mit bitterem Beigeschmack”
  1. Heiko sagt:

    Geld verdirbt den Charakter

  2. Sandra P. sagt:

    Neid – Missgunst – Gier … es gibt kaum Schlimmeres ! SCHRECKLICH ! Ich frage mich oft, wie es dazu kommt, das Menschen so sind ?! was sie so werdenm lies…?! Ist es die fehlende oder falsche Erziehung, schlechte / falsche Erfahrungen ?! Ich kann es so GAR NICHT nachvollziehen !

    Knuddel den #Filius von mir – er ist sooo süß !

    Die Salzstangen kamen von Herzen von der Verkäuferin…sie hätte sicher eine Freude daran, wenn #Filius die Stangen ißt und ganz ganz schnell wieder gesund wird …!

    Ganz liebe Grüße
    Sandra

  3. Andrea sagt:

    Ich glaube, mein Temperament hätte da noch viel weiter ausgeholt und der “Dame” eine verbale Abreibung verpasst, die sie so schnell garantiert nicht vergessen hätte. Ich hoffe nur, diese Lady bekommt eines Tages die Lektion, die sie verdient. Nämlich dann, wenn besagter Pflegedienst sie danach behandelt wieviel sie zahlen kann und will. Dann wird sie feststellen, dass Rücksicht und Respekt eben soch nicht käuflich sind.

    Kopfschüttelnde Grüße
    Andrea aka Zaida64

  4. Hallo,
    dieser Sorte Menschen ist des die einen manchmal fast die Hoffnung verlieren lassen. Null Verständnis, Empathie oder auch nur ein Funken Selbstlosigkeit. Hargghh!

    “… mindestens zwei weitere Häuser …” Und wieviele sind dann irgendwann genug?
    Denen muß man mal klar machen was unter Postmaterialismus zu verstehen ist.

    LG
    Rubeus

    P.S.: Der es ganz großartig findet was Du da mit “manomama” aufziehst!

  5. Koorime69 sagt:

    Bin fassungslos O.O wie kann man nur so, so … mir fehlen die Worte.

  6. Strolchi sagt:

    Ein Gefühl aus Wut und Fassungslosigkeit – so möchte ich mein derzeitiges beschreiben. Mir reicht es auch mit “dieser Generation”. Ich hätte ihr vermutlich wortlos eine runtergehauen (als Frau darf man das ja).

    Aber da fällt mir eine Anekdote ein, neulich beim Arzt. Nach einem kurzen Wortwechsel mit der Sprechstundenhilfe, die ich bis zu dem Zeitpunkt nicht genau verfolgt hatte, ereiferte sich der Mann “warum wir [die junge Generation] so respektlos seinen. Wir sollten doch mal nicht vergessen, wer diese Land wieder aufgebaut hat!”

    Ich konnte mir ein “Ihr habts ja auch kaputt gemacht.” nicht verkneifen.

  7. Olaf sagt:

    Sag #Filius, gedanklich kreigt er die Salzstangen einmal mehr geschenkt als geneidet. Und ich spreche da sicherlich nicht nur für mich. Ich kanns ihm nicht verdenken, wenn trotzdem der bittere Beigeschmack dran haften bleibt.

    Olaf.

  8. Ich wäre um ein Vielfaches unflätiger geworden.

  9. hensys sagt:

    Jeder blamiert sich, so gut er/sie kann.

    Sicher nicht der “Standardfall”, aber meine Frau und ich haben diesbezüglich auch schon schlechte Erfahrungen gemacht. Dass es anders geht, zeigen unsere skandinavischen Nachbarn.

    hensys

  10. Zartbeseitet sagt:

    Bin sprachlos vor Entsetzen. Sachen gibt es …

  11. Müslikind sagt:

    Das Argument der Dame kann man auch genau anders herum sehen: Ein Kind kostet ungefähr so viel wie ein Einfamilienhaus, wie meine Soziologie-Professorin immer sagt. Die Kosten tragen die Eltern weitgehend selber, bzw. nehmen dafür einen niedrigeren Lebensstandard in Kauf, ganz zu schweigen von der Zeit und den Einbußen an Unabhängigkeit. Ein Kind kann sich nicht selber versorgen und Kinder sind notwendig für den Fortbestand der Gesellschaft. Es ist eben kein Privatvergnügen. Deshalb ist ein Grundeinkommen für Kinder noch notwendiger als für Erwachsene. Die ganze Gesellschaft sollte dafür aufkommen, dass es Kinder gibt und sie ohne Not aufwachsen können.
    (40% der Alleinerziehenden beziehen Hartz IV, bei 98% der alleinerziehenden Hilfeempfängerinnen ist die Armut langfristig, also durchschnittlich 7 Jahre)

  12. taschana68 sagt:

    Ich wusste gar nicht das Familien asozial sind, diese Frau hat sich wohl den letzten Rest Hirn mit dem Handy verstrahlt.

    Ich hätte nicht so ruhig bleiben können, Hut ab vor Dir!

  13. Tom sagt:

    Sag dem #Filius, dass er auf solche Leute schei… darf. Ist auch Bio. ;)

  14. Carrie N. sagt:

    Das gibt’s ja nicht. Man könnte meinen, die kauft in “ihrem” Bioladen auch nur ein, um ihr Karma zu ölen. Frechheit.

    Hätte – wie meine Vor”redner” schon meinten, auch nicht so ruhig bleiben können.

    Chapeau!

  15. Marny sagt:

    Da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. Ich schließe mich an! Tolle Reaktion!

    So was kann einem oder in dem Fall euch zweien schon mal den Tag versauen!!

    Gruß
    Marny
    PinkTwinkleStar

  16. Was für widerliche Menschen gibt es eigentlich auf der Welt. Hoffe, dem Kleinen geht’s schon wieder ein bisschen besser

  17. Marco sagt:

    Wow, das ist wirklich eine sehr krasse Geschichte. Du hast da sicher absolut richtig reagiert – ich weiß nicht, ob ich so ruhig geblieben wäre. Selbst, wenn es nicht mein Kind ist *g*
    Allerdings sollte man das vielleicht auch mal aus der Warte der Frau sehen. Klar ist es für uns jetzt leicht, über die Bonzen zu urteilen (scheinbar sind wir hier ja alle von einem ähnlichen Schlag *g*) aber wenn ich sehen würde, dass von meinem harterarbeitetem Geld (oder dem Geld ihres Mannes ;) ) ein Großteil weggeht… weiss nicht, fänd ich vielleicht auch nicht so witzig. Moralisch ist das natürlich richtig, keine Frage, aber der gemeine Mensch ist ja nun auch nicht unbedingt bekannt dafür, moralisch immer richtig zu urteilen…

    Das ganze aber an einer Packung Salzstangen für einen Zwerg aufzuhängen ist aber natürlich richtig Quatsch. :)

  18. manomama sagt:

    @Marco
    Es ist keine Frage des Geldes, sondern der grundsätzlichen Einstellung. Ich könnte es von der gleichen Warte wie die Dame sehen: Ich hab Geld, behalte und verprasse es, egoistisch und rege mich auch noch über andere auf, wenn sie etwas geschenkt bekommen. Das Kapital für manomama, allesamt mein persönlich, hart erarbeitetes Privatkapital, ist ebenfalls mittlerweile ein schönes Einfamilienhaus. Und? Rege ich mich auf? Nein, ich finde es wunderbar, der Gemeinschaft damit etwas zurückzugeben. Und so sollten doch bitte die Damen und Herren mal beginnen zu denken. Ich fordere überhaupt nicht ein, so radikal wie ich zu agieren, ich finde es ebenso nicht verwerflich, eine Rolex, von mir aus zwei zu tragen, aber ich finde es beschämend, mit vollem Munde dem Hungernden am gedeckten Tisch das Zugreifen zu verbieten. Das geht so nicht. #istnunmalso
    Wenn wir nicht langsam beginnen, wieder gemeinsinnig zu handeln und vorallem Finanzen etwas “gleicher” zu verteilen (damit meine ich keine Generalangleichung, um Gottes Willen), dann geht das hier sauber den Bach hinunter. Und keiner will es gewesen sein. Das wissen wir. Also müssen wir auch handeln. Und darüber hinaus: es macht einen scheiß Spass, mal weg von Gier & Nichtgenugkriegen sozial zu agieren. Ein Lächeln von meinen Nähern ist mir mehr wert als vor 5 Jahren die fünfte Luxusuhr.

  19. Marco sagt:

    @manomama
    Ich versteh ja was du meinst und ich sehe es auch ziemlich ähnlich. Was ich meinte war lediglich, dass eben nicht alle Menschen diese Weitsicht haben und gern auch anderen, selbst Fremden, etwas Gutes tun wollen.
    Ich selbst finde die Güter auch absolut ungerecht verteilt, jetzt nicht nur in Deutschland, sondern eher global. Im Kleinen sieht es natürlich auch in Deutschland nicht wirklich rosig aus… aber das sollte man vielleicht nicht unbedingt zu einer Geschichte erörtern, in der eine Bonzin deinem Zwerg keine Salzstangen gönnte *g*

  20. Marcel sagt:

    Wow…. na die Antwort nenne ich aber mal eine tolle Reaktion! Ich denke die Dame hätte mehr davon verdient ;-)

  21. Marc sagt:

    Erschreckend und einfach nur widerlich. Ich weiß nicht, ob ich so ruhig geblieben wäre… da hat sich bei mir in letzter Zeit auch politisch zu viel angestaut.

    Geld verdirbt nicht nur den Charakter, sondern entkoppelt auch von der Lebensrealität der geschätzten 40 % der Bevölkerung, die nicht zu den Besserverdienern gehören.

    Gruß!
    Marc

  22. manomama sagt:

    @Marco
    In Sachen Erörterung gebe ich Dir recht, wobei ich finde, dass diese Geschichte schon fast sinnbildlich für Ungerechtigkeit und Gier steht. Großer Reicher missgönnt krankem Kleinen ein paar Salzstangerl… ;-)

  23. Marco sagt:

    @manomama
    Da hast du natürlich sowas von Recht… deswegen ist die Geschichte wohl auch so gut. Hat auch was von Äsop, nur halt ohne Tiere *g*
    Hat dein Zwerg mittlerweile eigentlich die Salzstangen angerührt? Wäre ja nun auch schade, wenn der Schurke am Ende gewinnt ;)

  24. manomama sagt:

    Nein, ungeöffnet, unangetastet in der Küche liegend. Wie ich meinen Sohn kenne, wird er sie auch nicht mehr essen. #kannnachtragendsein #imvergleichzurmama

  25. Sag doch Deinem Filius bitte, ich möchte nicht, dass er später der gebrechlichen Dame den Allerwertesten pflegt ;) Was für eine Unverschämtheit von diesem Gerontosaurier.

  26. sandra sagt:

    liebe sina,
    ich kann deinen missmut verstehen , sehr gut sogar.
    wir waren mal bei einem kinder-rehatag, da meinte der Mitarbeiter unseres Sanitätshauses : “die eltern schämen sich immer, rehamittel für ihre kinder zu beantragen, weil sie denken sie lägen damit jemanden auf der tasche. aber das ist blödsinn, ihr kind ist krank und sie brauchen das, so wie es jeder andere mensch bekommen würde. ”
    ist jetzt nicht das gleiche , aber das gleiche gefühl. überall muss man sich rechtfertigen für dinge die eigentlich normal sein sollten. was ist so schlimm an einer packung salzstangen.
    so viele menschen schauen immer auf das was die anderen haben, anstatt sich mal auf das zu besinnen , was sie selbst haben. sie begaffen den rasen der nachbarn und vergessen dabei ihren eigenen ! ich wünschte das würde aufhören, vorallem bei dingen die man eigentlich keinem beneiden sollte. es gibt viele menschen die wollen gar keine staatliche unterstützung, würden gerne arbeiten , aber sind zu alt oder alleinerziehend und und und…

    so roman ende ;) lg

  27. SchBlaBla sagt:

    Da hast Du aber einen äußerst wohlerzogenen und überaus sympathischen #Filius.

    Was diese “Dame” betrifft… Ohne Worte. Wie kann man einem kleinen Kind etwas missgönnen und neiden. Für mich unbegreiflich & unverständlich.

    Am liebsten würde ich jetzt Deinem #Filius etwas schehnken. So als Gegengewicht zu dieser besagten Dame.

    Ich wünsche Euch trotz allem einen wunderschönen Abend.

  28. mykke_ sagt:

    “Ich wäre um ein Vielfaches unflätiger geworden.” !

    Unglaublich, was für Filme manche Zeitgenossen fahren, wenn sie nicht genug sozialen Input haben… auf jeden Fall ist _das_ nicht normal gewesen, und ich kann mir vorstellen, dass die Verkäuferin entsprechend frostig sein wird mit ihr, wenn sie sich da überhaupt wieder hintraut.

    Deinem Filius gute Besserung und mit auf den Weg gegeben: Er hat a) das Konzept der alten Schrulle kennengelernt und b) das der guten Geste – denn das war die Intention der Verkäuferin (mal abgesehen von Kundenbindung *g*). Jemanden leiden sehen und durch eine gute Geste etwas Kraft in ihm wachsen lassen, weil man davon selbst ein besseres Gefühl gewinnt.

    Das machen Menschen instinktiv. Sie hören erst damit auf, wenn in ihnen was schiefgelaufen ist, wie in der hysterischen Schachtel.

  29. Traurig und armselig die Reaktion der Dame.
    Vielleicht sollten Sie die Geschichte ausdrucken, im Bioladen aufhängen und die Salzstangen in einem Becher zum Verzehr daneben stellen… Gewissermaßen als Mahnung. (Ich kann Ihren Filius sehr gut verstehen – ich hätte wohl ähnlich reagiert. Neid vermiest den Appetit. Und meistens sind es die falschen Leute, die im Zweifelsfall einmal mehr sich selbst als das daneben handelnde Gegenüber hinterfragen.)

  30. Gert sagt:

    Dieses Kind sollte sich schämen.

  31. Cedric sagt:

    Gib mir mal Eure Adresse per E-Mail, dann bekommt der #Filius von mir ‘nen Gute-Besserung-Paket! Das Kind soll sehen das es auch andere Menschen gibt… :)

  32. nnes sagt:

    faek

  33. Tor sagt:

    Boah, was für eine Story. Ja, Neid ist absolut verbreitet. Vielleicht habt ihr auch einfach etwas, was dieser Frau fehlt: Eine Familie mit Menschen, die sich lieb haben… Insofern könnte man fast Mitgefühl mit ihr haben.

  34. Der Ludwig sagt:

    Das ist doch nicht war? Die Reaktion mit dem Hintern abputzen finde ich köstlich. Da warst Du aber schlagfertig. Ich bezweifle jedoch, dass die “Dame” das überhaupt kapiert hat. Wer sich selbst so erniedrigt, ist entweder dumm, steht unter Drogen oder hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Im schlimmsten Fall sogar alle drei Dinge zusammen. Andererseits, vielleicht war es ja wirklich die Chefin des Bioladens. Aber auch in diesem Fall wäre ihre Reaktion als dumm und unsozial zu bezeichnen.

  35. cpier sagt:

    Hey Filius, morgen kaufen wir uns eine Packung Salzstangen und knabbern die alle zusammen sososo laut, dass der bösen Frau den ganzen Abend die Ohren jucken! Knabberst du mit?

  36. der Osz sagt:

    Prost-Mahlzeit! Der Kleine sollte sich die Salzstangen schmecken lassen und zwar guten Gewissens, denn nicht die Bonzenfrau hat hier zu melden wer was geschenkt bekommt, sondern die Verkäuferin.

    Von solchen Leuten darf man sich außerdem gar nicht beeindrucken lassen. Die hatte doch bestimmt nur Glück einen Reichen Mann geheiratet zu haben, den Sie jetzt verbiegen kann. Da sage ich nur: dumm, arrogant, gierig und asozial.

    Und zuletzt möchte ich noch „Mit Großgebärde“ von „Strom & Wasser“ (Heinz Ratz) zitieren:

    „[…]

    Das Leben ist nicht sicher, niemand bettelt gerne.
    Verkneif dir also deine Arroganz.
    Mal ist die Zeit ein Stein, mal voller Sterne.
    Mal starrer Tod, mal Flammentanz.

    Der Penner der dort säuft, das könntest du sein.
    Und wenn nicht du, vielleicht dein Kind.
    Die Tür zum Glück, sie könnte zu sein.
    Das geht mitunter sehr geschwind.

    Dann bettelst du und Leute zieh’n vorüber.
    So fein und kalt wie du jetzt bist.
    Und stirbst du, schreibt kein Mensch darüber.
    Weil du nicht Mitglied Ihrer Mitte bist.

    […]“

  37. Kilian sagt:

    Du hättest die Kuh doch fragen könne, wer denn einmal ihre Rente bezahlt, wenn sie alt und tatterig ist? Und frag dann mal wieviel Kohle das ausmacht. Das sind unsere Kinder, die diese Leute für Sozialen Ballast halten. Na, das gute ist doch, dass Leute ohne Kinder einfach aussterben ;-P

  38. Tim sagt:

    Diese Aufregung hisr. Jetzt lasst doch mal die arme Dame in Ruhe. Die verhält sich doch ganz normal. Das Verhalten ist die Realität und die Kundin wird sich, wenn sie den Vorfall in ihrer peer-Group erzählt, grosser Unterstützung erfreuen.

    Ich sehe das nicht als Problem des Geldes, obwohl es sich schön für den sozialpolitischen Klassenkanpf eignet. Es ist für mich lediglich die Einstellung zu Kindern. Nicht ganz unabhängig vom Einkommensstatus, wie man nicht zuletzt an der mangelnden Motivation zur Familiengründung bei gut verdienenden Akademikern sieht.

    Möglciherweise kommt man als Eltern nicht so oft mit Leuten in Kontakt, die Kinder für die grösste Plage halten. Oder es wird selten so direkt einem gesagt. Aber auch in der Blogosphäre und gerade unter den “Alpha-Bloggern” gibt es genug Vorbilder, die Kinder nicht mal von Weitem sehen wollen.

    Insofern: So istb die Welt nicht nur in Deutschland. Die niedrigen Geburtenraten und demographischen Probleme sind nurErgebnis der gesellschaftlichen Einstellung zu Kindern.

  39. calceola sagt:

    Ich mich aufregen?, wenn ich mich beruhige dann rege ich mich vielleicht auf.

    Wenn man kurz drüber nachdenkt gibt es bestimmt gute Gründe warum die Dame so reagiert hat. Es kann nur daran liegen, dass sie beim reingehen in den Laden gerade Ihren Steuerberater dran hatte und der ihr gesagt hat, dass die Ausgaben im Bioladen nicht unter “außergewöhnliche Belastung” absetzbar sind.

    Eigentlich wollte ich jetzt einen längeren Kommentar schreiben über die Kosten die Eltern tatsächlich haben (KiGa, Schulsachen, Urlaub in Hauptreisesaison, größeres Auto, Ausbildung der Kinder etc.) aber dann habe ich mich entschlossen tief durchzuatmen und mir klar zu machen, wie arm die Dame wahrscheinlich ist.

    Ich kann nämlich meinen beiden Häusern in die Augen sehen und werde manchmal sogar einfach so von denen in den Arm genommen…

  40. unfassbar- mehr kann man dazu nicht sagen…

  41. Cornelia Brader sagt:

    Dieser Sohn hat das schönste und beste was er haben kann….
    eine Mutter mit Verstand und sehr viel Liebe……..
    So vernünftig mit dieser “Dame” zu reden….,
    das ist Weisheit und Nachsicht,und dies hat sie hiermit ihrem Sohn mitgegeben.
    Ich bin ebenfalls sehr erzürnt über dieses Verhalten der “Dame”,möge ihr einmal in einer ähnlichen Situation genau das selbe wiederfahren.
    Viel Sonnenschein und Liebe und viele fröhliche Stunden euch beiden

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