Archiv für den Monat November 2009

#ff – Herren von Format (6.11.09)

Freitag, 06. November 2009 19 Kommentare »
Abgelegt unter mamamusic

Liebe Tweeties,

heute empfehle ich euch meine vier Synapsenreizer @pjakobs, @eikewenzel, @urbia und @maennig. Darüber hinaus gibt es einige “Herren von Format”, die ich euch ans Herz lege. Hört selbst:

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Und auf Wunsch, hier zum Download:

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Wenn unsere Kinder wüßten…

Donnerstag, 05. November 2009 1 Kommentar »
Abgelegt unter Grüne Gedanken

Betongefüllte Schwimmhilfen

Donnerstag, 05. November 2009 Keine Kommentare »
Abgelegt unter Gründerzeit-Geschichten

blubb

Eigentlich wollte ich euch diesmal ein wenig über die Zufälle und Produkte von manomama berichten. Wie der Zufall es will, greife ich aber nach heutigem Gespräch einmal ein Thema auf, an das sonst niemand denkt: Handlungsfreiheit und Hinkelsteine.

Wir waren gut präpariert. Schließlich war es der zweite Termin. Du kannst ja in Deutschland nicht einfach eine gute Idee haben und die dann auch umsetzen, nein. Da gibt es Regeln und Richtlinien, Zertifizierungen und Normen, HWK und IHK, Behörden und sonstige Stellen, kurz: lauter Anlaufstellen und Dinge, die immens Zeit – und Energie – fressen.

Das Tolle an einer neuen Idee ist: es gibt keine Regeln und Zertifizierungen dafür. Das Schlimme daran: Es werden dann bestehenden Richtlinien solange gebogen, bis aus der Linie ein richtig krummes Ding wird.

“Was soll der ganze Quatsch? Den Scheiß hätten wir uns doch sparen können!” Wütend gehe ich geraden Schrittes aus dem Gebäude, Malte, ein guter Freund, hinzukommend mein Lieblingsanwalt, hechtet mir nach. “Sina, unternehmerisches Handeln hat nichts mit Handlungsfreiheit zu tun!”, versucht er mich zu beruhigen. Es gelingt ihm nicht. “Warum kann ich das nicht so machen, wie ich mir das überlegt habe. Was ist daran schlecht?”, frage ich ihn. “Nichts, im Gegenteil. Es ist nur so….. unkonventionell. Das passt einfach derzeit in kein gesetzlich geregeltes Schema.” “Ja, aber…”, versuche ich Kontra zu geben. Bei einem Anwalt eigentlich sinnlos.

“Sieh es mal so, ” unterbricht mich Malte, “Regularien geben auch Sicherheit. Nimm mal so ein ISO-Zertifikat.” Er beginnt zu schmunzeln: “In der Industrie brauchst du das heute. Auch wenn es nichts aussagt”, fährt er fort. “Hä?”, ich kann ihm nicht folgen. “Pass auf: Du kannst sogar ISO-zertifiziert betongefüllte Schwimmhilfen produzieren, wenn die immer gleich schwer sind und das Kind immer gleich schnell untergeht!”. Ich nochmal: “Hä?”, weil ich ihm immer noch nicht folgen konnte. “Ganz einfach: Es gibt Gesetze, Regeln und Zertifizierungen, die sind Nonsens, du kommst aber einfach nicht drumherum. Wegräumen kannst Du die Steine auch nicht, weil sie betoniert sind. Aber Du kannst darauf aufbauen. Fertig. Lass uns nochmal nachdenken, dann kriegen wir das beim dritten Termin schon hin!”.

‘Dritter Termin’, wenn ich schon höre, denke ich mir. Wir gehen noch auf einen Espresso in die gegenüberliegende kleine Cafe-Bar. Während Malte die Getränke organisiert, rufe ich meine Mails uns Tweets ab. “Merkst Du’s? Wie alle hinter Dir stehen und Dich tragen? Eine stille, unwiderstehliche Kraft :D ”, lese ich im DM-Fach meines Twitter-Accounts. Malte kommt mit den Espressi zurück an den Tisch: “Kopf, hoch. Es gab noch keine Hürde, die nicht bezwungen wurde.”

Und da merke ich es wieder. Das nächste mal wird es klappen.
Der Espresso schmeckt wunderbar.

Michael Jäger for Kommissar!

Montag, 02. November 2009 1 Kommentar »
Abgelegt unter Allerlei

Der Michel dad an Bull’n schbuin,
wann denn der HR wui,
mei HR, gebts euch doch’n Ruck,
der Michel macht doch fui.

A Video hod er scho draht,
und is im Web präsent.
Als Kommissar isser ned fad,
sogd jeder, der ihn kennt.

In Sachen Schburensicherung,
do is der Michel firm.
Googelts doch mal nur nach ihm,
dann werdses ihr scho sehn.

Drumm, HRgott, schdellt euch ned so an,
schmeißts Zweifel über Bord,
der Michel is’ der richt’ge Mann,
für den HR-Tatort.

Und damits der Hessische Rundfunk auch wirklich versteht, hier die Übersetzung für euch:

Een Bullä wääd de Mischel spiele,
wenn die Hessisch woll,
eebe HR, zaisch deen Wille,
Mischel macht seen Daal.

Een Video is praktisch fäddisch,
im Web, do is er do.
Als Kommissar ihn gään do hääd isch,
des is jo gor keen Froch.

In Sache Schburesischerung,
do is een Mischel fit,
googelts doch mal nur noch deem,
dann kreecht eer des schon mit!

Gell, HRgott, dabbet ed so an,
schmeest Zweefel iver Bord,
een Mischel is de rischd’ge Mann,
für den HR-Tatort.

Lieber Michael, des muass amol gsagt sein! Ich drücke Dir ganz arg die Daumen. Weitere Infos findet Ihr unter http://www.michaeljaeger.tv/

Energie verfliegt schnell!

Sonntag, 01. November 2009 5 Kommentare »
Abgelegt unter Grüne Gedanken

manager

Es kam an, ich habe es ausgepackt und losgelegt. “Öko” von Peter Unfried. Darin schildert der taz-Macher seine Verwandlung von der “Umweltsau” zum nachhaltigen Paulus. Die ersten Seiten begleitete ich twitternd mit “lesenswert”, am Schluss war es ein “nett”. Warum?  Weil wahrscheinlich allein mehr Ressourcen verbraucht wurden, um das Buch zu verlegen, als er jemals einsparen könnte, wenn er nicht mehr jährlich nach Kalifornien flöge. (Ha, und das Buch ist nicht einmal auf FSC-zertifiziertem Papier gedruckt!).
Spass beiseite – das Buch hatte neben vielem Blabla zumindest etwas Gutes: Ich dachte darüber nach, wie ich eigentlich zum LOHAS wurde. Oder besser gesagt, zu einem Verfechter öko-sozialer Nachhaltigkeit.

Dass die Geburt meines Sohnes einer der Gründe war, sollte nunmehr euch fleißigen Lesern meines Blogs bekannt sein. Das allein jedoch war nur Faisör, um innerhalb der familiären Lebensumstände einiges zu ändern. Die Vollbremse zu ziehen, mich um 180 Grad zu drehen und neu zu startet – mit manomama – hatte in erster Linie keinen “grünen” Grund. Es hatte einen sozialen. Am besten kann ich dies an einem Beispiel erklären:

Viele unserer Kunden, gerade die Beschäftigten im mittleren und gehobenen Management, unterstreichen Ihre Wichtigkeit, indem sie mit monatlich “heruntergerissenen” Flugmeilen prahlen. Mit anderem könnten sie ja nicht angeben, wird in dieser Ebene schon lange nicht mehr “operativ” gearbeitet (Anm.: Das wundert meist auch unsere Kunden, dass in unserer Agentur selbst die Geschäftsführer noch programmieren bzw. Pixel schubsen). Überall, wo sie gebraucht werden, und auch nicht, wird kurzerhand für unsinnige 2 Stunden Meeting und anschließendem Essen hingeflogen. Der Limo-Service pickt die hohen Herren auf und bringt sie in das exklusive 5-Sterne-Hotel am anderen Ende der Stadt. Derweil hätte sie niemand am Ort benötigt.

Und das war der Grund, der mich gedreht hat: Mir ging es in erster Linie nicht um die zig Tonnen CO², die die Herren und Damen sinnlos in die Atmosphäre pusten, um beim nächsten Manager-Board zu sein, mir ging es in erster Linie um die zahlreichen Arbeiter, ganz unten in der Hierarchie, die diesen Wahnsinn finanzieren müssen. Zwei Monate lang habe ich einen Manager genau unter die Lupe genommen und verfolgt, wohin er überall fliegt und was er dort mit seiner Anwesenheit bewirkt. Die Energie-Bilanz ist verheerend:  In diesen zwei Monaten müssten ungefähr 71.000 Euro Flugkosten angelaufen sein und nachhaltig gearbeitet hat er: nichts. Einfach nichts. Er war da. Schön.

Als ich diese 71.000 Euro zuzüglich einer zweifachen Ausführung seines hochdekorierten Monatsgehalts von geschätzten 15.000 pro Monat (ohne Boni versteht sich!) auf die Leistung der Arbeiter verteilte, war schlichtweg Schluss bei mir und es hat “klick” gemacht: Die Belegschaft ganz unten muss sich für kleinste Löhne krumm und buckelig schutteln, um eben erwähnten Ebene ein Gesprächsthema zu liefern: “Wie behalte ich die Senator-Card?”.

Hinzukommt die Tatsache, dass in einer Krisenzeit nicht der Vielflieger seinen Platz verliert, es sind jene, die die Gehälter für Vorstandsebenen und Boards, für Management-Lines und Entscheider-Gremien erwirtschaften.

Und das unterstütze ich nicht mehr. Nicht als Unternehmer. Nicht mehr als Konsument und nicht als Mensch.


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