Strategische Steinchen platzieren!

13. Januar 2010 39 Kommentare »
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Warum am 13. Januar 2010 im manomama-Team mal ordentlich schlechte Laune ist.

Goethe hilft immer. Das “Band, das uns verbindet” war auch die Lösung für ein textiles Problem, das nun hält. “Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen” - ebenso haben wir uns daran gehalten. Vielmehr gebaut: und aufgebaut. Jedes Steinchen, was uns in den Weg gelegt wurde, haben wir sorgfältig angesehen, gemeinsam aufgehoben und beiseite geschafft. Oftmals waren es kleine, geschmissen von ” konventioneller Konkurrenz”, die Wind davon bekommen haben, dass “ein paar Verrückte” Öko-Bekleidung in Augsburg herstellen möchten. Über deren Aktion waren und sind wir nach wie vor stolz - denn allein das Auseinandersetzen mit manomama zeigt uns, dass die Kollegen uns ernst nehmen. Daher fangen wir die Steinchen gerne auf - und bauen darauf.

Heute aber landete ein Felsbrocken größeren Ausmaßes bei mir - vielmehr gesagt in meinem Briefkasten. Schön strategisch, kurz vor offiziellem Beginn, sodass die Chance einer Einschüchterung und Aufgabe am höchsten ist.

Zwei Briefe. Doppelt hält besser. Und kann zweifach in Rechnung gestellt werden. Von einer Anwaltskanzlei. Ihr Mandant, ein Filialhändler mit nachweislichem Produktangebot aus China (Ironie des Alltags!), würde seine Marke in manomama gefährdet sehen und fordert uns auf, schlichtweg auf manomama zu verzichten. Im ersten Moment  und völlig geschockt sah ich bereits unsere gesamten manomama-Sachen in der Verschrottung und das Ende einer Idee, denn meine finanziellen Mittel würden nicht reichen, alles erneut zu produzieren - nur unter einem neuen Namen. Zumal: eben aus Gründen, sicher zu sein - haben wir manomama selbst als Marke geschützt.

Was nun geschieht?
Wir werden diesen Stein sorgfältig ansehen, gemeinsam aufheben und sehen, wohin wir ihn bis wann versetzet bekommen. Und hoffen, schon bald “manomama” starten zu können. Ihr alle habt uns schon durch viele Tiefs getragen, bitte drückt uns die Daumen auch hierfür!



Stoffmusterwuensche

30. Dezember 2009 33 Kommentare »
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Schreibt mir doch eure Wünsche für Stoffmuster - ich sehe mal zu, was sich umsetzen lässt und würde die dann gerne nach eurem Accountnamen benennen.

1. AlterFinne
Marimekko in pink-lachs-orange

2. satyrikon
Schweinisches in Outline.

3. maxfellbach
Sparsam kariert für Schotten

4. miabernstein
Erdbeerflecken.Kaffeeflecken.Schokoflecken

5. sub_rosa
Rosen in Variationen

6. donbrandy
Nussnougatrhomben

7. zollstocker
blaublau-weiss & knackig

8. knuddellove
Mohnblüten der Liebe

9. manomama
Herztarnung

10. thistell
Augen in caramell-mokka

11. nerxs
Vogelbeeren, lost in Space

12. karlkeule
Naturreisigbesen in beige

13.sabotage44
mustergültiges kursives Chaos

14. Mirko
sepiaköpfe

15. hollye73
türkis/hellblau kombiniert mit
grasgrün/gelbgrün
violett kombiniert mit
grasgrün/giftgrün

16. wimbauer
“2010 - Mein Gott, es ist voller Sterne!”
wimbauer1wimbauer2
star3star4

17. delirious
rosa mit Krautfleckerl

18. fishkopp_deluxe
grün-grinsende piranhas

19. bierino
Bierschaum & nero di notte

20. pjakobs
Möwenkompott

21. Augsburg83
Putzlappen-Parallelen

22. krababl
nacktscannerüberflüssigem Transparent mit roten Punkten “Tansnakred”

23. maennig
international post is coming

24. specialN
Rillkes Panther

25. wrdlbrmpfd
Feuerpferd

26. uteweber
eisnebelblaue meerjungfrauspitzen

27. julchen
kunterbunte bauernkuh

28. juttabaur
entpinkt die Welt - wasserblaue Wasserrosen

29. beingmenow
Ein Stück Buntwäsche

30. wandklex
Wandklexe - was sonst?

31. multikulinaria
Bordeaux wie Sauerkraut

Und jetzt seid Ihr dran… Einfach kommentieren!



Kufstein-Blues, 1.Take in der Küche ;-)

28. Dezember 2009 6 Kommentare »
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Nach erfolgreicher Twetition, gestellt von der @terrorzicke hier unser Küchenkonzert “Kufsteinblues”:

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

Am Klavier, fantastisch spielend und vorab arrangierend und in die Mitte das Mikro aufbauend, der @paliege! Es war eine Riesen-Gaudi, obwohl ich kein OAL-Kennzeichen habe. Ich geh mich jetzt schämen für den “Antijodler!” und hoffen, meine Mutter findet das in den Tiefen des Internets nicht.

Hier das mp3 zum Download: kufsteinblues



Wie das große Eichhorn dem kleinen Eichhörnchen die Wut nahm

08. Dezember 2009 2 Kommentare »
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eichhorn
Jetzt könnt ihr die Geschichte auch als Podcast hören:
http://www.hoeradvent.de/2009-12-16/tuerchen-nr-16-4/

Das kleine Eichhörnchen kam aus der Schule und war zutiefst zornig. Selbst der Duft seiner Leibspeise - Eicheln in Nuss-Mandelbutter - konnte es nicht ablenken. Der Eichhorn-Papa eilte herbei und fragte: “Was ist, Eichhörnchen, bist du wütend?” “Ich bin sehr wütend.”, sagte das kleine Eichhörnchen. “Ich bin so wütend, dass ich nie, nie wieder in die Schule möchte!” “Warum bist du wütend?”, fragte das Eichhorn seinen Sohn. “Ach, ich weiß es nicht, Papa!”, sagte das Eichhörnchen. “Dann lass’ uns gemeinsam zu Mittag essen und herausfinden, was Dich wütend macht”, sagte das Eichhorn, hob das Eichhörnchen auf seinen Platz und servierte ihm einen Leibspeisen-Teller dampfender Eicheln.

“Papa”, unterbrach das Eichhörnchen nach einiger Zeit die Ruhe. “Papa, warum muss ich immer mit diesem blöden roten Fell herumlaufen?” “Bei uns gibt es nun mal rote Felle. Was ist schlecht an deinem roten Fell? “, fragte das Eichhorn. “Nichts”, entgegnete das Eichhörnchen und stapfte energisch mit dem Fuß. “Was also findest du an deinem roten Fell blöd?”, fragte das Eichhorn weiter. “Alles!”, sagte das kleine Eichhörnchen. “Meinst Du vielleicht, alle? Finden Dein Fell alle doof?”, fragte das Eichhorn. “Ja”, antwortete das kleine Eichhörnchen und eine dicke Wutträne kullerte über seine Schnauze.

Schweigend saßen sie sich gegenüber und aßen ihr Mahl. Als der Teller leer war, schob das kleine Eichhörnchen den Stuhl zurück, hüpfte hinunter und stellte sich vor seinen Vater: “Kuck mal, Papa. Ich muss so in die Schule gehen,” - und das Eichhörnchen sah dabei fast empört an sich herunter - ” und meine Freunde kommen täglich neu und schick gekleidet. Mit silbernen Fellen und flauschigem Langhaar. Das will ich auch haben!”

Das Eichhorn sah seinen Sohn an und bat ihn auf seinen Schoß. “Sieh, mein Sohn. Du gehst so in die Schule” - und Vater Eichhorn strich sanft über das rote Fell - “und deine Freunde kommen täglich neu und schick gekleidet. Haben Sie deshalb mehr Spaß?” Das kleine Eichhörnen zog erbost die Augenbrauen hoch: “Ja, haben sie. Alle. Nur ich nicht, und deshalb musst Du mehr Geld verdienen, damit ich auch viele schicke Kleider haben kann!”

Vater Eichhorn stand auf, holte eine Handvoll frischer Eicheln und legte sie auf den Tisch. Er setzte sich erneut zu seinem Sohn und begann:
“Es hat nichts mit Geld zu tun, mein Sohn”, sprach das Eichhorn. “Warum?”, fragte das kleine Eichhorn. “Stell Dir vor, du wohnst in weiter Ferne bei einer Eiche und du hast mühsam diese Eicheln zusammengetragen!” “Papa, das ist langweilig”, unterbrach das kleine Eichhörnchen.

Ruhig führte das Eichhorn fort:
“Das Sammeln der Eicheln war sehr anstrengend für Dich. Stolz stehst du vor deinem Eichelberg und ein schwarzes Eichhorn kommt vorbei!” “Ein schwarzes? Da hätte ich ganz schön Angst, weil die so groß sind!”, sagte das kleine Eichhörnchen. “So ist es, mein Sohn. Dieses schwarze Eichhorn nimmt dir alle Eicheln, die du mühsam gesammelt hast. Dafür bekommst du nur eine Haselnuss, weil das schwarze Eichhorn nicht bereit ist, mehr für Deine Eicheln zu bezahlen”, erzählte das Eichhorn. “Aber Papa, das ist ja fies. Ich mache die ganze Arbeit, kriege dafür nur eine Nuss und kann mich nicht einmal wehren, weil die schwarzen Eichhörner viel stärker sind als ich”, sagte das kleine Eichhörnchen.

“Es geht noch weiter, mein Sohn. Immer wieder sammelst du Eicheln, und immer wieder kommt das schwarze Eichhorn und tauscht deine gesammelte Beute gegen eine einzige Haselnuss”, sagte Vater Eichhorn. “Und warum”, fuhr das kleine Eichhörnchen fort, “sammelt das schwarze Eichhorn nicht selbst seine Eicheln?”
“Weil das große schwarze Eichhorn weiß, dass Eicheln sammeln sehr anstrengend ist und es deshalb lieber von kleineren und schwächeren Eichhörnern erledigen lässt.”, erklärte Vater Eichhorn.

Das kleine Eichhörnchen grübelte.
“Warum kann ich zum schwarzen Eichhorn nicht einfach sagen, dass ich das doofe Tauschen nicht mehr spielen will?”, fragte das kleine Eichhörnchen.
“Weil du weißt, dass wir Eichhörner auch Haselnüsse essen müssen. Und eine Haselnuss ist besser als keine, mein Sohn”, erklärte das Eichhorn. “Aber Papa! Irgendwann ist das schwarze Eichhorn doch satt. Und wenn es satt ist, hört es doch auf, mir meine Eicheln wegzunehmen?”, fragte das kleine Eichhörnchen. “Nein. Es macht immer weiter, auch wenn es mehr Eicheln hat, als es jemals essen könnte.” “Aber warum?”, wollte der Kleine wissen. ”Weil es jeden Tag neue Eicheln möchte. Und die alten einfach achtlos wegwirft!”, antwortete der Große.

Mit großen Augen schaute das kleine Eichhörnchen seinen Vater an:”Oh Papa. Einer meiner Freunde hat ein Fell vor kurzem einfach weggeschmissen, obwohl es wie neu war. Aber ihm hat es nicht mehr gefallen”, erinnerte sich das kleine Eichhörnchen. “Siehst du Sohn, du hast es herausgefunden: Mit den Eicheln verhält es sich wie mit den Fellen. Deine Schulfreunde haben mehr Felle, als sie jemals tragen könnten. Die Eichhörnchen, die sie herstellen, bekommen manchmal viel weniger als eine Haselnuss und sie können sich auch nicht dagegen wehren.” “Warum können sich die Eichhörnchen sich nicht wehren? Da ist doch kein schwarzes Eichhorn!”, erkundigte sich das kleine Eichhörnchen. “Würden wir jeden Tag neue Felle für dich kaufen, hättest Du schon bald viel mehr, als du jemals tragen könntest. Wir wären wie schwarze Eichhörner, weil wir, nur für schicke Kleidung, in Kauf nehmen, dass Artgenossen schlecht behandelt werden”, fuhr Vater Eichhorn fort.

Das kleine Eichhörnchen senkte den Kopf, ging zur Tür hinaus uns setzte sich auf die Treppe. Es schämte sich ein bisschen für seine Wut.

“Kopf hoch, mein Sohn. Du warst wütend, weil du dich ungerecht behandelt gefühlt hast. Wenn wir nicht mehr möchten, dass andere ungerecht behandelt werden, müssen wir unsere Wünsche einfach überdenken und dort Eicheln kaufen, wo wir wissen, dass die Eichhörnchen, die sie sammeln, gut behandelt werden und ausreichend Haselnüsse dafür bekommen”, sagte das Eichhorn. “Hm… Aber wieso muss der Eichelbaum weit weg sein?”, fügte das kleine Eichhörnchen hinzu. “Kuck mal hier”, sagte Vater Eichhorn und zeigte auf ein kleines Pflänzchen, das neben den Stufen wuchs. “Das wird eine Eiche. Ganz in deiner Nähe.”

manomama ist das kleine Pflänzchen ganz in der Nähe. Wir werden produzieren und direktvermarkten. In Deutschland. Unter fairen Bedingungen. Was? Keine Felle. Textilien und Accessoires für kleine Eichhörnchen und große Eichhörner. Lasst euch überraschen. Ende Januar gehts los. Wenn ihr vorab informiert werden wollt, abonniert unseren RSS-Feed und werdet Fan auf Facebook.



…ihre Augen sind satt.

01. Dezember 2009 17 Kommentare »
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Ich schreibe diese Begegnung einmal ohne über stilistische Ausdrücke und verbalen Feinschliff nachzudenken, sondern so, wie ich sie erlebt habe. So, wie sie mich bewegt hat. Heute, am 30.11.2009.**

Zu hunderten liegen sie herum – Belegexemplare von Kampagnen, die gerade laufen. „Ach, nehmen Sie sich doch für die Rückreise was Nettes zum Lesen mit!“ Anstandshalber nehme ich mir vom Stapel, der sicherlich voller Stolz in mühlevoller Detailarbeit dekorativ auf dem sonst kargen Besuchertisch drapiert ist, die aktuelle wie vorfolgende Ausgabe der „diebeste*“. Ohne größere Aufmerksamkeit stecke ich sie in meine Handtasche und verabschiede mich nach einem kurzen Plausch Richtung Hauptbahnhof.

Kurz vor 16 Uhr . „Klasse“, denke ich, „da schaffe ich den Zug um 16.14 noch.“ Ohne Hetze, völlig ausgelaugt von einem dieser netten „Keks-Meetings“ setze ich mich bei Gleis 1 auf die Bank und versuche mir, die Restzeit bis zum Ankommen meines Zuges mit einer der Ausgaben der mitgegebenen Frauenzeitschrift zu versüßen. Das wertigste scheint mir nach kurzem Überfliegen der Headlines im Schnelldurchlauf das Cover: eine violette Heißfolienprägung mit Mustern. Gerade schick im Printbereich. Ein einfacher Druck reicht nicht mehr, um am Point-of-Sale die Aufmerksamkeit zu generieren. Achtlos werfe ich die Zeitschrift nahezu ungesehen in den Sortierbehälter neben mir. Schließlich wartet ja noch eine Ausgabe dieser wertvollen Frauenpostille in meiner Tasche auf das Gelesen werden.

Während ich mich über das Ausgehen meines Akkus ärgere, raschelt es neben mir. Ein Mann, vielleicht um die 40 und augenscheinlich nicht der Oberschicht angehörend, greift beherzt in den Behälter und fischt „diebeste“, meine „diebeste“ heraus. Als ob er es wusste, lächelt er mich an und sieht mir tief in die Augen, während er fast liebevoll die Zeitschrift von Fremdmüll befreit. Voller stolz packt er die Zeitschrift in seinen Stoffbeutel, lächelt erneut und wechselt gezielten Schrittes das Gleis.

16. 12 – „Auf Gleis 1 fährt ein, der ICE, Nummer Schießmichtot von Hamburg nach Köln über Sohlingen/Ohligs. Beim Einfahren …(..)…“

Gespannt verfolge ich ihn mit meinen Blicken. Er scheint dies zu merken, bleibt promt stehen, zieht erneut die Zeitschrift aus der Tasche, hält sie hoch, anschließend den Daumen und nickt mir zu. Gerührt von seiner Wertschätzung rufe ich ihm ein erst zaghaftes, ein zweites lautes „Hallo, ich habe hier noch eine. Kommen Sie doch herüber“ zu. Er sieht mich an und scheint über meine Worte nachzudenken, als unsere Blicke der ICE trennt. Mit der Zeitschrift in der Hand warte ich. Und warte. Und steige nicht ein. Und der Zug fährt. Und sehe denn Mann die Treppen der Unterführung heraufkommen, wie er freudestrahlend mir entgegenkommt.

„Entschuldigung, ich kann nicht schneller. Und Sie haben jetzt Ihren Zug verpasst!“, beginnt er sein Gespräch. „Nein“, sage ich, „das macht nichts. Bitte!“ und überreiche ihm die Weihnachtsausgabe der „diebeste“ – mit goldenem Umschlag. Neugierig ob des hohen Interesses an den Zeitungen frage ich: „Warum interessieren Sie sich so für Zeitungen?“ Er sagt: „Nicht für Zeitungen. Nur für Modemagazine für Frauen. In der Weihnachtszeit.“ Ich bin überrascht wegen des ausgesprochen ungewöhnlichen Interesses und muss wohl auch einen entsprechenden Gesichtsausdruck machen. Er lächelt mich an: „Meine Frau und ich sind obdachlos. Wir machen aus den schön glitzernden Zeitungen (er meinte die Cover) unseren Weihnachtsschmuck!“.

In diesem Moment hab ich verstanden, was der palästinensische Taxi-Fahrer, der mich morgens zu meinen Kunden gefahren hat, meinte, als er mir unsere Gesellschaft zu erklären versuchte: „Wir haben nichts zu fressen, während ihre Augen satt sind.“

Ich hatte eine Dreiviertelstunde Zeit, darüber nachzudenken. Dann kam mein Zug. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es sich ändern muss. Der beste Zeitpunkt dafür: jetzt.

*Name geändert.
** Lieber @pjakobs, tausend Dank für dieses wundervoll behutsame Bild.



#isfmf “Hier” (27.9.2009)

27. November 2009 Keine Kommentare »
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Liebe Tweeties,

zur Vorweihnachtszeit etwas Schnulziges. Ich empfehle damit @Barbarellaworld, @zollstocker, @Hollye73, @Knuddellove, @bikershrek, @wortmax und natürlich ein paar Neuentdeckungen. Hört selbst:

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#ff-Empfehlung “Ohne euch” (20.11.2009)

20. November 2009 7 Kommentare »
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Liebe Tweeties,

neben @wimbauer, @marcraps, @alterfinne, @erdbeer_engel empfehle ich euch heute @seniorguru, @textelle und weitere. Hört selbst:

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Jaja, das knackst ein wenig. Ich ändere das heute abend. Weiß nicht, warum das übersteuert. Vielleicht weil ich erkältet ins Micro schreie *grins*.



Plädoyer für mehr Fairtrauen

17. November 2009 5 Kommentare »
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brot

Was schmeckt besser? Eine frische Scheibe Öko-Bauernbrot mit dicker Lage Bio-Butter oder doch die knusprige Schnitte vom Bauernlaib mit frischer Fassbutter? Ich verrate es: Es ist egal. Deinem Gewissen schmeckt ersteres viel besser, dein Gaumen wird keinen Unterschied merken. Kann er auch nicht, ist es doch das gleiche.

Öko, Bio, Blablabla
Begrifflichkeiten wie “Öko” oder “Bio” sind nicht schützbar (bzw. nur in Verbindung mit einer “Bildmarke” oder aber mit einer Herkunftsbezeichnung wie “aus kontrolliertem Anbau. Aber: wer hat schon Stunden Zeit, es zu lesen? Eben). Den Konsumenten ärgert’s, den Werber freut’s. Allein der Aufdruck eines dieser Buzzwords (so nennen meine Kollegen es liebevoll) bringt runde 30% mehr Marge. Bei gleichem Innenleben. Traumrendite. Alter Wein in neuen Schläuchen. Man muss sich nicht LOHAS nennen, um zu merken, dass das alles ein wenig komisch ist.

Doch, nicht genug: damit das Öko-Märchen so richtig ankommt, wird schlussendlich die Verpackung weggelassen. Ich kann mich an einen Kosmetikhersteller erinnern (ich arbeitete für ihn), der sich über diesen Coup sichtlich  freute. Klar war auch, warum: sind es doch, je nach Markenhersteller, bis zu  1500 % der Herstellungskosten der Kosmetik, die für eine ansprechende Verpackung draufgehen. Das ist dann Marge bzw. Rohgewinn. Das ermöglicht  Öko. Und darum machen gerade unheimlich viele in “Bio” und “Öko”. Die  Konsumenten glauben es, und kaufen, und kaufen. Unkontrolliert, ohne Sinn und Verstand. “Verzieh kein Gesicht, Kind”, sagt meine Mutter stets, wenn ich ansetzen möchte, um ihr meine Meinung über den Kartonagen-Saft vom Discounter mitzuteilen. “Alles bio!” Ja, dann. Aber ist “öko”, “bio” “fair”? Was ist eigentlich fair?

Fair ist, was angemessen ist
Der Zeichenwald an fairen, biologischen, nachhaltigen, ökologischen, strategisch-konsumierten Siegeln wird immer undurchsichtiger. In dem täglich wachsenden Dickicht kennt sich kaum einer mehr aus. Kurzum kreieren wir den generellen Begriff der “Fairness”. Faire Mode, die gleichsam grün und nachhaltig scheint. Faires Food, dass biologisch einwandfrei und ökosozial geerntet und transportiert wurde. Kurzum: Ein “Leipziger Allerlei aus Ökologie, Nachhaltigkeit und Fairness”. Warum Leipziger Allerlei? Weil es eine Gemeinsamkeit hat: Du weißt, wie das Ding heißt, auch wenn Du nur erahnst, was drin ist. Und das ist das Problem!

Das Shirt, dass ihr euch womöglich bei einem dieser exklusiven Markeneinkaufsgemeinschaften online während der Kampagne “Satte Rabatte auf faire Mode” gekauft habt, wirft schon die Frage auf: Was, bitte ist daran fair? Wie bitte, kann es gegenüber dem Produzenten wie Endkunden fair sein, wenn 40% Rabattspielraum enthalten sind und um Himmels willen, wie riecht fair, wenn es nicht doch bio und somit schadstofffrei wäre?

fair ungleich öko ungleich bio
Fair & nachhaltig zum Beispiel ist die konventionelle Kosmetik des oben erwähnten Herstellers. Er bezahlt seine Belegschaft über die Tariflöhne hinaus (Menschenwürde, Eigenverantwortung), gibt ganzen Generationen existenzielle Sicherheit im Job und am Ort. Niemand jedoch käme auf die Idee, seine Produkte “fair” zu beschreiben oder nachhaltig. Weil sie nicht “öko” sind. Und es derzeit im Zusammenhang nicht passt. Nachhaltigkeit ist aber nichts anderes, als Produkte unter sozialen, ökologischen und ökonomischen Bedingungen zu produzieren, die angemessen sind, demnach “fair”. Zahlreiche deutsche Mittelständler, traue ich mich zu behaupten, produzieren nachhaltig und fair. Für all jene ist dies kein Trend, weil sie immer schon “ordentlich gehaushaltet haben”. Und deshalb spricht man darüber auch nicht. Man macht es einfach.

“Fair Trade” (das bekannte Siegel ähnlich dem Yin-Yang) dagegen bringen wir oftmals mit fernen Ländern in Verbindung. Es steht in erster Linie dafür, Kleinbauern (Produzenten) Planbarkeit und Sicherheit zu geben und somit ihr und das Überleben ihrer Familien zu gewährleisten - durch eigenverantwortliche Arbeitsbedingungen und (das wichtigste!) garantierte Abnahmepreise, egal wie sehr der Rohstoffmarkt schwankt. Darüber hinaus setzt sich die “Fair Trade”-Organisation für Umweltstandards ein. Das kann bis zum kontrolliert biologischen Anbau von Baumwolle gehen (kbA), muss aber nicht. “Fair Trade” demnach kann, muss aber nicht “bio” nach unserem Verständnis sein. Gleichzeitig kann ein “Fair Trade”-Baumwollstoff unter inakzeptablen Bedingungen in Billiglohnländern zum fairen T-Shirt werden. Wo ist die Fairness nun? Sie blieb auf der Strecke.

Alle Anstrengung, die Missstände in unserer Welt zu ändern, sind anerkennenswert. Gerne auch zertifizierungswürdig. Aber: Benötigen wir Konsumenten all diese Zeichen und Zertifikate? Ich behaupte: Nein. Das Einzige, das ich für einen sauberen Konsum für unabdingbar erachte ist: Fairtrauen. Herstellern, die offen und transparent kommunizieren, sei es der Bauernladen ums Eck, sei es der großer Outdoor-Hersteller, der seine Produktion offen legt, wieder Glauben schenken. Das sollte reichen.

Aus Vertrauen wird Fairtrauen
Auch bei manomama haben wir uns für die “leise” Revolution, manchmal ohne Siegel, ohne Zertifikate, allein auf Menschenvertrauen und Handschlag entschieden. Gründe dafür gibt es viele: bereits erwähnte Intransparenz und Missverständnisse, hinzukommend viele kleine interessante Hersteller, die sich eine Zertifizierung nicht leisten könnten und schlichtweg der wichtigste Grund:  dass wir das Vertrauen, welches wir in unsere Lieferanten und Produzenten setzen, gerne von unseren Kunden wiederbekommen.

Denn erst wenn Vertrauen als wertschöpferische Kette wieder in den Wirtschaftskreislauf zieht, wird daraus Fairtrauen - die Anerkennung der Leistung aller Beteiligten.

P.S.: Und wenn euch meine Einstellung gefällt, begleitet manomama in Facebook!



#ff - Nachteulen-Raggae (13.11.209)

13. November 2009 5 Kommentare »
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Liebe Tweeties,

heute empfehle ich euch, wie immer First Take,  meine Abend- und Nachteulen @VictoriaHamburg, @eulenei, @suewestcom, @textzicke, @frauellen0812, @trudeswelt und @goethesmatrix . Hört selbst, (aber schlaft nicht ein):

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“Die Mauer muss weg!”

09. November 2009 18 Kommentare »
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nfm

Ich liebe Männer. Und ich arbeite gerne mit Ihnen zusammen. Dies rührt womöglich daher, da ich mich perfekt auf ihre “Eierschaukelrunden” in den Vorstandsriegen einlassen kann. Warum? Mein Vater hat es einmal schön ausgedrückt: “Ich hätte einen Geburtsfehler: Titten”. Dennoch: auch für eine robuste Natur wie mich ist das alltägliche Arbeitsleben, als Frau, anstrengend. 

Die Mauer. Sie ist weg.
Frauen erklimmen langsam, aber sicher, Führungspositionen. Hervorragend qualifizierte Akademikerinnen erobern sich Schritt für Schritt das obere Management. Aber: “Die Finanzkrise trifft Männer härter”, tituliert die “Welt”. Es liegt auf der Hand: Wir Frauen verdienen durchschnittlich 1/3 weniger. Wieso soll es uns noch härter treffen?

Die Mauer. Sie ist weg.
Immer mehr Mütter arbeiten Teilzeit. Nicht, weil sie wollen. Unternehmer drängen ihre Mitarbeiterinnen dazu. Lösen sich von den unflexiblen, teuren Vollzeitstellen und ersetzen diese durch Teilzeit- und Minijobkräfte. Weibliche Minijobkräfte. Binnen der letzten zehn Jahre ist der Anteil von Teilzeitstellen von 53% auf 69% bei Müttern gestiegen. Bei Männern gerademal um 3 Prozent auf 5.

Die Mauer. Sie ist weg.
“Also, wenn es nach mir ginge, müsste meine Frau nicht arbeiten”, sagte Michael, ein alter Bekannter zu mir vor vielen Jahren. Gut, dass Anja anderer Meinung war. Sonst wäre sie, als Michael mit einer neuen Kunstblondierten durchgebrannt ist, alleine dagestanden. Mit zwei Kindern (3 und 5 Jahre alt). Ohne Job. Ach ja - sie stand letzten Endes alleine da: Ihr Chef hat sie gekündigt. Weil sie übers Jahr ein paar Mal zu Hause bleiben musste, bei den Kindern. Weil sie sich nach Meinung ihres ehemaligen Chefs doch nun um die beiden Kinder kümmern sollte.

Die Mauer ist da. Sie muss weg.
Dass wir Frauen die Kinder bekommen, hat die Natur nun mal entschieden. Dass sich die arbeitgebenden Unternehmen bis heute jedoch nicht mit fairen und realisierbaren Beschäftigungsverhältnissen für Frauen auseinandersetzen, haben wir nicht verdient. Ebenso wenig, wie wir es verdient haben, weniger zu verdienen. Kind und Beruf ist heute mit viel Engagement und unermüdlichem Einsatz machbar. Kind und Karriere Utopie.

Es gibt keine Mauer. Unter Frauen.
In meiner bisherigen manomama-Zeit habe ich eines vermisst: die Mauern, die mir in meinem bisherigen (männer-dominierten) Geschäftsleben tagtäglich vor die Augen kam. Sie gibt es aber nicht. Frauen jedes Alters, jeder Qualifikation helfen, um manomama zu einem Erfolg zu machen. Frauen. Die Kulturreferentin, die ihre Beziehungen spielen lässt. Die Produktdesignerin, die ihre Freizeit mit dem Feinschliff meiner Layouts verbringt. Die Änderungsschneiderin, die die Nächte mit Prototyping verbringt. Unsere Mütter, die helfen, das die Idee groß wird. Alle helfen, um künftig vielen Frauen eine Arbeitsstelle zu ermöglichen, wie wirklich im Einklang mit ihrem Leben steht. Männer sind natürlich ebenso willkommen. Übrigens: Was die Männer dazu sagen? Als ich die manomama-Idee einem Politiker erzählte, um etwas Unterstützung zu bekommen, war dies seine Antwort: “Das ist die dümmste Idee, die ich gehört habe. Weiberladen? Egal. Wenn Du willst, dass ich Dich unterstütze, und ich tue es nur für Dich, dann mach ich das halt!”. Und da war sie wieder: die Mauer. Von Männern. Für Frauen.*

Übrigens: Auf seine Unterstützung habe ich verzichtet.

*Neben meinem direkten Umfeld ist das Schöne, dass ich über Twitter und Facebook immer mehr tolle Herren kennenlerne, die eine neue Denke vertreten. Das motiviert. Ungemein.

P.S.: Zwei Männer gibt es schon, die helfen. Bedingungslos: Mein Mann, weil er mich liebt und immer hinter mir steht und mein Vater. Weil es mein Vater ist. Danke an euch beiden! Bis hierhin und auch auf weiteres :-)




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