Bereits im letzten Blogeintrag schrieb ich über diese unverschämten, bodenlos hartnäckigen Sklavenhändler. Was aber gestern passierte, schlägt dem Fass den Boden aus. Völlig fertig (ja, das soll es auch bei mir mal geben
) verzog ich mich nach einem wirklich schönen Drehtag mit einem tollen Fernsehteam auf das Sofa. Meine Augen brannten und mir war kalt. Das Fieberthermometer bemüht, zeigte es mir erhöhte Temperatur an. Wärmflasche gemacht, Tee gelitert und Homeoffice von der Couch aus.
„Sina, für Dich rief ein Herr XXX (Zu gerne würde ich euch die Namen nennen, aber das alles werde ich an die Presse geben, weil es eine Dreckssauerei ist) der Zeitarbeitsfirma XXX an. Er hat sich nicht abwimmeln lassen, weil er dir, wörtlich “ein einmaliges Sonderangebot” unterbreiten will“, rief mich Felix, mein Mitarbeiter an. Als er merkte, dass ich einfach matschig in der Birne war, schrieb er mir folgende Mail:
„Hi Sina, folgendes:
ein Herr XXX von der Zeitarbeitsfirma XXX – Ostdeutschland wollte dir ein Sonderangebot unterbreiten. Dass, (hat er wirklich so gesagt) wenn du jetzt 10 Langzeitarbeitslose bestellst, du nur 6 zahlst und pro Arbeiter geringe Kosten von nur 3,50€/h hast. Diese Kondition wurde extra erst kürzlich mit der Bundesagentur für Arbeit verhandelt und das Angebot kann er Dir jetzt machen, weil er es deutschlandweit anbieten kann.
Ich habe ihn natürlich darauf hingewiesen, dass dein Interesse hinsichtlich Zeitarbeit äußerst gering ausfällt, doch er besteht ausdrücklich darauf, dich am Donnerstag noch einmal persönlich zu sprechen, trotz meines Bekundens, dass dieses Gespräch wohl fruchtlos wäre, sollte es denn überhaupt stattfinden. Ich wollte es dir nur mal im Voraus schreiben, da du dir schon einmal der Ironie bewusst sein kannst, dass er als Personaldienstleister ausgerechnet eine Unternehmerin wie dich versucht zu kontaktieren.“
Dreimal habe ich die Mail gelesen. Meine erhöhte Temperatur stieg auf kampfeslustige Betriebstemperatur. Lieber Herr XXX, sollten Sie es wagen, mich am Donnerstag auch nur eine Sekunde meiner kostbaren Zeit zu belästigen, dürfen Sie sich warm anziehen. Ihr Menschenhändler-Pack könnt mir gestohlen bleiben. Wie, gottverdammt, wie kann man Menschen zu „Sonderangebots-Bundles“ zusammenfügen und anpreisen wie sauer Bier? Schämt ihr euch nicht? Geht nach Hause und denkt einmal darüber nach, was ihr hier überhaupt treibt!
Was mich betrifft, werde ich diese die in den letzten zwei Wochen gesammelten Informationen schön strukturieren, aufbereiten und an die Stellen geben, die es öffentlich machen. So lange, bis die Menschen aufstehen und sich weigern, für euch Material zu spielen. So lange, bis es euch nicht mehr gibt.
Und wenn ihr, liebe Menschenhändler und Sklaventreiber, der Meinung seid, mir eine Anzeige wegen Beleidigung ans Bein binden zu müssen – nur zu. Wir werden dem entgegensetzen. Dann werde ich Anzeige erstatten. Verletzung des Grundgesetzes. Denn: Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Eure Sina
















