Glück reicht nicht.


Ungefähr 20.300.000 #google-Suchergebnisse für “Glück”.
Reicht gerade mal für jeden Vierten in Deutschland.
#mussichändern
(http://twitter.com/manomama/status/13856094138)

Der Durchschnittsverdienst lag 2006 bei ca. 26.500 Euro brutto Jahresgehalt. Wenn man die Statistik genauer ansieht, begründet sich diese Zahl durch nahezu 3/4 Geringerverdienende und einem Viertel Gut- und Besserverdienenden. google hatte demnach Recht: Die Besserverdienenden haben den Glückstreffer gemacht.

Logische Folgerung: Geld macht glücklich. Geld macht. Geld regiert. In diesen Zeiten mehr denn je. Erst pumpen unsere Regierungen die Finanzmärkte wieder auf, die sich selbst in völlig selbstzerstörerischer Gier nahe den Exitus getrieben haben. Jetzt retten unsere Regierungen den Euro mit Milliardenbeträgen. Subventionieren. Finanzieren. Stabilisieren. Es ist so einfach: Geld rettet. Jeden und alles. Mein Gott, haben wir Glück!

Mitnichten, denn es ist eine Crux: Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Darüber hinaus müssen wir jeden einzelnen Euro erst einmal doppelt verdienen. Zumindest war das einmal so. Heute ist es anders: wir geben Geld aus, das wir überhaupt nicht mehr haben. Mir stellt sich die Frage: Wen retten die Retter, wenn sie am Ende sind? Wer greift Deutschland unter die Arme, wenn wir pleite sind? Wer erklärt das unseren Kindern?

Mein Großvater vertrat stets ein einfaches Rezept: “Am beschdn, du hilfsch Dir selbst!” Hilfe zur Selbsthilfe. Der Zug aber ist abgefahren. Zu lange haben sich Regierungen und ebenso das Volk auf Deutschland, den gesunden Wirtschaftsmotor, das wundervolle Land der Dichter und Denker verlassen. Natürlich konnten wir vor Jahren Geld ausgeben, großzügig verleihen, ja teils sogar verschenken. Weil wir es erwirtschaftet haben. Mit Menschen, die Bildung und Wissen, Kompetenz und Ideen hatten. Damit können wir nicht mehr brillieren. Wir haben stets nur geerntet und vergessen, dabei zu säen. Wir haben nichts investiert. In Kindergärten, Schulen und Universitäten. Das restliche bisschen Kompetenz großzügig verschifft: in Billiglohnländer, um noch mehr Glück, pardon, Geld zu machen.

Die Politik der letzten Jahre, egal welcher Partei, ist konzept- und ergebnislos. Engagierten Politikern wie einst Adenauer, Brandt und Schmidt sind Positionsbekleider und Stellentreter gefolgt. Statt tragfähiger, mutiger Konzepte regieren sie kölsch: “Et hat noch immer jot jejange!”.

Nichts mehr geht gut. Und selbst das letzte Allzweckmittel, das liebe Geld, verhilft uns nicht mehr zu Glück. Noch schlimmer: die letzte Antwort auf alles, neigt sich dem Ende: Money, money, money. Ja, langsam ist es Zeit für ein #wtf.

Das Papier der Zukunft, das vor uns liegt, ist leer. Ein Drama für all jene, die mit ihrem Latein am Ende sind. Ein Segen für Menschen, die erkannt haben, dass Glück nicht reicht.

Nehmt Stifte zu Hand und beginnt auf euer Blatt Papier zu schreiben, was sich ändern muss – und macht es. Lasst uns gemeinsam ein neues Kapitel unserer Geschichte schreiben mit dem Anfang:

“Glück reicht nicht.
Ich habe Mut und daher…”

Eure Sina

3 Antworten zu “Glück reicht nicht.”
  1. Matthias Noortwijck sagt:

    Sina, du hast einmal mehr den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf getroffen!
    Eine hervorragende Beschreibung des Ist-Zustandes, aber mit dem gleichzeitigen Aufzeigen des notwendigen Wandels: “Change is our sole Chance”!

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  2. Michael sagt:

    Hallo Sina,

    dem kann ich nichts hinzufügen, das sind viele meiner eigenen Gedanken in einer sehr schönen Form zu “Papier” gebracht. Was vielleicht ganz gut dazu passen könnte ist auch mein eigenen Blogbeitrag zum Thema “Glück”, deshalb erlaube ich mir, meinen Link hier drunter zu setzen:

    http://lebenskunstagentur.org/lebenskunstblog/?p=11
    oder http://lebenskunstagentur.org/lebenskunstblog/?s=glück

    GLG
    Michael

       0 Stimme(n)

  3. DanielWF sagt:

    Jeder Euro, der immer wieder dorthin gegeben wird, wo dieser wieder weitergegeben wird (in Form von vernünftigen Lohnzahlungen und sinnvollen Investitionen) ist im Jahr 12mal mehr Wert, als ein Euro, der auf dem Konto eines Menschen landet, der ihn nicht braucht…
    Das Geld, das dorthin gegeben wird, wo es seinem Kreislauf entnommen wird, ist weg und wird wie man ja anhand der Krise gesehen hat, ja eher noch ganz woanders verpulvert.

    So kommt es, dass die einen immer mehr anhäufen, um für sich selbst einige paar Prozent an Gewinnen nur für sich selbst einzustreichen und diejenigen, die das Geld im Wert (und entsprechende Steuern) verzwölfachen könnten, ohne selbst direkt und sofort gewinnen zu können (langfristig jedoch schon), immer weniger davon haben.

    Das betrifft jeden Euro, der bei den großen Händlern gelassen wird – in den meisten Fällen ist es ja leider so.
    Über diesen ausgegebenen Euro entscheiden oft nur Aktionäre, die manchmal sogar nur für Wochen Teilhaber eines Unternehmens sind und selbst keine Verantwortung übernehmen müssen/wollen/können.
    Da wären aber auch diejenigen, die uns die Kredite zu horänten Zinssätzen gewähren, die wir ohne sie nicht nehmen müssten und die dann auch noch unser Geld verpulvern.

    Jeder Euro, der da bleibt, wo er hin gehört (in kleinen bis mittelständischen Unternehmen nähmlich) bedeutet mehr Glück, als ein Euro, der bei den großen ausgegeben wird, der sogar Schaden verursachen kann.
    Denn Unterbezahlung und nicht-nachhaltiges Arbeiten, bedeutet Schaden, Unglück, in den Ländern, aus denen z.B. die Billig-Shirts kommen, sogar Krankheit und Tot.

    Glück bedeutet aber auch, mit sich im Reinen sein.
    Es ist nicht notwendig, darauf zu schauen, wie oft und wohin andere in den Urlaub fliegen, was für Autos sie fahren und das wievielte iPhone sie haben.
    Glück bedeutet, jeden Euro mit Bedacht auszugeben.
    Mal im Tante-Emma freundlich bedient, statt unfreundlich vom Kassenfließband gedrängt zu werden.
    Das Paar Schuhe zu tragen, dass weniger Schaden angerichtet hat, als das aus Fernost.
    Geräte auch dort zu kaufen, wo sie nicht einfach nur umgetauscht werden und sie schlussendlich auch dort entsorgen, wo diese nachhaltig recycled oder wieder verwertet werden und nicht z.B. nach Afrika verschifft werden.
    Eher Kleidung bei manomama kaufen als bei denen, mit dem roten Shirt :D

    Viele schaffen es finanziell oft nicht, dieses Glück auszulösen und zu erfahren. Leider gibts es immer mehr unterbezahlte Arbeiter, die für Ihre Arbeit eher gestraft als belohnt werden und sogar noch staatl. Leistungen beziehen müssen, die zum Hauptteil wiederum nicht von denen getragen werden, die dieses Leid am meisten verursacht haben.
    Oder Menschen, die von Automation und EDV abgelöst wurden und Hartz4 ertragen müssen.
    Wo früher 200 Menschen gearbeitet haben, tun es heute meist nur noch 50, bei gleichem oder oft sogar höherem Output. Und die meisten von diesen 50 sind heute doch oft auch nur Hilfskräfte: Telefonisten, Bestücker, Verpacker von sogenannten “Leiharbeits”-Firmen, deren Arbeitnehmer immer die ersten sind, die auf der Strasse sitzen und deren Arbeitgeber dann oft nur der verpasste Gewinn zu schade ist – Und die Gewerkschaften klopfen sich dann auch noch auf die Schulter, weil sie die Jobs der fest Angestellen dadurch teilweise retten konnten…
    Wo es Gewinner gibts, gibt es auch Verlierer.
    Das gilt nebenbei auch für jede massive Lohnerhöhung, die nun mal nicht jeder bekommt.
    Auch wenn z.B. die Gewerkschaften ein anderes Bild darstellen, aber hat schonmal jemand versucht, als Leiharbeiter in eine Gewerkschaft einzutreten?

    Glück bedeutet nicht Geld zu haben, sondern es mit Bedacht auszugeben, mit dem auszukommen, was man dafür braucht, wenn man denn überhaupt soviel hat.

    Und wenn man mehr davon hat, als man braucht, es nicht unnütz dafür zu sparen, dass es dann doch verpulvert wird, sondern es seinem vorgesehenen Kreislauf wieder zuzuführen.
    Nicht verschenken, aber z.B. das ganze Sortiment von manomama kaufen :D

    Vielen Dank für Deine Idee, Deine Gedanken und diesen Input, Sina.
    Und lass Dich nicht unterkriegen!

    Ich empfehle dazu übrigens den Suchbegriff “Meudalismus” und den Film “Home” (ich glaub, der ist sogar noch kostenlos auf Youtube)

       0 Stimme(n)

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