Nichtwissen macht nichts.


Verdammt, was freu' ich mich.

Verdammt, was freu' ich mich.

Ich muss das jetzt loswerden, sonst freu ich mich schier tot: Als ich angetreten bin, Ökomode zu produzieren, hatte ich ja überhaupt keine Ahnung von Textil. Jetzt kann ich voller Freude behaupten: das war gut so, denn: Nichtwissen macht nichts. Warum? Weil du ausschließlich nach deiner Überzeugung handelst.

Für mich war und ist Ökomode aus 100 % biologischen Materialien (Reissverschlüsse aus recyceltem Kunststoff). Stoffe in kBa-Qualität zu bekommen, ist kein Problem. Dann aber fing es an: Etiketten, Zwirne, Garne, Vliese, Schrägbänder, Einfassbänder … Ich wusste überhaupt nicht, was man neben dem reinen Stoff braucht, um zum Beispiel ein Sweatshirt fertig nähen zu können. Mit dem Moment, wo Lena zu uns kam, wurde es mir bewusst und die große Suche ging los: nach ökologischen Zutaten. Ich dachte mir: “Mensch, es gibt doch bereits Ökolabel, die bekommen das doch auch prima hin. Sina, stell dich nicht so doof an – du hast einfach nicht gründlich genug recherchiert!”. Trotzdem blieb die Suche, am Ende sogar europaweit – erfolglos.

Gestern riss mir dann die Hutschnur: Wir brauchen dringend unsere Schrägbänder, und es musste eine Lösung her: dann machen wir diese, wie die Etiketten auch,  selbst. Ich rief meinen Weber an und orderte Popeline-Stoff, den wir nächste Woche inhouse zu Schrägbändern verarbeiten. Als er das hörte, sagte er zu mir: “Es gibt doch unzählige Hersteller von Zutaten und Zutaten konventionell sind doch erlaubt.” Wie? Nur der Stoff muss “öko” sein und der Rest ist egal, dachte ich mir. #wtf – das sei die Richtlinie für Ökomode, sagte er, aber das ist nicht meine Überzeugung, dachte ich.

Und warum ich mich heute so freue? Eben rief mein Kontakt an, der mir Bio-Bienenwachs auf meinen Baumwollstoff brachte, denn ich teste gerade Wachsjacken. Ich erzählte ihr, dass der Stoff wunderschön riecht, aber ein bisschen zu steif sei und ganz nebenbei bemerkte ich, dass ich erst noch den passenden Bio-Faden zum Nähen finden müsste. Der Faden – das war mein allerletztes Problem, denn: den Rest machen wir ja schon selbst. “Ich habe Ihnen kBA-Nähfaden, kein Problem. ” Das ist der Grund, warum ich mich so freue: eben war die Geburtsstunde von 100%iger Ökomode, wie ich es mir vorstelle.
Und nur, weil ich es nicht wusste…

2 Antworten zu “Nichtwissen macht nichts.”
  1. Susi sagt:

    Ich finde das Wahnsinn – und bin schon so gespannt! :-) )

    Danke für deine Begeisterung!

  2. manomama sagt:

    @Susi
    Frag mich mal… Ich habe das einfach nicht gewußt. Ich kam mir gestern wieder ein wenig wie der Werber vor: Gaben mir Kunden eine Budgetvorgabe, planst du deine Kommunikation immer ein wenig anlehnend an die Kosten. Gaben mir Kunden nichts, war ich weitaus kreativer und – immer (lustigerweise) – günstiger als das veranschlagte Budget. #hach…

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