
Habt ihr euch schon mal Gedanken gemacht, was so in eurer Kleidung steckt? Okay, die Hälfte, die jetzt den Kopf schüttelt, ziehe mal bitte das Oberteil aus und schaue aufs Etikett… Und? Alles prima?
Die Informationen zu eurer Kleidung habt ihr dem Textilkennzeichnungsgesetz zu verdanken. Das schreibt vor, dass und wie Textilien gegenüber Endverbrauchern deklariert werden müssen. Beispielsweise 50% Baumwolle und 50% Polyester. Das wars. Baumwolle bleibt nämlich schlicht und ergreifend Baumwolle, auch wenn sie zwischenzeitlich gebleicht, gefärbt und bedruckt wurde.
In den letzten Jahren wurden immer wieder Stimmen laut, das Textilkennzeichnungsgesetz wäre angestaubt. Kein Wunder, ist die ursprüngliche Fassung doch 40 Jahre alt, die letzte Änderung war dann 2007. Was betagt ist, muss aber nicht zwangsläufig schlecht sein.
Gehen wir der Sache auf den Grund und nehmen doch einfach mal ein Beispiel aus dem Alltag: eine ganz normale Jacke. Was wird wohl auf dem Etikett stehen, das alle Anforderungen des Textilkennzeichnungsgesetzes erfüllt? Der Stoff. Sonst nichts. Es werden dir nur prozentualen Anteile der verschiedenen Fasern genannt.
Der Rest darf unter den Tisch fallen – und genau das tut er in der Praxis auch. Was ist nun aber mit den 1000 anderen Bestandteilen einer solchen Jacke? Dem Reißverschluss, den Knöpfen, dem Kunststoffanhänger am Zipper oder ganz banal – dem Faden? Genau. All das darf per Gesetz verschwiegen werden. So können Hersteller auch mit Bio-Kleidung werben, weil sie aus 100% kbA-Baumwolle ist, weil der Rest nicht hinterfragt wird. Nun muss man wissen, dass gerade Färbe- und Druckverfahren häufig so schädlich sind, dass der Träger doch zumindest informiert werden sollte. Allergiker werden vermutlich gerade heftig nicken. Nun, nichts davon muss erklärt werden.
Seit vielen Jahren fordern engagierte Menschen ein echtes, sauberes Etikett, das alle Bestandteile eines Textilprodukts deklariert. Allen voran Kirsten Brodde, die sich unter anderem bei Green Action – der Community von Greenpeace – für ein ehrliches Etikett einsetzt, was wir seit den Planungszeiten von manomama auch auf unserer Website unterstützen. Doch die Textilindustrie wehrt sich – erfolgreich bisher. Das ist – so wenig das Etikett verrät – doch irgendwie verräterisch.
Was aber kein Gesetz auf der Welt verbietet, ist die freiwillige Deklaration der einzelnen Materialien und Zutaten. Und genau das tun wir. Wir bieten euch ein sauberes, transparentes Etikett, das euch jedes kleinste Detail verrät. Um keine Rätselaufgabe daraus zu machen, ist unser Etikett so aufgebaut, dass ihr ganz oben die Materialien zum Stoff selbst seht, direkt darunter die Deklaration der Zutaten wie Reißverschluss, Faden, etc. und am Ende noch die Farb- und Druckdeklaration.
Wir wünschen uns, dass man uns vertraut und deshalb gehen wir einen Schritt voraus und trauen uns etwas. Wir haben nichts zu verschweigen und setzen auf 100% Transparenz. Das ist einfach – besser für alle.