Archiv für den Monat November 2009

#isfmf “Hier” (27.9.2009)

Freitag, 27. November 2009 Keine Kommentare »
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Liebe Tweeties,

zur Vorweihnachtszeit etwas Schnulziges. Ich empfehle damit @Barbarellaworld, @zollstocker, @Hollye73, @Knuddellove, @bikershrek, @wortmax und natürlich ein paar Neuentdeckungen. Hört selbst:

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#ff-Empfehlung “Ohne euch” (20.11.2009)

Freitag, 20. November 2009 7 Kommentare »
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Liebe Tweeties,

neben @wimbauer, @marcraps, @alterfinne, @erdbeer_engel empfehle ich euch heute @seniorguru, @textelle und weitere. Hört selbst:

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Jaja, das knackst ein wenig. Ich ändere das heute abend. Weiß nicht, warum das übersteuert. Vielleicht weil ich erkältet ins Micro schreie *grins*.

Plädoyer für mehr Fairtrauen

Dienstag, 17. November 2009 5 Kommentare »
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brot

Was schmeckt besser? Eine frische Scheibe Öko-Bauernbrot mit dicker Lage Bio-Butter oder doch die knusprige Schnitte vom Bauernlaib mit frischer Fassbutter? Ich verrate es: Es ist egal. Deinem Gewissen schmeckt ersteres viel besser, dein Gaumen wird keinen Unterschied merken. Kann er auch nicht, ist es doch das gleiche.

Öko, Bio, Blablabla
Begrifflichkeiten wie “Öko” oder “Bio” sind nicht schützbar (bzw. nur in Verbindung mit einer “Bildmarke” oder aber mit einer Herkunftsbezeichnung wie “aus kontrolliertem Anbau. Aber: wer hat schon Stunden Zeit, es zu lesen? Eben). Den Konsumenten ärgert’s, den Werber freut’s. Allein der Aufdruck eines dieser Buzzwords (so nennen meine Kollegen es liebevoll) bringt runde 30% mehr Marge. Bei gleichem Innenleben. Traumrendite. Alter Wein in neuen Schläuchen. Man muss sich nicht LOHAS nennen, um zu merken, dass das alles ein wenig komisch ist.

Doch, nicht genug: damit das Öko-Märchen so richtig ankommt, wird schlussendlich die Verpackung weggelassen. Ich kann mich an einen Kosmetikhersteller erinnern (ich arbeitete für ihn), der sich über diesen Coup sichtlich  freute. Klar war auch, warum: sind es doch, je nach Markenhersteller, bis zu  1500 % der Herstellungskosten der Kosmetik, die für eine ansprechende Verpackung draufgehen. Das ist dann Marge bzw. Rohgewinn. Das ermöglicht  Öko. Und darum machen gerade unheimlich viele in “Bio” und “Öko”. Die  Konsumenten glauben es, und kaufen, und kaufen. Unkontrolliert, ohne Sinn und Verstand. “Verzieh kein Gesicht, Kind”, sagt meine Mutter stets, wenn ich ansetzen möchte, um ihr meine Meinung über den Kartonagen-Saft vom Discounter mitzuteilen. “Alles bio!” Ja, dann. Aber ist “öko”, “bio” “fair”? Was ist eigentlich fair?

Fair ist, was angemessen ist
Der Zeichenwald an fairen, biologischen, nachhaltigen, ökologischen, strategisch-konsumierten Siegeln wird immer undurchsichtiger. In dem täglich wachsenden Dickicht kennt sich kaum einer mehr aus. Kurzum kreieren wir den generellen Begriff der “Fairness”. Faire Mode, die gleichsam grün und nachhaltig scheint. Faires Food, dass biologisch einwandfrei und ökosozial geerntet und transportiert wurde. Kurzum: Ein “Leipziger Allerlei aus Ökologie, Nachhaltigkeit und Fairness”. Warum Leipziger Allerlei? Weil es eine Gemeinsamkeit hat: Du weißt, wie das Ding heißt, auch wenn Du nur erahnst, was drin ist. Und das ist das Problem!

Das Shirt, dass ihr euch womöglich bei einem dieser exklusiven Markeneinkaufsgemeinschaften online während der Kampagne “Satte Rabatte auf faire Mode” gekauft habt, wirft schon die Frage auf: Was, bitte ist daran fair? Wie bitte, kann es gegenüber dem Produzenten wie Endkunden fair sein, wenn 40% Rabattspielraum enthalten sind und um Himmels willen, wie riecht fair, wenn es nicht doch bio und somit schadstofffrei wäre?

fair ungleich öko ungleich bio
Fair & nachhaltig zum Beispiel ist die konventionelle Kosmetik des oben erwähnten Herstellers. Er bezahlt seine Belegschaft über die Tariflöhne hinaus (Menschenwürde, Eigenverantwortung), gibt ganzen Generationen existenzielle Sicherheit im Job und am Ort. Niemand jedoch käme auf die Idee, seine Produkte “fair” zu beschreiben oder nachhaltig. Weil sie nicht “öko” sind. Und es derzeit im Zusammenhang nicht passt. Nachhaltigkeit ist aber nichts anderes, als Produkte unter sozialen, ökologischen und ökonomischen Bedingungen zu produzieren, die angemessen sind, demnach “fair”. Zahlreiche deutsche Mittelständler, traue ich mich zu behaupten, produzieren nachhaltig und fair. Für all jene ist dies kein Trend, weil sie immer schon “ordentlich gehaushaltet haben”. Und deshalb spricht man darüber auch nicht. Man macht es einfach.

“Fair Trade” (das bekannte Siegel ähnlich dem Yin-Yang) dagegen bringen wir oftmals mit fernen Ländern in Verbindung. Es steht in erster Linie dafür, Kleinbauern (Produzenten) Planbarkeit und Sicherheit zu geben und somit ihr und das Überleben ihrer Familien zu gewährleisten – durch eigenverantwortliche Arbeitsbedingungen und (das wichtigste!) garantierte Abnahmepreise, egal wie sehr der Rohstoffmarkt schwankt. Darüber hinaus setzt sich die “Fair Trade”-Organisation für Umweltstandards ein. Das kann bis zum kontrolliert biologischen Anbau von Baumwolle gehen (kbA), muss aber nicht. “Fair Trade” demnach kann, muss aber nicht “bio” nach unserem Verständnis sein. Gleichzeitig kann ein “Fair Trade”-Baumwollstoff unter inakzeptablen Bedingungen in Billiglohnländern zum fairen T-Shirt werden. Wo ist die Fairness nun? Sie blieb auf der Strecke.

Alle Anstrengung, die Missstände in unserer Welt zu ändern, sind anerkennenswert. Gerne auch zertifizierungswürdig. Aber: Benötigen wir Konsumenten all diese Zeichen und Zertifikate? Ich behaupte: Nein. Das Einzige, das ich für einen sauberen Konsum für unabdingbar erachte ist: Fairtrauen. Herstellern, die offen und transparent kommunizieren, sei es der Bauernladen ums Eck, sei es der großer Outdoor-Hersteller, der seine Produktion offen legt, wieder Glauben schenken. Das sollte reichen.

Aus Vertrauen wird Fairtrauen
Auch bei manomama haben wir uns für die “leise” Revolution, manchmal ohne Siegel, ohne Zertifikate, allein auf Menschenvertrauen und Handschlag entschieden. Gründe dafür gibt es viele: bereits erwähnte Intransparenz und Missverständnisse, hinzukommend viele kleine interessante Hersteller, die sich eine Zertifizierung nicht leisten könnten und schlichtweg der wichtigste Grund:  dass wir das Vertrauen, welches wir in unsere Lieferanten und Produzenten setzen, gerne von unseren Kunden wiederbekommen.

Denn erst wenn Vertrauen als wertschöpferische Kette wieder in den Wirtschaftskreislauf zieht, wird daraus Fairtrauen – die Anerkennung der Leistung aller Beteiligten.

P.S.: Und wenn euch meine Einstellung gefällt, begleitet manomama in Facebook!

#ff – Nachteulen-Raggae (13.11.209)

Freitag, 13. November 2009 5 Kommentare »
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Liebe Tweeties,

heute empfehle ich euch, wie immer First Take,  meine Abend- und Nachteulen @VictoriaHamburg, @eulenei, @suewestcom, @textzicke, @frauellen0812, @trudeswelt und @goethesmatrix . Hört selbst, (aber schlaft nicht ein):

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“Die Mauer muss weg!”

Montag, 09. November 2009 18 Kommentare »
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nfm

Ich liebe Männer. Und ich arbeite gerne mit Ihnen zusammen. Dies rührt womöglich daher, da ich mich perfekt auf ihre “Eierschaukelrunden” in den Vorstandsriegen einlassen kann. Warum? Mein Vater hat es einmal schön ausgedrückt: “Ich hätte einen Geburtsfehler: Titten”. Dennoch: auch für eine robuste Natur wie mich ist das alltägliche Arbeitsleben, als Frau, anstrengend. 

Die Mauer. Sie ist weg.
Frauen erklimmen langsam, aber sicher, Führungspositionen. Hervorragend qualifizierte Akademikerinnen erobern sich Schritt für Schritt das obere Management. Aber: “Die Finanzkrise trifft Männer härter”, tituliert die “Welt”. Es liegt auf der Hand: Wir Frauen verdienen durchschnittlich 1/3 weniger. Wieso soll es uns noch härter treffen?

Die Mauer. Sie ist weg.
Immer mehr Mütter arbeiten Teilzeit. Nicht, weil sie wollen. Unternehmer drängen ihre Mitarbeiterinnen dazu. Lösen sich von den unflexiblen, teuren Vollzeitstellen und ersetzen diese durch Teilzeit- und Minijobkräfte. Weibliche Minijobkräfte. Binnen der letzten zehn Jahre ist der Anteil von Teilzeitstellen von 53% auf 69% bei Müttern gestiegen. Bei Männern gerademal um 3 Prozent auf 5.

Die Mauer. Sie ist weg.
“Also, wenn es nach mir ginge, müsste meine Frau nicht arbeiten”, sagte Michael, ein alter Bekannter zu mir vor vielen Jahren. Gut, dass Anja anderer Meinung war. Sonst wäre sie, als Michael mit einer neuen Kunstblondierten durchgebrannt ist, alleine dagestanden. Mit zwei Kindern (3 und 5 Jahre alt). Ohne Job. Ach ja – sie stand letzten Endes alleine da: Ihr Chef hat sie gekündigt. Weil sie übers Jahr ein paar Mal zu Hause bleiben musste, bei den Kindern. Weil sie sich nach Meinung ihres ehemaligen Chefs doch nun um die beiden Kinder kümmern sollte.

Die Mauer ist da. Sie muss weg.
Dass wir Frauen die Kinder bekommen, hat die Natur nun mal entschieden. Dass sich die arbeitgebenden Unternehmen bis heute jedoch nicht mit fairen und realisierbaren Beschäftigungsverhältnissen für Frauen auseinandersetzen, haben wir nicht verdient. Ebenso wenig, wie wir es verdient haben, weniger zu verdienen. Kind und Beruf ist heute mit viel Engagement und unermüdlichem Einsatz machbar. Kind und Karriere Utopie.

Es gibt keine Mauer. Unter Frauen.
In meiner bisherigen manomama-Zeit habe ich eines vermisst: die Mauern, die mir in meinem bisherigen (männer-dominierten) Geschäftsleben tagtäglich vor die Augen kam. Sie gibt es aber nicht. Frauen jedes Alters, jeder Qualifikation helfen, um manomama zu einem Erfolg zu machen. Frauen. Die Kulturreferentin, die ihre Beziehungen spielen lässt. Die Produktdesignerin, die ihre Freizeit mit dem Feinschliff meiner Layouts verbringt. Die Änderungsschneiderin, die die Nächte mit Prototyping verbringt. Unsere Mütter, die helfen, das die Idee groß wird. Alle helfen, um künftig vielen Frauen eine Arbeitsstelle zu ermöglichen, wie wirklich im Einklang mit ihrem Leben steht. Männer sind natürlich ebenso willkommen. Übrigens: Was die Männer dazu sagen? Als ich die manomama-Idee einem Politiker erzählte, um etwas Unterstützung zu bekommen, war dies seine Antwort: “Das ist die dümmste Idee, die ich gehört habe. Weiberladen? Egal. Wenn Du willst, dass ich Dich unterstütze, und ich tue es nur für Dich, dann mach ich das halt!”. Und da war sie wieder: die Mauer. Von Männern. Für Frauen.*

Übrigens: Auf seine Unterstützung habe ich verzichtet.

*Neben meinem direkten Umfeld ist das Schöne, dass ich über Twitter und Facebook immer mehr tolle Herren kennenlerne, die eine neue Denke vertreten. Das motiviert. Ungemein.

P.S.: Zwei Männer gibt es schon, die helfen. Bedingungslos: Mein Mann, weil er mich liebt und immer hinter mir steht und mein Vater. Weil es mein Vater ist. Danke an euch beiden! Bis hierhin und auch auf weiteres :-)


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