Archiv für den Monat April 2010

Altersarroganz ade!

“Ich starte jetzt eine Petition: “Verpflichtende Einstellung von Ü50-Jährigen, damit in Unternehmen wenigstens einer Ahnung und Erfahrung hat.”"

Das mit der Petition meinte ich nicht ernst, schließlich bin ich der Meinung, dass wir in der Wirtschaft mehr erreichen können als über den politischen Weg. Den Rest aber meinte und meine ich bitter ernst. Der Tag heute zeigt mir wieder, wie altersarrogant unsere HR-Verantwortlichen sind. In der Werbung bist du mit 35 ein altes Eisen, mit 40 freust du dich noch über ein paar Tagessätze im Beratervertrag und wenn Du mit 45 deine Schäfchen nicht im Trockenen hast, dann gehst du Baden.

In anderen Branchen ist es nicht anders. Ich erinnere mich an einen sehr guten Freund von mir. Mit 51 wurde er als erfahrener und somit teurer Entwicklungsingenier durch zwei “billige” Jung-Diplomanden ersetzt. Nein, natürlich würde man gerne weiter auf sein KnowHow setzen, schlichtweg bezahlen möchte man es nicht. Ich selbst war zu Zeiten meiner Werbeagentur noch der Meinung, Grafiker über 30 seien nicht “frisch”. Jetzt weiß ich, dass meine Denke nicht “frisch” war.

Es ist aber nicht nur das Wissen der Bestager, die sie wertvoll für Unternehmen machen, sondern – oder auch insbesondere – ihre Erfahrung und Gelassenheit.

Heute fliegt mir Neutextiler so ziemlich jedes Ding um die Ohren und ich war kurzzeitig davor, den Überblick gänzlich zu verlieren. Auch meine jungen Damenschneidermeisterinnen waren mit ihrem Latein am Ende. “Da fängt es doch erst an, interessant zu werden. Das kriegen wir schon hin!”, hingegen sagt mir Birgit. Sie sagte das nicht einfach nur, um mich zu beruhigen, sondern weil sie Erfahrung hat. Jahrelang war sie verantwortlich bei nahmhaften Modeunternehmen für den Bereich der Schnitte. Packpapier, Schere und Lineal gepackt und das Problem behoben. Mit erfahrener Gelassenheit.

Friede, die seelenruhig am Bandmesser die Konfektionsteile zuschneidet, hat sich mein Ganzes Rotieren und Verzweifeltsein nur angesehen. Kurz, bevor sie um 15.30 Feierabend machte, kam sie zu mir, sah mich an und sagte: “Nur Mut, das schaffen Sie schon. Und wenn nicht, dann haben Sie ja noch uns!” – Ist das nicht klasse? Ja, das ist es.

Liebe Personaler, hört auf, eure Altersarroganz zu pflegen. Sie verhindert, was Firmen erfolgreich macht: das gemeinsame Schaffen von junger Innovation und gelassener Erfahrung.

Das wollte ich nur mal los werden,

eure Sina

“Mitgestalten für die anderen!”

Heute möchten wir euch gerne die letzte Manomama in der Runde unserer Testphase vorstellen. Sandra (@Silverrose1986) ist mit ihren 23 Jahren bereits vertriebserfahren. Die zweifache Mutter hätte manomama beinahe verpasst – wäre da nicht ihr Mann gewesen, der von der ersten digitalen Stunde an manomama im Sozialen Netz verfolgte. “Mein Mann machte mich auf den Countdown zur Eröffnung von manomama aufmerksam. Ich belächelte das erst, aber er ließ nicht locker und so stieg mein Interesse Woche für Woche – bis ich es kaum noch erwarten konnte, dass es endlich los geht.”

Kurz darauf folgte auch schon der erste Kontakt und wir wussten, dass wir eine begeisterte Manomama auf unserer Seite haben. “Gerade die Kinderbekleidung, aber auch das Angebot an großen Größen finde ich klasse. Nun habe ich seit 2 Tagen meine Manomama-Tasche und bin so begeistert, dass ich allen erzählen muss, wie toll manomama eigentlich ist. Damit will ich glücklich und erfolgreich werden – und ich bin überzeugt davon, dass das funktionieren kann.” Sandra ist eine, die “tickt wie wir” – und deshalb freuen wir uns ganz besonders, dass sie von Anfang an dabei ist und unsere Eigenvermarktung mitenwickelt. “Einfach klasse, dass wir in der Testphase einflussreich mitgestalten können, wie wir gemeinsam den Grundstein für alle nachfolgenden Manomamas und Manopapas legen”, freut sich Sandra.

Ihr wollt mit ihr einen Mitmachtreff im Raum Siegen veranstalten? Dann schreibt ihr eine eMail an sandra.tubies@manomama.de. Mitmachtreff gerne, aber Siegen ist nicht deine Stadt? Meldet euch unter mitmachtreff@manomama.de und schon kann es losgehen. Übrigens: die ersten Mitmachtreffs sind bereits erfolgt – und waren ein richtiger Spass.

Falls du nach unserer Testphase im Juni als Manomama oder Manopapa mit an Bord sein möchtest, schreib einfach eine eMail an eigenvermarktung@manomama.de – wir freuen uns über eure Bewerbung.

Unser #manomama-Lied

Samstag, 24. April 2010 5 Kommentare »
Abgelegt unter mamamusic, Menschen bei manomama

Wenn dich dein Kind einmal fragt: “Was hast du geschafft” wäre es schön, sagen zu können: “Den Anfang!” – das ist Beweggrund, warum wir manomama machen. Und nun haben wir unser eigenes Lied:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Hier der Text für alle, die mitsingen (denkt an die #motpa2 ;-) ) möchten:

Sie ignorieren Zeiten, übersehen Gegebenheiten,
sie machen weiter wie bisher, denn ändern fällt ihnen zu schwer.
Sie wissen, was nicht geht, was funktioniert, wird ignoriert,
das dünnste Brettchen wird gebohrt,
nichts investiert, nur rausgeholt.

Wenn Du mich mal fragst,
was habt ihr geschafft?
Dann wärs doch schön einfach sagen zu können:
wir haben den Anfang gemacht.

Wenn Du mich mal fragst,
was habt ihr geschafft?
Dann wärs doch schön einfach sagen zu können:
wir haben den Anfang gemacht.

Sie löffelten die Weisheit, jetzt ist noch der Hummer dran,
die Zeche zahlen die anderen, die niemals am Tisch dran waren,
sie handeln nur für sich, für heute, nicht für irgendwann
wir haben das erkannt und ändern es – denn jetzt sind wir mal dran.

Wenn Du mich mal fragst,
was habt ihr geschafft?
Dann wärs doch schön einfach sagen zu können:
wir haben den Anfang gemacht.

Wenn Du mich mal fragst,
was habt ihr geschafft?
Dann wärs doch schön einfach sagen zu können:
wir haben den Anfang gemacht.

Wenn Du mich mal fragst,
was habt ihr geschafft?
Dann wärs doch schön einfach sagen zu können:
wir haben den Anfang gemacht.

Wenn Du mich mal fragst,
was habt ihr geschafft?
Dann wärs doch schön einfach sagen zu können:
wir haben den Anfang gemacht.

(T./M. copyright Sina Trinkwalder)

Auf die Taschen, fertig, los!

Gerade bin ich zurück von meiner Taschentour gen Westen gekommen. Diese manomama-Tasche ging von mir persönlich an Sandra aus Siegen, die letzte Manomama in unserem nun startenden achtwöchigen Test.

Warum testen wir? Weil wir unsere Eigenvermarktung, ebenso wie die Produktion, fair und sozial gestalten möchten. Als Werber habe ich zahlreiche Direktvertriebe beraten, weiß, wie es geht – und vorallem – wie nicht. Mit dem heutigen Tag geht für mich persönlich ein Traum wahr: meine Eigenvermarktung. Eine, die ohne Druck auskommt, die ehrlich, einfach und transparent ist. Eine Eigenvermarktung, die ohne fast schon militärische Hierarchien und engen Regeln auskommen soll. Eine Eigenvermarktung, die weder Kunde noch Berater/in unter Druck setzt. Jedem Direktvertriebsspezialisten, dem ich von meiner Idee erzählt habe, drucklos und regelfrei eine Eigenvermarktung zu realisieren, zeigte mir mindestens den Vogel und untermalte die Geste mit Worten wie: “Du spinnst. Du brauchst Druck und ein straffes Regiment, um das System am laufen zu halten und das Geschäft florieren zu lassen!” Das einzige, was ich darauf meist sagte, war: “Es ist kein System. Es ist der Weg in eine respektvollere Welt. Und: es sind die Menschen, die diese Idee groß werden lassen. Nicht die Regeln, die sie zum Handeln zwingen!”

Lasst uns gemeinsam eine tolle Testzeit machen, mit zahlreichen Mitmachtreffs, um zum offiziellen Startschuss Mitte Juni allen nachfolgenden Manomamas und Manopapas die besten Voraussetzungen zu bieten. Liebe Susi, Victoria, Miriam, Regina, Sandra, lieber Andy – ich wünsche euch viel Spass und Freude auf euren Mitmachtreffs. Ihr rockt!

Übrigens: Wer noch keinen Mitmachtreff ausgemacht hat, aber Lust hätte, uns in der Testphase zu unterstützen, hier findet ihr die Möglichkeit, unsere Manomamas zu kontaktieren. Auch ich werde in den nächsten acht Wochen fleissig unterwegs sein im Namen der “Mitmachtreffs”. Wer also mit mir das Vergnügen haben möchte – einfach eine Mail an sina@manomama.de.

Fast vergessen: Wenn Du gerne dabei sein möchtest und Manomama/Manopapa in deiner Region werden möchtest, dann melde dich und sende deine kurze Bewerbung an eigenvermarktung@manomama.de.

Eure Sina

“Aber muss ja!”

Donnerstag, 22. April 2010 3 Kommentare »
Abgelegt unter Hinter den Kulissen, Menschen bei manomama

“Es ist kein Fehler, einen zu begehen. Einen erkannten nicht zu korrigieren, ist der Fehler.” Das war immer der Spruch, den meine Azubis von mir hörten. Heute habe ich ihn mir selbst sagen müssen.

Doch der Reihe nach. Als Prof. Liekweg mich heute Nähmethoden lehrte, wurde schnell klar, dass auch ich, so sehr ich es mir auch wünsche, nicht alles sofort beherrsche. Geklappt hat es am Ende doch. Im gesamten eher schlecht, dafür recht gut mit dem Schnellnäher. Weil ich diese Maschine kannte. Auf dieser das Nähen probierte (gelernt habe möchte ich nicht sagen :-) ). Eigentlich war ich nicht wirklich stolz auf das gesamte Shirt, vielmehr aber auf das in meinen Augen perfekt sitzende Einfassband. Und genau in dem Moment fiel mir es wie Schuppen von den Augen:

Meine Idee war, jede meiner Näherinnen ein ganzes Kleidungsstück machen zu lassen. Das aber bedeutet, dass sie mit unterschiedlichsten Maschinen arbeiten müssen. Moderne, hochkomplexe Maschinen, die in der Zeit, in denen meine Damen nicht im Berufsleben standen, deutlich an Komplexität und Schnelligkeit gewannen. Diesen gegenüber historische Exoten für Spezialnähte. Ein breites Spektrum also, das nötig ist, um ein manomama-Produkt zu nähen. Ein zu breites Spektrum für meine Näher/innen. Weil es ihnen Sicherheit nimmt. Sicherheit, die so sehr wichtig ist, wenn man wieder in den Beruf einsteigt. Weil es ihnen Erfolgserlebnisse nimmt. Die Momente der Zufriedenheit, die man braucht, um mit der Arbeit, die man verrichtet, glücklich zu sein. Mehrmals habe ich diese Woche erlebt, dass eine Dame exzellente Industrienähte setze und beim allerletzten Feinschliff das Kleid schlicht “verhunzte”.

Dieses Erlebnis heute ließ mir keine Ruhe. Weit nach Tagesschau rief ich eben jene Frau an, die ihren täglichen Kampf mit dem Ripsband hat und sagte: “Wäre es Dir eigentlich lieber, wenn Du nur Säuberungsnähte machen würdest?” Enttäuschte Worte hätte ich erwartet, aber es kam anders: “Wie früher? Das heißt, ich kann künftig die Finger von dem Band lassen? Das wäre prima. Weißt, dieses Gepfriemelte ist eigentlich nichts für mich. Ich schäme mich auch immer, wenn ich es nicht ordentlich hineinbekomme. Aber muss ja!”

Nein, muss nicht. Muss überhaupt nicht. Es muss ein anständiges, hochwertiges Bekleidungsstück sein. Und es muss meinen Mädels Freude machen, es zu produzieren. Mit meiner Idee aber überforderte ich diejendigen, denen ich eigentlich Wertschätzung zukommen lassen wollte.

Eine Idee kann man formen und umgestalten, Menschen hingegen muss man nehmen, wie sie sind. Und das werden wir tun. Wir werden die Verantwortung eines Stücks verteilen, auf mehrere Schultern, auf ein Team.

“Warum habt ihr mir das nicht von Beginn an gesagt, dass ihr die Arbeit aufteilen möchtet”, habe ich weiter gefragt. “Ich kann nur für mich sprechen”, sagte sie. “Lieber alles nähen. Als nichts!”

Wir werden alles nähen. In Teams. #istnunmalso

Eure Sina


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