Der Zukunftsletter des Zukunftsinstituts von Matthias Horx hat in seiner April-Ausgabe manomama vorgestellt. Dr. Eike Wenzel traf Sina Trinkwalder zum “Twinterview”:
Dr. Eike Wenzel: Was macht das Öko-Kleiderlabel manomama anders?
Sina Trinkwalder: Normalerweise ist eine innovative Idee die Grundlage für eine Firma. manomama hingegen gibt eine wirtschaftliche Antwort auf gesellschaftliche Probleme: zunehmende Arbeitslosigkeit, besonders von Frauen, Älteren und Geringqualifizierten am Standort Augsburg/Schwaben. Wir fragten uns: Welche Produkte können wir herstellen? Die Antwort lag eigentlich in der lokalen Geschichte: das Reaktivieren des Textilstandorts Augsburg.
Dr. Eike Wenzel: Öko will jetzt jeder machen. Was zeichnet manomama besonders aus?
Sina Trinkwalder: manomama produziert als erstes Social Business ökologisch-faire „Maßmode von der Stange“. Vermeintliche Standortnachteile haben wir als Stärke interpretiert: Die kurzen Wege hier in Augsburg, die hohe Kompetenz und der Qualitätsanspruch der Näherinnen ermöglichen schnelle Reaktionszeiten und das Umsetzen von kundenspezifischen Farb- und Maßwünschen. Ein „sauberes“ Etikett schafft Transparenz und zeigt, was wirklich im Produkt steckt und wer es fertigte. Wir wollen zeigen: Faire Stundenlöhne von 12 Euro sind machbar! Dabei ersetzen wir den margenintensiven und unflexiblen stationären Handel durch Eigenvermarktung und einen Online-Shop. Um nah am Kunden zu sein, nutzen wir seit der Ideenfindung intensiv Social Media (und nur Social Media)! Auch künftige Kollektionen werden so von Kunden für Kunden mitentwickelt.
Dr. Eike Wenzel: Wie sieht die Ökonomie der Zukunft aus?
Sina Trinkwalder: Es wird eine Ökonomie der kurzen Wege und der regionalen Identitäten sein. So wie heute schon im Foodbereich Regionalität kaufentscheidend ist, wird sich dieser strategische Konsum über nahezu alle Alltagsgüter ausbreiten. Dabei werden Konsumenten mehr und mehr Teil der Marke: Die Grenze zwischen Unternehmen und Kunde wird – wie bei Web 2.0 – auch im produktiven Kerngeschäft Stück für Stück niedergerissen.
Hier könnt ihr euch das PDF herunterladen: zukunftsletter_april_2010














Sina, du bist toll!
@realist
Oh, danke! *erröt*
Hallo Sina,
> Es wird eine Ökonomie der kurzen Wege und der regionalen Identitäten sein.
ein wichtiger Satz. Das ist in der Tat eine gute Lösungsmöglichkeit für einen großen Teil der Misere. Konsequent zu Ende gedacht ist es aber ein sehr radikaler Ansatz
LG und ein frohes Osterfest, Eberhard